Serhij Prytula fordert die Aktivierung des Exports ukrainischer Militärtechnologien
Der ukrainische Freiwillige und Gründer der Serhij Prytula Wohltätigkeitsstiftung, Serhij Prytula, hat auf die Nachricht aufmerksam gemacht, dass Deutschland plant, Kampfdrohnen im Wert von 2,4 Milliarden Euro bei der Firma Rheinmetall zu kaufen. Dieser Vertrag könnte eine Chance für ukrainische Unternehmen darstellen, wenn die vor einigen Monaten angekündigte Genehmigung für den Export ukrainischer militärischer Produkte und Technologien nicht nur in Form von Erklärungen, sondern auch in konkreten Maßnahmen umgesetzt wird.
Serhij Prytula, der als Freiwilliger und Gründer einer Wohltätigkeitsstiftung aktiv ist, hat die Aufmerksamkeit auf die jüngste Ankündigung Deutschlands gelenkt, Kampfdrohnen im Wert von 2,4 Milliarden Euro bei der Rheinmetall AG zu erwerben. Dieser bedeutende Vertrag könnte sich als große Chance für ukrainische Unternehmen erweisen, vorausgesetzt, die vor einigen Monaten erteilte Genehmigung für den Export ukrainischer militärischer Produkte und Technologien wird nicht nur als bloße Absichtserklärung betrachtet, sondern auch durch konkrete Maßnahmen untermauert.
Im vergangenen Jahr sah sich die ukrainische Gesellschaft mit einer Kommunikationsherausforderung konfrontiert: Wie erklärt man den Menschen, dass das Land während eines Krieges weiterhin mit internationalen Partnern Handel treiben kann? Während die Öffentlichkeit aktiv Spenden für Drohnen des Typs „Mavic“ sammelte, wurde das Bewusstsein für die Notwendigkeit, den Export zu öffnen, immer dringlicher. Denn dies stellt nicht nur zusätzliche finanzielle Ressourcen für die Wirtschaft dar, sondern auch die Möglichkeit, die heimische Produktion zu skalieren, neue Arbeitsplätze zu schaffen und Steuereinnahmen zu generieren. Die Öffnung des Exports fördert zudem die Integration der ukrainischen Verteidigungsindustrie mit den Streitkräften der NATO-Staaten, was geopolitisch von großer Bedeutung ist. Dies könnte wiederum eine zusätzliche Ressource für die Frontlinie darstellen.
Prytula hebt hervor, dass es zahlreiche Gründe gibt, warum der Export ukrainischer Militärtechnologien intensiviert werden sollte. Dennoch hört er im Gespräch mit vielen ukrainischen Herstellern, dass konkrete Handlungen über die Ankündigungen hinaus nicht stattfinden. Alle sind sich darüber einig, dass die Deckung der Bedürfnisse der ukrainischen Streitkräfte oberste Priorität hat. Die Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Streitkräfte ist entscheidend für das Überleben des Landes und der Unternehmen, die verschiedene Drohnensysteme anbieten, von FPV-Drohnen bis hin zu UAVs, von NURK bis zu maritimen Drohnen.
Eine wesentliche Hürde für den Export ist die interministerielle Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit und Exportkontrolle. Diese Struktur, die Vertreter von nahezu zwei Dutzend Institutionen wie dem Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU), dem Auslandsnachrichtendienst (SZR), dem Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat (RNBO) und dem Militärischen Geheimdienst (HUR) umfasst, ist für einen effektiven Dialog mit privaten Herstellern von Militärgütern und -technologien zu schwerfällig. Direkte Verträge mit privaten Unternehmen bleiben unerreichbar.
Die Regulierung des Exports staatlicher Verteidigungsunternehmen, obwohl sie ebenfalls ihre Probleme hat, gestaltet sich als weniger komplex. Die staatlichen Unternehmen verfügen über eine gewisse Tradition und Erfahrung, jedoch ist ihre Produktpalette, gelinde gesagt, nicht sehr gefragt, mit Ausnahme einiger spezifischer Produkte.
Serhij Rakhmanin betont, dass das klassische Problem der Beziehungen zwischen Staat und Privatsektor in einer übermäßigen Regulierung besteht, die eine schnelle Reaktion auf die Bedürfnisse des Marktes behindert. In einer Zeit, in der sich die Welt sehr schnell verändert, muss die Ukraine auf die Herausforderungen vorbereitet sein, die auf dem Rüstungsmarkt entstehen. Beispielsweise hat Russland erhebliche Verluste erlitten, und die Rhetorik des US-Präsidenten gegenüber Saudi-Arabien könnte die Situation in der Ukraine beeinflussen.
Die EU-Staaten können die Produktion, beispielsweise von FPV-Drohnen und Bomben, schnell hochfahren, jedoch wird dies ohne ein angemessenes Ökosystem schwierig sein. Service-, Schulungs- und Wartungszentren sowie Ausbilder, die nicht nur in Taktik, sondern auch im Umgang mit elektronischen Kampfsystemen schulen können, sind von entscheidender Bedeutung. Die Ukraine hat das Potenzial, nicht nur Waren und Technologien zu verkaufen, sondern auch praktische Expertise anzubieten, was erhebliche finanzielle Vorteile bringen könnte.
Diese Mittel könnten verwendet werden, um Produkte zu beschaffen, die in der Ukraine nicht hergestellt werden, was wiederum den militärtechnologischen Sektor, insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung, ankurbeln könnte. Dies würde nicht nur im Verteidigungsbereich, sondern auch im zivilen Leben Vorteile bringen.
Das Land benötigt eine Skalierung seiner Verteidigungsfähigkeiten, sieht sich jedoch derzeit ernsthaften finanziellen Herausforderungen gegenüber. Beispielsweise sind 90 Milliarden Euro von Ungarn blockiert, und auch die Mittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind gesperrt. Der Export von Waren, die ohne Schaden für die Front verkauft werden können, könnte diese Probleme erheblich verringern. Auch wenn dies nicht sofort geschehen wird, könnte es langfristig eine wichtige Ressource für die Ukraine darstellen. Es ist notwendig, in diesem Jahr auf die Märkte zuzugreifen, denn bis 2027 könnten wir in der Situation sein, dass wir selbst von unseren Drohnen und Technologien beeindruckt sind. Die Welt lernt schnell, und die Ukraine muss sich auf dem Markt etablieren, solange wir noch einen Vorteil haben.
Der Text wurde mit Genehmigung des Autors veröffentlicht.