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Neue Verdachtsmomente im Fall der Veruntreuung von Gewerkschaftsgeldern: Urlaub in Bukowel, Kleidung und Alkohol

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft setzt ihre Ermittlungen zu einer umfangreichen Veruntreuung von Geldern aus Gewerkschaftsorganisationen fort, die mit einem Unternehmen der Gasbranche in Verbindung stehen.

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zu einer groß angelegten Veruntreuung von Mitteln aus Gewerkschaftsorganisationen, die mit einem Unternehmen der Gasbranche verbunden sind, weiter intensiviert. Laut Informationen von Ukrinform haben die Ermittler herausgefunden, dass zwischen 2022 und 2025 über 233 Millionen Hrywnja von den Konten des Unternehmens auf die Konten der vereinigten Gewerkschaftsorganisation überwiesen wurden.

Die genannten Gelder, die für soziale und arbeitsrechtliche Bedürfnisse der Mitarbeiter des Gastransportsystems vorgesehen waren, wurden tatsächlich für Waren und Dienstleistungen verwendet, die nicht den Bedingungen des Tarifvertrags entsprachen und nicht mit den Aktivitäten der Gewerkschaften in Verbindung standen. Unter den nicht zweckgebundenen Ausgaben fanden sich Kosten für Urlaube in Bukowel, die Bezahlung von Taufgeldern für Kinder, die Behandlung von Freunden, Firmenfeiern, Alkohol, Kleidung und andere private Ausgaben.

Die Ermittlungen ergaben, dass ein Element dieses Systems die absichtliche Umgehung von Beschaffungsverfahren war, die es ermöglichte, die tatsächlichen Ausgaben zu verschleiern und die erforderliche finanzielle Kontrolle faktisch zu umgehen. Zur Verteilung der Gelder und zur Verringerung der Kontrolle wurden kontrollierte primäre Gewerkschaftsorganisationen eingesetzt, was die Aufdeckung der Veruntreuung weiter erschwerte.

Im Verlauf der Ermittlungen stieg die Summe der festgestellten Schäden von 14,5 Millionen Hrywnja auf über 33 Millionen Hrywnja. Dies verdeutlicht die Schwere der Situation und das Ausmaß der Verstöße, die in den Aktivitäten der Gewerkschaftsorganisationen stattgefunden haben.

Die Strafverfolgungsbehörden haben zudem drei weiteren Personen den Verdacht mitgeteilt, darunter der Vorsitzende der vereinigten Gewerkschaftsorganisation, der von den Ermittlern als Organisator dieses Systems angesehen wird. Ihm wurde der Verdacht der Organisation der Veruntreuung fremden Eigentums, begangen durch eine organisierte Gruppe in besonders großem Umfang, gemäß den Artikeln 27, 28 und 191 des Strafgesetzbuchs der Ukraine mitgeteilt.

Darüber hinaus wurden fünf weiteren Mitgliedern der organisierten Gruppe ebenfalls Verdachtsmomente wegen der Veruntreuung fremden Eigentums, begangen in der Zusammensetzung einer organisierten Gruppe, ebenfalls in besonders großem Umfang, gemäß den Artikeln 27, 28 und 191 des StGB mitgeteilt. Dies deutet darauf hin, dass das System gut organisiert war und mehrere Personen umfasste, die gemeinsam handelten.

Drei Verdächtigen, denen zuvor bereits Verdachtsmomente mitgeteilt wurden, wurde die Anklage geändert, indem ihnen die Begehung des Verbrechens in der Zusammensetzung einer organisierten Gruppe zur Last gelegt wurde. Dies weist darauf hin, dass die Strafverfolgungsbehörden weiterhin aktiv an dem Fall arbeiten und versuchen, alle Details und Beteiligten dieses Verbrechens zu ermitteln.

Die Voruntersuchung dauert an, und die Strafverfolgungsbehörden setzen ihre Bemühungen fort, den vollständigen Kreis der beteiligten Personen und die endgültige Höhe des entstandenen Schadens festzustellen. Wie Ukrinform berichtete, wurden im Dezember 2025 drei Vorsitzende von Gewerkschaftsorganisationen aus den Regionen Lwiw, Transkarpatien und Iwano-Frankiwsk eines Unternehmens der Gasindustrie wegen der Veruntreuung von über 14,5 Millionen Hrywnja für Urlaube, Taufen und Alkohol verdächtigt.

Dieser Fall hat in der Gesellschaft erhebliches Aufsehen erregt, da er die Bedeutung von Transparenz und Rechenschaftspflicht in den Aktivitäten von Gewerkschaftsorganisationen unterstreicht, die die Interessen der Arbeitnehmer schützen sollten, anstatt Gelder für persönliche Zwecke zu verwenden.