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In der Krim haben die Besatzer seit 2015 über 120 Immobilien 'privatisiert'

Seit der Besetzung der Krim durch Russland im Jahr 2014 findet eine systematische Enteignung staatlichen Eigentums statt, die als 'Privatisierung' bezeichnet wird. Laut dem Büro des Präsidenten in der Autonomen Republik Krim haben die Besatzer zwischen 2015 und 2025 über 120 Immobilien 'privatisiert', deren Gesamtwert auf über 26,4 Milliarden Rubel geschätzt wird.

In der Krim, seit ihrer Besetzung durch Russland, wird systematisch staatliches Eigentum enteignet, was als 'Privatisierung' bezeichnet wird. Laut Informationen des Büros des Präsidenten in der Autonomen Republik Krim, die dem Nachrichtenagentur Ukrinform übermittelt wurden, haben die Besatzer von 2015 bis 2025 mehr als 120 Immobilien 'privatisiert', was einem geschätzten Wert von über 26,4 Milliarden Rubel entspricht.

Die russische Besetzung der Krim geht mit einer raubtierhaften Praxis einher, zu der auch die sogenannte Privatisierung gehört. Dies bedeutet die Enteignung staatlichen Eigentums zugunsten juristischer und natürlicher Personen. Die Besatzer haben diese Politik durch jährliche 'Prognosepläne zur Privatisierung' umgesetzt, die von den unter russischer Kontrolle stehenden Behörden genehmigt wurden.

Um den Umfang der 'Privatisierung' zu erweitern, wandte die russische Regierung ein bundesweit geltendes Gesetz an, das es kleinen und mittleren Unternehmen ermöglicht, gepachtete Immobilien ohne Ausschreibungen und öffentliche Ausschreibungen zu erwerben. Dies führte zu einer Zunahme der Transaktionen, die zwischen 2015 und 2019 stattfanden, als die 'Privatisierung' an Dynamik gewann. Zunächst handelte es sich um Einzelfälle mit kleinen Immobilien, doch im Laufe der Zeit entwickelte sich dies zu milliardenschweren Verkäufen strategischer Unternehmen.

Die erste Phase der 'Privatisierung' umfasste überwiegend unvollendete Bauprojekte und Nichtwohngebäude in Städten wie Simferopol, Jalta und Jevpatorija. Ein Beispiel ist die 'Privatisierung' des Schaumweinfabrik 'Neues Licht' in Sudak im Jahr 2017. Dieses Unternehmen, das 1878 von Fürst Golizyn gegründet wurde, ist ein Objekt des kulturellen Erbes von nationaler Bedeutung und bekannt für seine einzigartigen unterirdischen Galerien und Weinberge.

Darüber hinaus fielen auch Sanatorien wie 'Ai-Petri' in der Nähe von Aluschta, Tourismuszentren und Nichtwohngebäude unter die 'Privatisierung'. Der Gesamtumsatz der Besatzer aus der 'Privatisierung' in der ersten Phase betrug etwa 6,88 Milliarden Rubel, was fast 3,8 Milliarden Hrywnja entspricht.

Im Zeitraum von 2020 bis 2025 traten neue Mechanismen der Enteignung in Kraft. Neben traditionellen Auktionen wurde aktiv das Schema genutzt, Vermögenswerte in die 'Stammkapitalien' von unter der Besatzung stehenden Aktiengesellschaften einzubringen. Dies verwandelte faktisch das staatliche Eigentum der Ukraine in private Vermögenswerte von Strukturen, die Russland unterstellt sind, und ignorierte sogar formale Handelsverfahren.

Im Jahr 2020 fand der größte Privatisierungsdeal während der Besetzung der Krim statt – der vollständige Verkauf des Weinguts 'Massandra' für über 5,3 Milliarden Rubel, was mehr als 2,9 Milliarden Hrywnja entspricht. Dies zeigt, dass der Prozess der 'Privatisierung' trotz internationaler Normen weiterhin an Fahrt gewinnt.

Es ist erwähnenswert, dass Sewastopol separat von der sogenannten Republik Krim agiert und eine eigene Besatzungsverwaltung sowie einen von Moskau ernannten 'Gouverneur' hat. Der bedeutendste Deal in der Sewastopoler 'Privatisierung' war die Veräußering des Inkerman-Weinguts im Jahr 2023. Dieses 1961 gegründete Werk ist eines der größten in der Krim und einer der führenden Weinproduzenten in der Ukraine.

Das Büro des Präsidenten in der Autonomen Republik Krim betonte, dass die illegale Privatisierung in der Krim bereits seit über 10 Jahren andauert und einen systematischen, zielgerichteten Charakter hat. Die Mittel, die aus diesem Prozess gewonnen werden, fließen nicht in die Verbesserung des Lebens der Einheimischen, sondern werden teilweise zur Deckung des 'Defizits' im Haushalt der Besatzungsstrukturen verwendet. So wird die Besetzung zu einem Mechanismus der Bereicherung auf Kosten der Ausbeutung ukrainischer Gebiete.

Darüber hinaus ist die gesamte oben beschriebene Tätigkeit aus der Sicht des internationalen Rechts illegal. Artikel 55 des Haager Abkommens von 1907 verbietet es dem besetzenden Staat ausdrücklich, über öffentliches Eigentum des besetzten Gebiets wie über eigenes Eigentum zu verfügen. Die Besatzungsbehörden dürfen dieses Eigentum lediglich vorübergehend verwalten, wobei das Eigentumsrecht zu beachten ist.

Das Büro betonte auch, dass die Ukraine keine der Vereinbarungen anerkennt, die im Rahmen dieser illegalen 'Privatisierung' getroffen wurden, und dass alle enteigneten Objekte de jure im Besitz der Autonomen Republik Krim, der Stadt Sewastopol, des ukrainischen Volkes oder ukrainischer Staatsbürger bleiben.

Abschließend berichtete Ukrinform zuvor, dass, laut dem Advocacy-Experten von KrimSOS, Artem Oliynyk, die 'Nationalisierung' von Eigentum ein Druckmittel gegen unloyale Einwohner der Krim ist. Dies zeigt, dass die Besatzungsbehörden verschiedene Methoden einsetzen, um die Kontrolle über die lokale Bevölkerung und Ressourcen zu behalten.