Kyiv Post

Ukraine zerstört 'Slavyanin', letzten Militärfähre Russlands in der Kertschstraße

Das Hauptnachrichtendienstamt des Verteidigungsministeriums der Ukraine hat bestätigt, dass seine Spezialkräfte in der Nacht von Sonntag auf Montag die 'Slavyanin' zerstört haben, die letzte Eisenbahnfähre Russlands in der Kertschstraße.

Das Hauptnachrichtendienstamt der Ukraine (HUR) hat am Mittwoch über seinen Telegram-Kanal berichtet, dass die 'Slavyanin' Teil der sogenannten Kertsch-Fährverbindung war, die russische Truppen in das besetzte Krimgebiet transportierte. Dieses Schiff war nicht nur für den Transport von Soldaten zuständig, sondern auch für die Lieferung von Treibstoffen, Schmierstoffen, Waffen, Munition und militärischer Ausrüstung auf die Halbinsel.

Der Angriff auf die 'Slavyanin' fand am Morgen des 6. April statt. Laut HUR wurden die Spezialisten des Aktionsabteilung des Dienstes mit Hilfe von Drohnen eingesetzt, um das Schiff zu neutralisieren. Dies war nicht der erste Angriff auf dieses Schiff, da die 'Slavyanin' bereits im März dieses Jahres während einer anderen Operation beschädigt wurde, aber dennoch seetüchtig blieb.

Zusätzlich berichteten die ukrainischen Marinekräfte, dass sie am 23. Juli 2024, in Zusammenarbeit mit anderen Einheiten der ukrainischen Armee, die Fähre im russischen Hafen von Kaukasus trafen, wo sie mehrere direkte Treffer erhielt. Diese Angriffe zeigen die anhaltenden Bemühungen der Ukraine, die militärischen Nachschublinien Russlands zu unterbrechen.

Am Montag, dem 6. April, gab der Generalstab der Ukraine außerdem die Zerstörung eines amphibischen Anti-U-Boot-Flugzeugs vom Typ Be-12 im Gebiet von Katschia auf der Krim bekannt. Die genauen Ausmaße der Schäden werden derzeit noch ermittelt.

In der Nacht zum Mittwoch führten ukrainische Drohnen einen Angriff auf einen Ölraffinerieterminal in der Stadt Feodosia, die sich ebenfalls im besetzten Krimgebiet befindet, durch. Videoaufnahmen und Berichte von Augenzeugen, die von dem russischen Telegram-Kanal Astra analysiert wurden, deuteten auf einen Brand an der Anlage 'Maritimer Ölraffinerieterminal' nach dem Angriff hin.

Der Kommandeur der ukrainischen Drohneneinheiten, Robert Brovdi, erklärte, dass Kiew den Ölraffinerieterminal im Rahmen einer koordinierten Operation ins Visier genommen hat. Seinen Angaben zufolge traf der Angriff die Infrastruktur zur Lagerung von Treibstoffen an der Anlage, was die logistische Kapazität Russlands in der Region erheblich beeinträchtigen könnte.

Die Partisanengruppe 'Atesh' berichtete, dass ihre Agenten eine Vorerkundung des Objekts durchgeführt und die Daten zur Zielanvisierung an die ukrainischen Streitkräfte weitergegeben haben. Die Gruppe beschrieb den Terminal als einen Schlüsselpunkt für die Treibstoffversorgung Russlands, was die Bedeutung dieser Operation unterstreicht.

Diese Angriffe sind Teil einer umfassenderen Strategie der Ukraine, die militärische Präsenz Russlands in der Region zu schwächen und die Versorgungswege der Besatzungstruppen zu stören. Die anhaltenden militärischen Aktivitäten und die Zerstörung kritischer Infrastruktur zeigen, dass die Ukraine entschlossen ist, ihre Souveränität und territoriale Integrität zu verteidigen.