KPI für die amerikanische Armee: Wie Trump die lokale Hölle im Iran vorbereitet
Ein Militäranalyst und ehemaliger Berater des ukrainischen Verteidigungsministers untersucht die Situation im Iran und warnt, dass die amerikanische Armee nur einen Monat und 30 Milliarden Dollar benötigt, um ein lokales Chaos zu schaffen.
Ein Militäranalyst, der als ehemaliger Berater des ukrainischen Verteidigungsministers tätig war und die Gruppe Informationswiderstand koordiniert, analysiert die aktuelle Lage im Iran. Er betont, dass die amerikanische Armee in der Lage ist, innerhalb eines Monats und mit einem Budget von 30 Milliarden Dollar ein lokales Inferno zu entfesseln. Trotz der hitzigen Debatten in sozialen Medien bleibt die Wahrscheinlichkeit, dass Vereinbarungen im Persischen Golf erzielt werden, hoch. Während Trump auf Twitter provoziert, sind die realen Konsequenzen militärischer Aktionen vor Ort eine ganz andere Angelegenheit.
Der Autor hebt hervor, dass es im Interesse der Ukraine liegt, wenn diese Vereinbarungen so schnell wie möglich zustande kommen, jedoch mit dem wichtigen Vorbehalt, dass sie Europa nicht übermäßig einschränken dürfen, welches als Rückhalt für die Ukraine fungiert. Viele Kommentare zur Situation sind von Emotionen geprägt, die mit der Person Trump verbunden sind. Dies mag im politischen Kontext nachvollziehbar sein, ist jedoch völlig fehl am Platz, wenn es um militärische Ergebnisse geht.
Es ist notwendig, persönliche Vorlieben beiseite zu legen und sich auf die Fakten zu konzentrieren. Im Januar 2025 legten Trump und sein Team den Haupt-KPI (Key Performance Indicator) für die amerikanische Militärmaschinerie fest: die Tödlichkeit. Es geht nicht um Gleichheit der Geschlechter, Menschenrechte oder Werte, sondern um die Fähigkeit, Schaden zuzufügen. Washington bestimmt, wohin und wie viel Tod gesendet werden soll.
Im Laufe des Jahres führte die amerikanische Militärmaschinerie drei weithin bekannte Kampagnen im Ausland durch, sowie mehrere kleinere Operationen, unter anderem in Ecuador und Nigeria, und führt derzeit die vierte durch. Die erste Kampagne, die vor genau einem Jahr stattfand, war vergleichsweise erfolglos – es handelte sich um einen Schlag gegen die Huthis. Um sie zu vernichten, wurde übermäßige Kraft mobilisiert, die jedoch nicht die gewünschten Ergebnisse brachte: Die Huthis verschwanden nicht, erlitten jedoch erhebliche Verluste und stellten im Laufe des Jahres keine ernsthaften Probleme dar.
Der größte Misserfolg dieser Phase war ein politischer Skandal, der durch die Hinzufügung eines Journalisten zu einem Chat ausgelöst wurde, was zur Entlassung des Sicherheitsberaters Michael Woltz bei den Vereinten Nationen führte. Dennoch hielt Verteidigungsminister Ghegset stand, da er sich nicht von Trumps Linie abwandte. Die zweite Kampagne, die später stattfand, war sehr erfolgreich und demonstrativ: Die USA und Israel bombardierten 12 Tage lang den Iran und zeigten damit ihre Fähigkeit, von jedem Punkt der Welt zuzuschlagen.
Der Pentagon hatte diese Operation absichtlich so gestaltet, dass die Welt sehen konnte, dass Amerika jederzeit zuschlagen kann. Dies bestätigte die globale Dominanz der USA. Nun verfügt das Pentagon über eine Fülle praktischer Kenntnisse: wie viel Zeit für die Vorbereitung benötigt wird, welche Ressourcen erforderlich sind, wie viel eine Operation kostet und was schiefgehen kann. Auch die dritte Kampagne war erfolgreich und ermöglichte es, neue Taktiken zu testen, einschließlich einer Aktion zur Evakuierung eines Freundes von Maduro.
Die vierte Kampagne befindet sich derzeit in einer aktiven Phase. Die USA konzentrierten einen Monat lang ihre Kräfte und führten dann eine Operation über fünf Wochen durch, während sie Anfang März einen militärischen Zyklus von fünf bis sechs Wochen ankündigten. Die Operation hat den Status eines (Vor-)Landungseingriffs erreicht, mit einer Erweiterung der Ziele für Luftangriffe. Im Verlauf der Operation gelang es, einen Piloten aus dem tiefen Hinterland des Feindes zu retten, was die Frage aufwarf: „Kann Russland das auch?“
Diese Erfahrungen sind von unschätzbarem Wert. Die Kosten wurden berechnet, Fehler analysiert. Es ist wichtig zu betonen, dass all dies in einem Kontext von Missverständnissen und Hindernissen mit europäischen Partnern geschah, was ebenfalls zu Schlussfolgerungen führen wird. Jetzt sehen alle, dass die USA notwendig sind, und dies zwingt kleinere Länder, Druck zu verspüren. Unabhängig von den Aussagen der Politiker, wenn die amerikanische Militärmaschinerie zu arbeiten beginnt, kann innerhalb eines Monats mit einem vorhersehbaren Ergebnis gerechnet werden.
Stellen Sie sich vor, Trump geht morgen Golf spielen, und das Steuer gelangt in die Hände von jemandem, der für Trumps Gegner sympathischer ist, wie Gavin Newsom. Wird sich etwas an der Strategie ändern? Nein. Die gleichen Fristen, Ressourcen und Taktiken bleiben bestehen. All dieses Wissen ist nun im Arsenal der Amerikaner, und selbst ein neuer Verteidigungsminister wird die Situation nicht ändern können. Ghegset mag verschwinden, aber die tödliche Maschine bleibt.
Die Verhandlungen, die in naher Zukunft stattfinden werden, könnten ebenfalls viele Emotionen hervorrufen. Beispielsweise könnte Israel bestimmte Optionen bezüglich des Libanon und der Huthis in Frage stellen, und es könnten Provokationen auftreten. Es ist wichtig zu verstehen, wen genau die Israelis und Amerikaner im Iran ausgeschaltet haben. Sie haben Schlüsselvertreter des Regimes der Ayatollahs und der IRGC vernichtet, während die iranische Armee faktisch unberührt blieb. Präsident und Regierung des Iran blieben intakt, wenn auch leicht angeschlagen.
Dies ist nicht nur eine Besonderheit des Iran, sondern auch eine Lehre, die aus dem Irakkrieg gezogen wurde, als die Amerikaner einmarschierten und Chaos schufen, aus dem der IS hervorging. Washington muss aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, um eine Wiederholung solcher Situationen in der Zukunft zu vermeiden.