НВ (Новое Время)

Fund aus den Niederlanden: Im Museum Valkhof wurde ein einzigartiger Knochenphallus entdeckt

Im Museum Valkhof in Nijmegen, Niederlande, wurde unter 16.000 vergessenen Kisten mit archäologischem Material ein außergewöhnlicher Fund gemacht, der die Grenzen der römischen Alltagskunst neu definiert.

In den Kellerräumen des Museums Valkhof, das in der niederländischen Stadt Nijmegen beheimatet ist, wurde ein bemerkenswerter Gegenstand entdeckt, der die Aufmerksamkeit von Forschern auf sich zieht. Unter 16.000 vergessenen Kisten mit archäologischem Schutt fanden Wissenschaftler einen 20 Zentimeter langen Phallus, der sorgfältig aus Knochen geschnitzt wurde. Dieser Artefakt ist so selten in seiner Materialität, dass er sofort zur Hauptsensationsmeldung eines umfassenden Inventarisierungsprojekts von Funden wurde. Obwohl die Wissenschaftler bisher nur einen winzigen Teil des Archivs bearbeitet haben, wird dieser 'knochene Rarität' bereits als einer der bedeutendsten Funde in den Niederlanden der letzten Jahre bezeichnet.

Wie Arkeonews berichtet, lag dieser kolossale Fundus an Artefakten, der während der Ausgrabungen des vergangenen Jahrhunderts gesammelt wurde, jahrzehntelang ungenutzt in Lagerräumen. Erst nach einer Investition von 8 Millionen Euro aus der Provinz Gelderland kam Bewegung in die Sache. Fachleute schätzten, dass die vollständige Überprüfung des Inhalts aller Kisten mindestens sechs Jahre in Anspruch nehmen wird. Doch selbst die ersten 300 Kisten haben Ergebnisse geliefert, die von Archäologen als 'außergewöhnlich' bezeichnet werden. Diese Funde bieten eine detaillierte Mosaikdarstellung des Lebens an der nördlichen Grenze des Imperiums, die aufgrund von Ressourcenmangel für die Bearbeitung der Bestände verborgen blieb.

Der gefundene künstlerische Knochenphallus sticht unter Tausenden anderen antiken Amuletten hervor. In der römischen Welt war eine solche Symbolik alltäglich und trug keinen erotischen oder tabuisierten Unterton. Diese Gegenstände dienten als Schutz gegen das 'böse Auge', wurden am Eingang von Häusern aufgehängt oder als Amulette getragen. Üblicherweise wurden sie aus Bronze gegossen oder aus Stein gemeißelt. Der Fund aus Nijmegen beweist, dass römische Meister aktiv organische Materialien zur Schaffung sakraler Symbole verwendeten, was unser Verständnis der damaligen handwerklichen Logistik erheblich erweitert.

Zusätzlich zu dem künstlerischen Knochenamulett wurden auch Proben von hochwertigem Geschirr aus orange-roter Keramik aus dem Vergessen zurückgeholt. Einige Schalen sind mit komplexen Szenen von Rehen verziert, die durch den Wald rennen. Nicht weniger interessant ist der nahezu vollständige 'Becher mit Gesicht' – ein spezifischer Keramiktyp, der sich zusammen mit der römischen Armee in Europa verbreitete. In Grenzregionen wurden solche Gefäße häufig in Gräbern gefunden, wo sie wahrscheinlich dazu dienten, Unglück von den Verstorbenen abzuwenden.