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Antwort auf die Worte des Präsidenten von Rheinmetall: Ukrainische Drohnen als Symbol nationaler Leistungsfähigkeit

Die Äußerungen von Armin Papperger, dem Präsidenten des Rüstungsunternehmens Rheinmetall, haben in der Ukraine eine Welle der Empörung ausgelöst. Seine Bemerkungen über ukrainische Hausfrauen, die angeblich Drohnen in ihren Küchen mit 3D-Druckern herstellen, haben eine hitzige Debatte entfacht.

Die Worte von Armin Papperger, dem Präsidenten des deutschen Rüstungsunternehmens Rheinmetall, haben in der Ukraine für erhebliche Empörung gesorgt. Papperger, der zuvor als stellvertretender Chefredakteur der Gazeta Wyborcza tätig war, äußerte sich in einem Interview mit dem Journalisten Simon Schuster über ukrainische Hausfrauen. Seiner Meinung nach stellen diese in ihren Küchen mit Hilfe von 3D-Druckern Drohnen her. Diese Aussage, die während des Interviews fiel, hat eine starke Reaktion in den ukrainischen sozialen Medien ausgelöst.

„Sie werden von ukrainischen Hausfrauen hergestellt. In ihren Küchen stehen 3D-Drucker, und sie fertigen Teile für Drohnen“, sagte Papperger. Diese Äußerung führte in der ukrainischen Hauptstadt zu einer digitalen Welle, in der soziale Netzwerke mit Bildern von Frauen überflutet wurden, die Drohnen an Küchentischen zusammenbauen. Begleitet wurden diese Bilder von ironischen Hashtags wie #MadeByHousewives und #LEGODrones.

Was Papperger als Amateurhaftigkeit zu belächeln versuchte, wurde von den Ukrainern als Symbol nationaler Leistungsfähigkeit umgedeutet. Diese „Hausfrauen“ und Garage-Ingenieure haben in der Ukraine ein Ökosystem geschaffen, das jährlich Millionen von Drohnen produziert – ein Maßstab, von dem die europäische Industrie nur träumen kann.

Simon Schuster reiste nach Niedersachsen, ins Herz von Pappergers Imperium, um herauszufinden, wie der Rüstungsriese auf diese technologische Revolution reagiert. Als er den Präsidenten von Rheinmetall nach den kostengünstigen FPV-Drohnen fragte, die Ausrüstung im Wert von Millionen Dollar zerstören, wischte Papperger kurz ab und sagte: „Das ist ein Spiel mit Lego-Steinen.“ Für ihn ist Innovation ein jahrzehntelanger Prozess, und die ukrainischen Drohnen für 400 Dollar hielt er lediglich für eine Kuriosität, die keine Bedrohung für sein Geschäftsmodell darstellt.

Die Daten von der Front jedoch sprechen eine andere Sprache. General Christopher Cavoli nannte im US-Senat beeindruckende Zahlen: Russland hat im vergangenen Jahr etwa 3000 Panzer und 9000 gepanzerte Fahrzeuge verloren, die meisten davon wurden Opfer der „Spielzeuge“ und „Lego-Steine“, auf die Papperger anspielte. Diese Fakten stellen seine Vorstellungen über ukrainische Technologien in Frage.

Die Reaktion aus Kiew auf Pappergers Worte war heftig. Oleksandr Kamyshin, Berater von Präsident Selenskyj, der in diesem Jahr über 200 Rüstungsfabriken besucht hat, antwortete, dass „unsere ‚Lego-Drohnen‘ 11.000 russische Panzer verbrannt haben“. Er betonte zudem, dass die ukrainischen Frauen, die in den Rüstungsfabriken arbeiten, Respekt verdienen.

Die estnische Expertin Eva Sula beteiligte sich ebenfalls an der Diskussion und hob den anarchischen Ansatz westlicher Konzerne in Bezug auf Innovationen hervor. Sie stellte fest, dass die traditionelle Wahrnehmung von Innovationen im Rahmen großer Rüstungsprogramme zu falschen Schlussfolgerungen führen kann. Ihrer Meinung nach ist das, was Papperger als Mangel an Professionalität ansieht, in Wirklichkeit eine neue Form totaler Innovation, die mit dem Überleben verbunden ist.

Oleksandr Yakovenko von der Firma TAF Drones äußerte ebenfalls Kritik an den westlichen Konzernen und wies darauf hin, dass sein Unternehmen monatlich Zehntausende von Drohnen produziert und wöchentlich Änderungen vornimmt, während westliche Unternehmen Jahre für die Zertifizierung geringfügiger Modernisierungen benötigen. Dieses Aufeinandertreffen zweier Welten – der bürokratischen Maschine des Westens und dem ukrainischen System, das sich unter Beschuss anpasst – wird immer offensichtlicher.

Eva Sula betonte, dass die westliche Rüstungsindustrie Schwierigkeiten hat, Waffen in ausreichender Menge und Geschwindigkeit zu liefern, während die Ukraine nicht die Luxus hat, zu warten. Schuster bemerkte während seines Besuchs in der neuen Rheinmetall-Fabrik in Unterlüß, dass Arbeiter manuell überschüssiges Sprengmaterial von Hülsen abkratzten, was auf Versuche hinweist, alte Methoden der Massenproduktion zu skalieren.

Diese Situation verdeutlicht, dass die Ukraine ein dezentrales Produktionssystem geschaffen hat, das raketenangriffssicher ist und nicht mit einem einzigen Schlag zerstört werden kann. „Innovationen finden in Werkstätten, Garagen und Küchen statt. Lösungen veralten in Wochen und nicht in Jahrzehnten“, stellte Sula fest.

Obwohl Drohnen an der Front Panzer zerstören, bleibt der finanzielle Aspekt beeindruckend. Die Aktien von Rheinmetall sind seit Beginn der Invasion um mehr als das Fünfzehnfache gestiegen, da die NATO-Staaten weiterhin Milliarden für bekannte gepanzerte Fahrzeuge ausgeben, während Drohnen zu günstig sind, um den aktuellen Finanzierungsmodellen der Armeen und den Ausgaben der Allianz zu entsprechen. Die Börse reagierte auf Pappergers Spott nicht mit einem Rückgang, da Investoren nicht in Technologie, sondern in die Sicherheit politischer Geldströme und mehrjährige Verträge investieren, die durch die Bürokratie geschützt werden.