In der Bibliothek von Witriwka lernen Frauen, auf Ukrainisch zu fluchen
In der Witriwka-Bibliothek in der Dnipropetrowsk-Region fand kürzlich ein ungewöhnliches Event statt, bei dem Frauen lernten, auf Ukrainisch zu fluchen. Diese Initiative stieß auf reges Interesse unter den einheimischen Frauen, die ihre Sprachkenntnisse, insbesondere im Umgang mit der derben Sprache, verbessern wollten.
In der Witriwka-Bibliothek, die sich in einer der Gemeinden der Dnipropetrowsk-Region befindet, fand vor kurzem ein außergewöhnliches Event statt – ein Gesprächsclub, in dem Frauen lernten, auf Ukrainisch zu fluchen. Diese Initiative erregte großes Interesse unter den lokalen Bewohnerinnen, die bestrebt waren, ihre Kenntnisse der Muttersprache zu verbessern, insbesondere im Hinblick auf die Verwendung von Schimpfwörtern.
Das lokale Medium "Neue Horizonte" berichtete über die Veranstaltung. Im Rahmen des Events lernten die Teilnehmerinnen, gängige in der ukrainischen Umgangssprache verwendete Wörter, die aus anderen Sprachen entlehnt sind, durch ukrainische Ausdrücke zu ersetzen. Dazu gehören Begriffe wie "tipa", "kapets", "blin" und andere. Diese Wörter, so die Organisatoren, sind bei der Jugend populär geworden, jedoch ruft ihr Ursprung Besorgnis bei jenen hervor, die die Reinheit der ukrainischen Sprache bewahren möchten.
"Viele Menschen, insbesondere unter den Jugendlichen, verwenden im Alltag Entlehnungen aus anderen Sprachen, zum Beispiel den Ausruf 'blin', der aus dem Russischen stammt. Dieses Wort wird als emotionaler Ausruf verwendet – zur Überraschung, Verärgerung oder Enttäuschung. Zum Beispiel: 'Blin, ich habe die Schlüssel zu Hause vergessen!'", zitiert das Medium die Organisatorin der Veranstaltung und Bibliothekarin der Witriwka-Bibliothek, Alla Jeremenko.
Im Rahmen des Clubs hatten die Teilnehmerinnen auch die Möglichkeit, in die ukrainische Kultur durch Literatur einzutauchen. Sie präsentierten einen Auszug aus der ukrainischen Klassik – den berühmten Dialog zwischen "Baba Paraska und Baba Palazhka", der zum Symbol des ukrainischen Dorfes und seiner Farbigkeit geworden ist. Dieser Ausschnitt half den Frauen zu verstehen, wie man Schimpfwörter im Kontext der ukrainischen Sprache verwenden kann, ohne die Grenze zur Beleidigung zu überschreiten.
"Unsere Vorfahren wussten, wie man Schimpfwörter verwendet. Diese Ausdrücke können nicht beleidigend, sondern sogar lustig klingen. Sie haben nichts mit dem russischen Fluchen zu tun", betonten andere Teilnehmerinnen und hoben die Bedeutung des kulturellen Kontexts bei der Verwendung von derber Sprache hervor.
Die Frauen, die am Club teilnahmen, sind der Meinung, dass ukrainische Schimpfwörter Teil des kulturellen Erbes des Volkes sind. Sie betonen, dass es besser sei, überhaupt keine Schimpfwörter zu verwenden, aber wenn es notwendig ist, sollte man dies in schöner ukrainischer Sprache tun. Dies zeugt von einem tiefen Verständnis der Sprache und Kultur sowie dem Wunsch, die Authentizität des ukrainischen Wortes zu bewahren.
Somit wurde der Gesprächsclub in der Witriwka-Bibliothek nicht nur zu einem Ort des Lernens, sondern auch zu einer Plattform für die Diskussion wichtiger Aspekte der sprachlichen Identität und des kulturellen Erbes. Diese Initiative könnte ein Beispiel für andere Gemeinden sein, die bestrebt sind, die ukrainische Sprache unter der Jugend zu bewahren und zu fördern.