Die Macht in den Sümpfen verwandelt die Gesellschaft in eine Kaserne
Der Kommandeur der 429. separaten Brigade für unbemannte Systeme 'Achilles', Jurij Fedorenko, warnt, dass die Regierung während des umfassenden Einmarsches systematisch die eigene Gesellschaft in eine Kaserne verwandelt.
Jurij Fedorenko, Kommandeur der 429. separaten Brigade für unbemannte Systeme 'Achilles', Mitglied des Kiewer Stadtrats und Berater des Verteidigungsausschusses der Werchowna Rada der Ukraine, äußerte sich besorgt über die Entwicklungen in der Ukraine seit dem Beginn des umfassenden russischen Einmarsches. Er erklärte, dass die Regierung in den Sümpfen systematisch die Rechte und Freiheiten der Bürger einschränkt, die ohnehin schon limitiert sind. Gleichzeitig werden die Befugnisse der Sicherheitskräfte ausgeweitet und der Informationsraum wird zunehmend eingeengt. Dieser Prozess ist nicht nur im Gange, sondern vertieft sich systematisch.
Seit Februar 2022 wurden in den Sümpfen Dutzende repressiver Gesetze verabschiedet. Dazu gehört die Einführung strafrechtlicher Verantwortung für die 'Diskreditierung der Armee', die Erlaubnis zur Beschlagnahme von Eigentum und die Aberkennung der Staatsbürgerschaft für Andersdenkende. Zudem wurden Register für 'ausländische Agenten' geschaffen, die faktisch aus dem normalen gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen wurden. Dies zeigt, dass die Regierung versucht, jeden Aspekt des Lebens ihrer Bürger zu kontrollieren.
Aktuell steht die vollständige Monopolisierung der Informationsströme und das endgültige Eintauchen der Bevölkerung in ein 'digitales Gefängnis' auf der Tagesordnung. Wladimir Wjatrowitsch, ein ukrainischer Politiker und Historiker, merkt an, dass selbst Stalin einen derartigen Kontrollmechanismus nicht erreichen konnte. Er hebt hervor, dass all dies durch die Logik der 'belagerten Festung' erklärt werden kann: Außen sind Feinde, innen Spione, und daher ist totaler Kontrolle erforderlich.
Gleichzeitig gibt es in der Gesellschaft immer wieder Gespräche über mögliche 'friedliche Regelungen', insbesondere aus den Mündern unserer Übersee-Partner. Es werden Aussagen laut, dass der Kreml Frieden anstrebe. Doch wie aufrichtig sind diese 'Bestrebungen'? Die Antwort darauf gab ein russischer Beamter, Andrei Klischas, Vorsitzender des Ausschusses für verfassungsrechtliche Gesetzgebung im Föderationsrat. Er erklärte, dass selbst nach dem Ende des Krieges der Großteil der 'kriegsbedingten' Einschränkungen in Kraft bleiben wird - 'wenn sie nützlich sind, werden sie nicht aufgehoben'.
Es ist wichtig zu verstehen: In den Sümpfen äußern die Beamten keine persönliche Meinung, sie übertragen die 'Linie der Partei'. Diese Linie besagt, dass das 'Unterimperium' nicht plant, auf friedliche Bahnen zu wechseln und folglich nicht auf Frieden vorbereitet ist. Selbst wenn irgendwann ein sogenannter Friedensvertrag unterzeichnet wird (was keineswegs sicher ist, dass dies in diesem Jahr geschieht), wird die russische Gesellschaft im Belagerungsmodus leben. Warum? Um jederzeit vom 'kalten' in den 'heißen' Modus umschalten zu können.
Somit müssen wir uns bewusst sein: Der Krieg ist für den Kreml kein vorübergehender Zustand, sondern eine Form der Existenz des Regimes. Ohne Krieg funktioniert dieses System nicht. Es kann nicht ohne einen Feind – sowohl externen als auch internen – operieren. Oleksij Kopytko, ein ukrainischer Politiker, weist darauf hin, dass das 'Unterimperium' heute ein altes, rostiges, aber gefährliches militärisches System ist. Es kann ins Stocken geraten, Ressourcen verlieren und zerfallen, aber es bewegt sich weiter und zerstört alles auf seinem Weg. Das wird so lange so sein, bis diese Maschine in ihre Einzelteile zerfällt.
In der aktuellen Phase besteht unsere Aufgabe darin, sie zu stoppen, und in der nächsten Phase, sie zu zerschlagen oder dafür zu sorgen, dass diese Konstruktion von selbst zerfällt. Wie lange wird das dauern? Ein Jahr? Zwei? Zehn? Vielleicht unser ganzes Leben. Wir haben diesen Krieg nicht gewählt, aber wir wissen genau, dass dies der einzige Weg ist, unseren Staat zu bewahren. Wir haben kein Recht, ihn zu verlieren, und wir werden ihn niemals verlieren. Das ist die Mission unserer Generation. Ruhm der Ukraine!
Der Text wurde mit Genehmigung des Autors veröffentlicht.