Ukrainische Militärexpertise im Export: Selenskyj berichtet über Zusammenarbeit mit Ländern im Nahen Osten im Verteidigungsbereich
Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hat kürzlich bekannt gegeben, dass ukrainische Expertenteams aktiv in Ländern des Nahen Ostens und des Persischen Golfs tätig sind, um Verteidigungssysteme zu bewerten und langfristige militärische Kooperationen aufzubauen.
Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hat in einer kürzlich abgehaltenen geschlossenen Sitzung mit Journalisten am 2. April 2023 Informationen über die aktive Rolle ukrainischer Expertenteams im Nahen Osten und im Persischen Golf preisgegeben. Diese Teams sind damit beschäftigt, die Verteidigungssysteme in verschiedenen Ländern zu bewerten, Regierungen zu beraten und die Grundlagen für eine langfristige militärische Zusammenarbeit zu legen. Diese Initiative ist Teil eines strategischen Plans der Ukraine, ihre militärischen Kenntnisse und Erfahrungen, die während des Krieges mit Russland gesammelt wurden, zu exportieren.
Selenskyj erklärte, dass ukrainische Teams bereits in mehreren Ländern vor Ort sind, um die Verteidigungszustände zu analysieren. "Unsere Expertengruppen sind dort, um zu analysieren, was in dem jeweiligen Land passiert – auf welchem Niveau sich deren Verteidigung befindet, welche Änderungen notwendig sind und was sie stärken könnte," sagte er. Diese Analyse ist entscheidend, um die spezifischen Bedürfnisse und Prioritäten der Partnerländer zu verstehen.
Der Präsident betonte, dass dieser Prozess in eine zweite Phase übergegangen ist, in der die Partnerländer ihre Anforderungen klar definieren. "Wir sagen: 'Es muss ein System geben, diese Objekte müssen geschützt werden.' Sie antworten: 'Unsere Prioritäten sind folgende.' Wir erläutern ihnen: 'Nach diesem Punkt werden sie dies, das und jenes angreifen. Lassen Sie uns also diese Objekte schützen. Physisch schützen, da die Luftverteidigung nicht ausreichen wird,'" erklärte Selenskyj weiter.
Er hob hervor, dass die Arbeit über die Luftverteidigung hinausgeht und auch Logistik, den Schutz kritischer Infrastruktur sowie eine umfassendere Sicherheitsplanung umfasst. "Es gibt einen Plan. Wir sprechen von systematischer Arbeit, weshalb wir eine zehnjährige Zusammenarbeit vereinbart haben. In dieser Zusammenarbeit besprechen wir die finanziellen Mittel, die wir benötigen und die sie bereit sind zu zahlen," fügte er hinzu.
Selenskyj wies auch darauf hin, dass die nächste Phase Schulungen umfassen wird, die in zwei Formaten stattfinden können: die Ausbildung von Personal aus Partnerländern in der Ukraine sowie die spätere Einrichtung lokaler Trainingsbasen. "Sie werden zu uns kommen, um zu lernen. Irgendwann werden die Menschen in den Partnerländern eine eigene Basis haben wollen. Sie sprechen darüber, und das ist in Ordnung," sagte der Präsident.
Darüber hinaus könnten ukrainische Ausbilder ins Ausland entsandt werden, abhängig von den Bedürfnissen der Partner. Diese Zusammenarbeit eröffnet neue Möglichkeiten für die Ukraine, nicht nur im militärischen Bereich, sondern auch zur Stärkung internationaler Beziehungen und Partnerschaften im Sicherheitssektor.
Angesichts der aktuellen Situation in der Ukraine und der wachsenden Bedrohung durch Russland ist eine solche internationale Zusammenarbeit ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit sowohl der Ukraine als auch ihrer Partner in der Region. Dies zeigt, dass die Ukraine nicht nur ihr eigenes Territorium verteidigt, sondern auch aktiv ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen Ländern teilt, die Unterstützung beim Aufbau ihrer Sicherheitssysteme benötigen.