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Russische Militärs greifen Groß-Burluk an: Historisches Anwesen der Donezk-Zacharschewskij beschädigt

Am Dienstag, den 7. April, führten russische Militärs einen Angriff auf die Stadt Groß-Burluk im Kupjansk-Bezirk der Region Charkiw durch, wobei das historische Anwesen der Donezk-Zacharschewskij erheblich beschädigt wurde.

Am Dienstag, den 7. April, kam es zu einem verheerenden Angriff russischer Militärs auf die Stadt Groß-Burluk, die im Kupjansk-Bezirk der Region Charkiw liegt. Bei diesem Angriff, der unter Einsatz von Drohnen durchgeführt wurde, wurde das historische Anwesen der Donezk-Zacharschewskij, ein bedeutendes architektonisches Denkmal des 19. Jahrhunderts, stark in Mitleidenschaft gezogen. Diese Ereignisse haben Besorgnis unter den Anwohnern und Historikern ausgelöst, da das Anwesen eine große kulturelle Bedeutung für die Region hat.

Laut Informationen der Staatlichen Notdienstbehörde (DSNS) der Region Charkiw erstreckte sich das Feuer über etwa 2000 Quadratmeter des zweigeschossigen Holzgebäudes. Glücklicherweise gab es bei dem Brand keine Verletzten, jedoch sorgten das Ausmaß der Zerstörung und die damit verbundenen Sorgen unter den Bewohnern und den Behörden für große Alarmbereitschaft.

Zur Bekämpfung des Feuers wurden zwei Einsatzteams der DSNS, ein medizinisches Team sowie ein Rettungsoffizier der Gemeinde mobilisiert. Die Feuerwehrleute arbeiteten unermüdlich am Einsatzort, um die Überreste des historischen Anwesens zu retten, das einst das Schmuckstück der Stadt Groß-Burluk war.

Das Holzgebäude der Donezk-Zacharschewskij hat einen reichen historischen Kontext. Die Stadt Groß-Burluk wurde im mittleren 17. Jahrhundert gegründet, und ab der Mitte des 18. Jahrhunderts gehörten die Ländereien der berühmten Familie der Sloboda-Region – den Donezk-Zacharschewskij. Im Jahr 1784 besuchte der bekannte ukrainische Philosoph und Dichter Hryhorij Skoworoda auf Einladung von Jakow Donezk-Zacharschewskij das Anwesen, was die kulturelle Bedeutung dieses Ortes unterstreicht.

Das Anwesen in seiner heutigen Form wurde in den 1820er Jahren auf einem steinernen Fundament von Jakows Sohn Mychajlo Andrij Donezk-Zacharschewskij erbaut und von seinem Schwiegersohn Wojin Dmitrijewitsch Sadonski vollendet. Die Nachkommen dieser Familie besaßen das Anwesen bis zur Revolution von 1917. Das Gebäude war von einem regelmäßigen Park umgeben und verfügte über eine Kirche sowie über steinerne Tore, die ihm einen besonderen Charme verliehen.

Mit der Geschichte des Anwesens sind zahlreiche Legenden und Erzählungen verbunden. Eine davon betrifft den Schriftsteller und Sammler slawischer Folklore, Jurij Myroljubow, der behauptete, dass im Jahr 1919 der Oberst der russischen Freiwilligenarmee Ali Izenbek im geplünderten Anwesen das sogenannte „Welesbuch“ gefunden habe. Seinen Angaben zufolge stieß Izenbek während seines Aufenthalts in der Kursker oder Orjoler Richtung auf dieses Buch, als die roten Banditen das Anwesen plünderten.

Wissenschaftler hingegen betrachten das Welesbuch als eine Mysterium. Mehrere Gutachten haben bestätigt, dass die „Izenbek-Platten“ Fälschungen sind, und es wird gemunkelt, dass sie während der Besetzung Brüssels durch das nationalsozialistische Deutschland verschwanden, wohin Izenbek sie nach seiner Emigration gebracht hatte. Somit bleibt die Geschichte des Anwesens und seine Legenden von großem Interesse für Forscher und Historiker.

Derzeit war der Palast der Donezk-Zacharschewskij in Privatbesitz und wurde als Wohngebäude genutzt. Doch der Angriff der russischen Militärs und das folgende Feuer gefährden nicht nur dieses historische Denkmal, sondern auch das kulturelle Erbe der Ukraine insgesamt. Die Anwohner und Aktivisten hoffen, dass es gelingt, das Anwesen wiederherzustellen und es für zukünftige Generationen zu bewahren.