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Zwei Weltpremieren zeitgenössischer ukrainischer Symphonien im Lwiwer Orgelsaal

Im Lwiwer Orgelsaal findet ein bedeutendes kulturelles Ereignis statt, das die Aufmerksamkeit von Liebhabern klassischer Musik auf sich ziehen wird. Der Lugansker Philharmonische Orchester unter der Leitung von Ivan Ostapovych wird zwei Weltpremieren zeitgenössischer ukrainischer Komponisten aufführen.

Im Lwiwer Orgelsaal steht eine bedeutende kulturelle Veranstaltung bevor, die das Interesse von Klassikliebhabern wecken wird. Laut einer Mitteilung des Ministeriums für Kultur der Ukraine wird das Lugansker Philharmonische Orchester unter der Leitung von Ivan Ostapovych zwei Weltpremieren von Symphonien zeitgenössischer ukrainischer Komponisten, Pavensky und Stronko, aufführen. Diese Werke, die auf Bestellung des Orgelsaals geschrieben wurden, sind eine Art Reflexion über die Gegenwart, die in symphonischem Maßstab verkörpert wird.

Der Kiewer Komponist und Musikwissenschaftler Stronko, der die zeitlichen Manifestationen in der Musik auf der Grundlage der Philosophie von Heidegger erforscht, wird seine Fünfte Symphonie mit dem Untertitel „Vier Pfade“ vorstellen. Diese Symphonie ist eine Betrachtung des Menschen, der an einem Scheideweg steht, und untersucht den Zustand der Persönlichkeit und der Gesellschaft in Zeiten der Ungewissheit. Im Kontext des Krieges wird dieses Gefühl der Ungewissheit bis an die Grenzen verstärkt und wirft die Frage auf: Wohin soll man als Nächstes gehen?

Die Struktur der Symphonie besteht aus vier Sätzen: „Pfad der Betrachtung“, „Pfad des Handelns“, „Pfad nach Hause“ und „Pfad zum Horizont“. Diese Sätze schaffen eine tiefgründige musikalische Erzählung, die verschiedene Aspekte menschlicher Erfahrung widerspiegelt. Ein wichtiges Element des Werkes ist der „reine Zeitablauf“, der in den Klängen des Xylophons und der Glocken verkörpert wird und an die Zerbrechlichkeit der Welt erinnert, in der das Schicksal des Einzelnen und des gesamten Landes jederzeit auf der Kippe steht.

Die zweite Symphonie wird von dem Vertreter der Lwiwer Komponistenschule Pavensky präsentiert, der sein Werk den Verteidigern gewidmet hat, die ihr Leben für die Ukraine gegeben haben. Die Symphonie trägt den Titel: „Erinnerungen… Ich werde zurückkehren, liebe Mama, aus dem Krieg, ich werde zurückkehren, um zu leben“. Die Arbeit an diesem Werk dauerte zweieinhalb Jahre und hat die Erfahrungen der großangelegten Invasion festgehalten. Das Konzept des „Familienfilms“ bildete die Grundlage für die Symphonie: Die Teile des Werkes sind Szenen von Erinnerungen, die nicht chronologisch entstehen. Helle Kindheitsthemen verwandeln sich im Laufe der Zeit in ein unheilvolles Scherzo, das das Eingreifen des Krieges in den privaten Raum des Menschen symbolisiert.

Diese Veranstaltung ist Teil des Projekts Ukrainian Live Classic und eine Fortsetzung der Strategie des Lwiwer Orgelsaals, die darauf abzielt, neue Musik von zeitgenössischen ukrainischen Autoren zu beauftragen. Dank dieser Initiative wurden seit 2019 Werke von Komponisten wie Zoltan Almasi, Oleg Bezborodko, Bohdana Folyak, Oleksandr Rodin, Dmytro Malyi, Serhiy Pilyutikov, Serhiy Leontiev, Maria Slepchenko, Volodymyr Bohatyrjov, Oleksandr Saratsky und vielen anderen geschaffen.

Darüber hinaus fand kürzlich in der Hauptstadt der Tschechischen Republik, organisiert von der Botschaft der Ukraine, ein besonderer Auftritt des weltweit bekannten Kiewer Kinderchores „Shchedryk“ statt. Die jungen Künstler präsentierten ein Programm, das Meisterwerke ukrainischer und europäischer Komponisten vereinte und den Reichtum der ukrainischen Musikkultur auf internationaler Ebene demonstrierte.

Wir laden alle Liebhaber klassischer Musik ein, an diesem wichtigen kulturellen Ereignis teilzunehmen, bei dem die zeitgenössische ukrainische Musik ihren Platz in der Geschichte finden wird.