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Niederlage, oder etwa nicht? Trump und die neuen geopolitischen Realitäten

Die geopolitische Landschaft hat sich dramatisch verändert, und die USA haben einen entscheidenden Moment erlebt, der die Machtverhältnisse im Nahen Osten neu definiert.

Niederlage. Dieses Wort tippe ich mit eingeschaltetem Caps Lock, oder in Großbuchstaben, wie es Donald Trump tun würde. Der Versuch, den Iran zu provozieren, ist gescheitert: Die Vereinigten Staaten von Amerika "blinzelten" zuerst, und dies stellte einen Wendepunkt in der neuen geopolitischen Realität dar.

Kürzlich starteten Bomber von britischen Stützpunkten, kehrten jedoch schnell auf Bitte der "Arbeiter" zurück – in diesem Fall der Führung Pakistans, die Trump um ein "Twitter- Schulterklopfen" bat und darum bat, "nicht zu bombardieren". Dies ist ein Zeichen dafür, dass die USA eine vorübergehende, aber schmerzhafte Niederlage erlitten haben. Ja, die Schlacht ist verloren, aber der gesamte welt-systemische Krieg ist noch nicht entschieden. Dennoch ist diese Schlacht von großer Bedeutung und zählt zu den Schlüsselmomenten in der neuen globalen Konfiguration.

Heute kann man den Persischen Golf getrost in Iranischen oder iranisch-chinesischen Golf umbenennen. Obwohl der Begriff "Persisch" symbolisch klingt, ist dies eine Region, in der traditionell die USA dominieren. Der Nahe Osten, wie ein reifes Apfel, fällt in die Hände Chinas, was den Beginn des Niedergangs des Petrodollars und den Aufstieg einer neuen Ära der Ölabhängigkeit markiert. Die Ära, in der die USA in dieser Region unangefochten führend waren, ist vorbei.

Die arabischen Monarchien des Golfs werden voraussichtlich einen Kurs auf eine Annäherung an Peking einschlagen. Auch Indien wird sich China annähern, was die Position Pekings in der Region stärken wird. Pakistan wird seinerseits seine Souveränität stärken und eine begrenzte Partnerschaft mit China eingehen, was ein deutliches Signal für Veränderungen in der regionalen Politik ist.

Die Türkei wird ebenfalls einen Prozess der Souveränisierung einleiten und einen Kurs auf die Schaffung eines regionalen Clusters mit Syrien und Aserbaidschan einschlagen. Dies könnte zu neuen geopolitischen Konflikten führen, da der Marsch in Zentralasien derzeit ausgesetzt ist. Zentralasien könnte seinerseits mit einer schrittweisen Integration in ein Mongolisches Imperium 2.0 beginnen, mit einem Zentrum in China, was neue Herausforderungen für die westlichen Staaten schaffen wird.

Die ASEAN-Staaten stehen ebenfalls vor einer Transformation in eine industrielle Halbperipherie Chinas, was den wachsenden Einfluss Pekings auf die Weltwirtschaft bestätigt. China wird zum Kern eines panasiatischen Welt-Systems, das ein neues Mongolisches Imperium 2.0 formt, das sich vom Gelben Meer bis zum Schwarzen Meer erstreckt und 8.000 km entlang des Breitengrades umfasst.

Vor dem Hintergrund dieser Veränderungen versucht die Europäische Union, ihre geopolitische Einsamkeit durch eine neue Partnerschaft mit China zu überwinden. Die USA hingegen werden sich allmählich auf die westliche Hemisphäre im Rahmen der Monroe-Doktrin 2.0 zurückziehen, was ernsthafte Folgen für die globale Politik haben könnte.

In dieser Situation stellt sich die Frage: Was wird Israel tun? Man könnte scherzen, dass es der Schanghai Kooperation (SCO) und BRICS beitreten wird, aber in Wirklichkeit wird Israel auf seine eigenen Kräfte angewiesen sein. Die historische Evolution über 5.000 Jahre hat es gelehrt, alleine zu überleben, und nun muss Israel sich auf das Auftauchen von Atomwaffen in der Türkei und im Iran vorbereiten, was das Kräfteverhältnis in der islamischen Welt verändern könnte.

Die Türkei und der Iran werden nun im islamischen Raum um einen Teil der anti-israelischen Rhetorik konkurrieren, was zu neuen Konflikten in der Region führen könnte. Trump hat seinerseits das getan, was ich zuvor beschrieben habe: Er folgte einem kontraintuitiven Szenario, nämlich dem Ansatz "Wir sind müde, wir gehen". Vorhang. Niederlage. Das Ende einer Ära. Zeit für einen Bruch von Mustern und Stereotypen. Der Tod des linearen Denkens.

Der Text wurde mit Genehmigung des Autors veröffentlicht.