In der Lavra wurde eine Oster-Ausstellung mit einzigartigen Schätzen aus den Depots eröffnet
Am 8. April, einen Tag vor Ostern, wurde im Uspenski-Kathedrale des Nationalen Reservats 'Kiew-Petschersk Lavra' die Ausstellung 'Christus ist auferstanden!' eröffnet. Diese Veranstaltung stellt einen bedeutenden Meilenstein im kulturellen Leben der Ukraine dar.
Am heutigen 8. April, einen Tag vor dem Osterfest, wurde im Uspenski-Kathedrale des Nationalen Reservats 'Kiew-Petschersk Lavra' die Ausstellung mit dem Titel 'Christus ist auferstanden!' eröffnet. Diese Veranstaltung ist ein wichtiger Meilenstein im kulturellen Leben der Ukraine, da sie einzigartige Werke sakraler Kunst aus den Jahren 16. bis 19. Jahrhundert präsentiert. Dies berichtet ein Journalist der Kulturabteilung der Nachrichtenagentur 'Interfax-Ukraine'.
Die Ausstellung 'Christus ist auferstanden!' wurde ins Leben gerufen, um eine umfassende visuelle Erzählung über die letzten Tage im irdischen Leben Jesu Christi zu präsentieren. Sie umfasst Schlüsselmomente wie den Einzug in Jerusalem, das Leiden, die Kreuzigung, die Auferstehung, die Erscheinung vor den Jüngern und die Himmelfahrt. In der Ausstellung sind antike Ikonen, Radierungen, liturgische Textilien, kirchliches Geschirr sowie Werke ukrainischer Meister aus Edelmetallen versammelt, die es ermöglichen, die Ostererzählung als eine zusammenhängende spirituelle Geschichte zu erleben.
Zu den zentralen Exponaten zählen Ikonen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, darunter 'Der Abstieg in die Hölle', 'Der Einzug des Herrn in Jerusalem', 'Die Himmelfahrt' sowie monumentale Kompositionen wie 'Die Kreuzigung' und 'Die Abnahme vom Kreuz'. Die Ausstellung beschränkt sich nicht nur auf Ikonenmalerei, sondern umfasst auch Gegenstände, die während der Liturgie verwendet wurden, wie Kelche, Diskos, Sternchen, Reliquiare, Altars Evangelien und kirchliche Stickereien.
Maxim Ostapenko, der Generaldirektor des Reservats, betonte in einem exklusiven Kommentar gegenüber 'Interfax-Ukraine', dass dieses Projekt das Ergebnis fast fünfjähriger Arbeit sei, die noch vor Beginn des umfassenden Krieges begann. 'Diese Ausstellung ist für uns von großer Bedeutung, da sie eine Art Zusammenfassung unserer fast fünfjährigen Arbeit darstellt. Sie wurde noch vor dem Krieg konzipiert und sah eine sehr sorgfältige Untersuchung der Exponate vor, die thematisch mit der Auferstehung Christi verbunden sein sollten', erklärte Ostapenko.
Er fügte hinzu, dass die Ausstellung 'absolute Meisterwerke' des 16. und 17. Jahrhunderts präsentiere, die in der Ukraine 'an einer Hand abzuzählen' seien. Besonders wichtig sei die Rückkehr von Objekten in den Raum der Kathedrale, die einst der Lavra selbst gehörten. 'Was mich am meisten inspiriert, ist, dass auf dieser Ausstellung Gegenstände präsentiert werden, die tatsächlich aus den Denkmälern der Kiew-Petschersk Lavra stammen, die zerstört und verwüstet wurden, auch auf Befehl aus Moskau, als die Uspenski-Kathedrale 1941 gesprengt wurde', betonte er.
Die Kuratorin der Ausstellung, Inna Ivakina, wies darauf hin, dass die Besonderheit des Projekts in der Ganzheitlichkeit seiner Dramaturgie liege, die es ermögliche, den Osterweg durch einzigartige ukrainische Denkmäler zu gehen. 'Hier kann man mit Kindern und Familien kommen. Wir erzählen diese Geschichte mit unseren kostbaren Denkmälern, denn tatsächlich stammen sie alle aus verschiedenen Kirchen, aus verschiedenen Orten und wurden von unseren Forschern, Historikern und Kunsthistorikern Stück für Stück gesammelt', fügte die Kuratorin hinzu.
Ivakina betonte auch, dass viele sakrale Objekte bis in unsere Zeit trotz historischer Zerstörungen überlebt haben und die Ausstellung auch eine Erzählung über die Bewahrung des ukrainischen Erbes darstellt. 'Das sowjetische Regime zerstörte alles, was zerstört werden konnte. Und was es gelang zu erfassen, blieb übrig. Daher zeigen wir hier Objekte sowohl aus den Lavra-Kirchen als auch aus der Westukraine und aus Kiewer Kirchen', bemerkte sie.
Besondere Aufmerksamkeit auf der Ausstellung erregen liturgische Gegenstände, die nicht nur künstlerisches Können, sondern auch den sakralen Inhalt des Gottesdienstes demonstrieren. Dazu gehört ein großes Altars-Evangelium aus dem 18. Jahrhundert, das etwa 30 Kilogramm wiegt. Diese silberne, vergoldete Ausgabe mit prächtiger Gravur, geschaffen von ukrainischen Goldschmieden, stammt aus dem Kiewer St. Nikolaus-Wüsteneinsiedlerkloster. Das Buch wird in aufgeblättertem Zustand ausgestellt, obwohl Restauratoren anmerken, dass eine längere Präsentation in diesem Zustand für das Papier schwierig ist.
Nicht weniger beeindruckend sind das Reliquiar, der Kelch, der Diskos und das Sternchen, die mit Medaillons und Symbolen der Passion Christi verziert sind. Gerade durch diese Objekte erhält die Ausstellung ihre innere Ganzheitlichkeit: Die Ostererzählung wird nicht nur durch die Bilder auf den Ikonen erzählt, sondern auch durch Gegenstände, die über Jahrhunderte Teil der lebendigen kirchlichen Tradition waren.
Die Ausstellung zeigt, dass die ukrainische sakrale Kunst nicht isoliert, sondern im Austausch mit der europäischen Tradition entwickelt wurde. Im Raum der Kathedrale sind Radierungen nach Werken von Peter Paul Rubens, Antonis van Dyck, Raphael und Carracci zu sehen, die es ermöglichen, den breiteren Kontext zu erkennen und zu verstehen, wie ukrainische Meister europäische Themen in ihrer eigenen künstlerischen Sprache interpretierten.
Der Metropolit von Kiew und der gesamten Ukraine, der Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine, Epiphanius, betonte, dass die Ausstellung in Kriegszeiten eine besondere symbolische Bedeutung erlangt — als Zeugnis dafür, dass die ukrainische Kultur, das Gedächtnis und die spirituelle Grundlage nicht zerstört sind. 'Diese Ausstellung bezeugt, dass Wahrheit, Licht und Leben immer siegen. Wir wollen nicht in fremden Welten leben, wir wollen in unserem starken, vereinten, demokratischen, europäischen Ukraine leben', sagte er bei der Eröffnung der Ausstellung.