Ukrainische Bücher in Brüssel: Was auf einer der wichtigsten Buchmessen Europas gezeigt wurde
Ende März 2023 nahm die Ukraine zum zweiten Mal an der jährlichen französischsprachigen Buchmesse 'Foire du Livre de Bruxelles' in Belgien teil. Dieser Anlass stellte einen bedeutenden Rahmen für die Präsentation ukrainischer Bücher, Übersetzungen und literarischer Initiativen dar.
Ende März 2023 nahm die Ukraine zum zweiten Mal an der jährlichen französischsprachigen Buchmesse 'Foire du Livre de Bruxelles' in Belgien teil. Dieser Anlass, so der Ukrainische Institut für Buchwesen, wurde zu einer wichtigen Plattform für die Präsentation ukrainischer Bücher, Übersetzungen und literarischer Initiativen. Die Messe zog zahlreiche Verlage, Autoren und Literaturbegeisterte aus ganz Europa an und bot die Möglichkeit, die ukrainische Literatur einem breiteren Publikum vorzustellen.
Die stellvertretende Direktorin des Ukrainischen Instituts für Buchwesen für internationale Zusammenarbeit, Olena Odynoka, betonte, dass 'die Brüsseler Buchmesse ein wichtiger Raum für Zusammenarbeit und Dialog ist, in dem die ukrainische Stimme näher und verständlicher für das europäische Publikum klingt'. In diesem Jahr trat die Ukraine im Rahmen eines kollektiven Standes des Netzwerks europäischer Kulturinstitute 'EUNIC' auf, was die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen europäischen Kulturen weiter stärkte.
Im Rahmen der Buchmesse wurde zusammen mit der Botschaft der Ukraine in Belgien, der Europäischen Verlegervereinigung, 'EUNIC' und der Vereinigung der Ukrainerinnen in Belgien eine Veranstaltung für ukrainische Kinder und deren Eltern organisiert. Das Programm umfasste Lesungen von Geschichten ukrainischer Schriftstellerinnen, an denen auch der Botschafter der Ukraine in Belgien, Jaroslav Melnyk, teilnahm. Diese Veranstaltung stellte ein wichtiges Element der kulturellen Diplomatie dar, da sie es Kindern und ihren Familien ermöglichte, sich näher mit der ukrainischen Literatur vertraut zu machen.
Nach Abschluss der Veranstaltung überreichte der europäische Kommissar für intergenerationale Gerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport, Glenn Micallef, den Kindern Bücher, darunter 'The Eh-Eh-Adventures of Excavator Eka' von Victoria Amelina. Im Gegenzug überreichte die ukrainische Delegation dem Kommissar das Buch 'De-occupied' von Bohdan Lohvynenko, was die Bedeutung der ukrainischen Literatur auf der internationalen Bühne unterstrich.
Am 27. März fand separat am Standort 'Place à l’Europe' eine öffentliche Diskussion mit dem Titel 'Traduire le présent, défier le futur' ('Die Gegenwart übersetzen, die Zukunft herausfordern') statt. An dieser Diskussion nahmen der ukrainische Schriftsteller und Veteran Pavlo Matiusha sowie die georgische Journalistin und Schriftstellerin Tea Topuria teil. Der Kurator der Programme und internationalen Projekte der Literaturplattform 'Frontera', Mykyta Moskaliuk, moderierte das Gespräch.
Pavlo Matiusha stellte fest: 'Es ist grundlegend, dass die Ukraine auf internationalen Buchveranstaltungen präsent ist und über unseren Krieg zu den lokalen Publikums spricht.' Er betonte, dass die Teilnahme an solchen Veranstaltungen nicht nur wichtig ist, um die ukrainische Kultur zu präsentieren, sondern auch, um ukrainische Bücher die Möglichkeit zu geben, in den Regalen europäischer Buchhandlungen zu erscheinen.
'Heute müssen wir diese Richtung weiterentwickeln, die Übersetzer unterstützen und ukrainischen Autoren helfen, in den Regalen europäischer Städte präsent zu sein', unterstrich er und wies auf die Notwendigkeit hin, die Arbeit in diesem Bereich zu intensivieren.
Auf der Buchmesse wurden französischsprachige Übersetzungen von Werken ukrainischer Autoren wie Victoria Amelina, Maksym Kryvtsov, Pavlo Matiusha, Artur Dron, Artem Chapay, Serhiy Zhadan, Serhiy Plokhiy, Maria Matios, Yuriy Andrukhovych und Taras Shevchenko präsentiert. Mykyta Moskaliuk bemerkte, dass 'die Teilnahme an der Brüsseler Buchmesse aufgezeigt hat, wie viel Arbeit wir noch vor uns haben'. Er stellte fest, dass an einigen Ständen die Bücher ukrainischer Autoren immer noch neben den Ausgaben des Aggressorlandes standen, jedoch die Ukraine zunehmend in den europäischen Kulturraum wahrgenommen und gehört wird.
Neben den öffentlichen Veranstaltungen führten Vertreter der Literaturplattform 'Frontera' Treffen mit europäischen Verlegern durch, bei denen Fragen zu Übersetzungen ukrainischer Literatur und zur Teilnahme am Förderprogramm 'Translate Ukraine' erörtert wurden. Zu den Mitorganisatoren der ukrainischen Teilnahme an der Messe gehörten 'EUNIC', der Literaturpreis der Europäischen Union, die Botschaft der Ukraine im Königreich Belgien, das Ministerium für Kultur der Ukraine, das Ukrainische Institut für Buchwesen, das Polnische Institut in Brüssel, die Literaturplattform 'Frontera' und die Plattform 'Algorithmus der Aktionen'.