Kyiv Post

Schweden hat drittes Schiff aus dem 'Schattenflotte' festgenommen

Am 3. April 2026 hat die schwedische Küstenwache in Zusammenarbeit mit der schwedischen Polizei ein unter EU-Sanktionen stehendes Schiff festgenommen, das verdächtigt wird, Ölverschmutzung im Ostseegebiet östlich der Insel Gotland verursacht zu haben.

Am 3. April 2026 führte die schwedische Küstenwache, unterstützt von der schwedischen Polizei, die Festnahme eines Schiffs durch, das unter die EU-Sanktionen fällt. Das Schiff wird verdächtigt, eine Ölverschmutzung auf einer Fläche von 12 Kilometern (8 Meilen) im Ostseegebiet östlich der Insel Gotland verursacht zu haben.

Das betroffene Schiff, ein Chemikalientanker mit dem Namen Flora 1, war laut Marine Traffic auf dem Weg vom russischen Hafen Primorsk zum brasilianischen Santos, wie das schwedische Nachrichtenportal DN berichtet. Momentan liegt das Schiff an der Küste der Stadt Ystad im Süden Schwedens vor Anker.

Die Staatsanwaltschaft hat ein vorläufiges Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Umweltvergehen eingeleitet. Bei einer Überprüfung stellte sich heraus, dass das Schiff auf der Liste der EU-Sanktionen steht und es zahlreiche Unklarheiten um das Schiff gibt, insbesondere bezüglich des Status seiner Flagge.

„Die russische Schattenflotte, die aus alten, unzureichend versicherten Tankern besteht, die die Sanktionen umgehen, stellt eine erhebliche Bedrohung für die Sicherheit und die Umwelt dar. Die Regierung nimmt diesen Vorfall sehr ernst“, schrieb Schwedens Minister für Zivilschutz, Karl-Oskar Bohlin, in einem Beitrag auf der sozialen Plattform X.

Das Schiff ist von verschiedenen Ungewissheiten umgeben, abgesehen von dem Verdacht auf Ölverschmutzung, so Daniel Stenling, stellvertretender Leiter der Küstenwache. „Ob dies weitere strafrechtliche Verdachtsmomente nach sich zieht, wird die Untersuchung zeigen“, fügte er hinzu.

An Bord des Schiffes befinden sich Öl sowie 24 Crewmitglieder, wie die schwedische Küstenwache mitteilte. Der Besatzung gehören Vertreter verschiedener asiatischer Länder an, berichtete das Nachrichtenportal DN unter Berufung auf den Pressesprecher der Küstenwache, Mattias Lindholm. Er wies auch darauf hin, dass das Schiff an der Südküste Schwedens bleiben wird, solange es eine rechtliche Grundlage für die Festnahme gibt.

Dieser Vorfall hat Besorgnis unter Umweltschützern und Regierungsvertretern ausgelöst, da er die Risiken hervorhebt, die mit den Aktivitäten der Schattenflotte verbunden sind, die alte und unsichere Schiffe für den Transport von Öl nutzt und dabei internationale Sanktionen umgeht.

Schweden, als Teil der Europäischen Union, arbeitet aktiv daran, die Kontrolle über solche Schiffe zu verstärken, um Umweltkatastrophen zu verhindern und die Sicherheit der Seewege zu gewährleisten. Diese Festnahme ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Bekämpfung illegaler Aktivitäten auf See.