In der Schweiz wurde eine 4800 Jahre alte Neolithische Axt entdeckt
Bei Baggerarbeiten im Hafen von Steckborn am Bodensee haben Archäologen ein außergewöhnliches Artefakt aus dem späten Neolithikum entdeckt: eine vollständig erhaltene Axt, die auf ein Alter von 4800 Jahren geschätzt wird. Diese Entdeckung bietet neue Einblicke in die Technologien und Lebensweisen der Menschen jener Zeit.
Im Rahmen von Baggerarbeiten, die im Hafen von Steckborn am Bodensee durchgeführt wurden, entdeckten Archäologen einen der seltensten Werkzeuge des späten Neolithikums – eine voll funktionsfähige Axt, die auf ein Alter von 4800 Jahren geschätzt wird. Diese bedeutende Entdeckung stellt einen wichtigen Fortschritt für die Forschung dar, da sie neue Daten über die Technologien und den Alltag der Menschen dieser Epoche liefert.
Während der Unterwasserarchäologie stieß ein Team von tauchenden Archäologen auf dieses Artefakt in situ, also an seinem ursprünglichen Fundort, unter einer Schicht aus Seemergel und schlammigem Sediment. Besonders bemerkenswert ist, dass die Abwesenheit von Sauerstoff im überfluteten Umfeld des Bodensees es den Holzelementen der Axt ermöglichte, bis in die heutige Zeit nahezu im Originalzustand erhalten zu bleiben. Dies ist ein seltenes Phänomen bei archäologischen Funden dieses Alters.
Die technische Ausführung des Artefakts beeindruckt durch ihre Komplexität und die hohe Handwerkskunst. Der Axtstiel wurde aus Eschenholz (Fraxinus) gefertigt, einem idealen Material zur Dämpfung von Vibrationen beim Schlag. Die Klinge hingegen besteht aus robustem Praxinit, was das hohe technologische Wissen der Menschen jener Zeit unterstreicht. Geochemische Analysen ergaben, dass das Material für die Klinge aus lokalen Gletschermoränen entnommen wurde und nicht aus den Hochlagen der Alpen transportiert wurde. Dies zeugt von einem tiefen Verständnis der lokalen Geologie und einem rationalen Ansatz zur Logistik, der für die Menschen vor 5000 Jahren charakteristisch war.
Nach der Entdeckung des Artefakts durchlief es einen Prozess der forcierte Stabilisierung in den Laboren des Kantons Thurgau. Dieser Prozess war notwendig, um die Feuchtigkeit aus den Holzfasern zu entfernen, ohne deren Form zu deformieren, was zu einem Verlust des Wertes des Fundes führen könnte. Wichtig ist, dass das Artefakt im März 2026 offiziell Teil der Ausstellung im Archäologischen Museum in Frauenfeld wird, was einer breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit gibt, dieses einzigartige Kunstwerk kennenzulernen.
Diese Entdeckung schließt faktisch eine Lücke im Verständnis der Mechanik der Holzernte und des Baus alpiner Pfahlbauten im III. Jahrtausend v. Chr. Sie eröffnet neue Perspektiven für die Erforschung des Alltags und der Technologien unserer Vorfahren und unterstreicht die Bedeutung archäologischer Forschungen für die Bewahrung des historischen Gedächtnisses.