Entdeckung in Thailand: Frau aus der Bronzezeit konsumierte psychoaktive Stimulanzien
Eine neue Studie hat ergeben, dass eine junge Frau aus der Bronzezeit in der Region des heutigen Zentral-Thailand vor 4000 Jahren regelmäßig psychoaktive Stimulanzien konsumierte, deren chemische Spuren in ihrem Zahnstein erhalten geblieben sind.
Vor etwa 4000 Jahren lebte in der Region des heutigen Zentral-Thailand eine junge Frau aus einer Bronzezeitsgemeinschaft, die regelmäßig psychoaktive Stimulanzien konsumierte. Diese Entdeckung wurde durch eine Studie ermöglicht, die von einem Team von Wissenschaftlern unter der Leitung von Piyawit Munkham von der Universität Chiang Mai durchgeführt wurde. Die Forscher analysierten den mineralisierten Zahnbelag (Calculus) von Skeletten aus dem Nekropol von Nong Ratchawat.
In den Molaren einer der untersuchten Frauen wurden Arekolin und Arekaidin gefunden, zwei Schlüsselalkaloide des Betel-Nuss, die für einen Zustand der Wachsamkeit und leichten Euphorie verantwortlich sind. Diese Entdeckung legt nahe, dass der Konsum psychoaktiver Substanzen Teil des Lebens der Menschen in der Bronzezeit in dieser Region war.
Die technische Grundlage dieser Entdeckung beruht auf der Verwendung von Zahnstein als hermetischem mikroskopischen Archiv. Da dieser Zahnbelag während des Lebens einer Person direkt im Mund verhärtet, versiegelt er nicht nur Nahrungsreste, sondern auch Metaboliten pflanzlicher Verbindungen. Um die Methode zu verifizieren, reproduzierten die Wissenschaftler das "chemische Abbild" des Betel in einem Labor, indem sie Arekanüsse, gelöschten Kalk, Tabak und menschlichen Speichel mischten. Das Ergebnis stimmte perfekt mit den Proben überein, die von den Zähnen der Frau aus Grab Nr. 11 entnommen wurden.
Shannon Tushingham von der California Academy of Sciences, eine der Autorinnen der Studie, betont, dass dieser Ansatz es ermöglicht, "das Unsichtbare sichtbar zu machen", indem ein Objekt, das normalerweise nur von Zahnärzten abgeschabt wird, in eine vollwertige historische Quelle verwandelt wird. Interessanterweise hatten die Zähne dieser Frau nicht die charakteristische rot-schwarze Färbung, die moderne Betel-Konsumenten aufweisen, und in ihrem Grab wurden keine typischen Werkzeuge zum Zermahlen der Nüsse gefunden. Dies deutet darauf hin, dass die Methoden zur Zubereitung und zum Konsum von Stimulanzien vor 4000 Jahren erheblich von den heutigen Traditionen abweichen könnten.
Trotz der Sensation, die diese Entdeckung ausgelöst hat, ruft ein Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Vorsicht bei der Interpretation auf. Die Archäobotanikerin Cristina Castillo vom University College London betont, dass Alkaloide wie Arekolin in vielen Arten von Palmen der Familie Areca vorkommen. Daher sei es verfrüht, die Entdeckung ausschließlich mit dem klassischen Betel-Nuss zu verbinden, da keine makroskopischen Pflanzenreste vorhanden sind.
Darüber hinaus gibt die Entdeckung der Verbindung nur bei einer von sechs getesteten Personen bisher keinen Anlass zu der Annahme, dass der Konsum von Stimulanzien eine weit verbreitete Norm für die gesamte Bronzezeitkultur war. Diese Entdeckung eröffnet zweifellos neue Horizonte für das Verständnis der sozialen und kulturellen Praktiken der Menschen dieser Zeit, erfordert jedoch weitere Forschungen zur Bestätigung dieser Hypothesen.