Preiserhöhungen bei Kraftstoffen in der Ukraine: Ursachen und Folgen
Die Preiserhöhungen bei Kraftstoffen in der Ukraine sind eng mit der Situation auf dem europäischen Markt verknüpft. Trotz steigender Preise bleibt der ukrainische Markt stabil und bietet im Vergleich zu den meisten EU-Ländern günstigere Preise.
Die Hauptursache für die Preiserhöhungen bei Kraftstoffen in der Ukraine ist die Situation auf dem europäischen Markt, von dem das Land direkt abhängt. Laut der Naftogaz-Verbände der Ukraine (NAU) funktioniert der Markt in der Ukraine jedoch stabil, es gibt keinen Mangel an Kraftstoffen und die Preise bleiben in absoluten Werten niedriger als in den meisten EU-Ländern, was auf die Einführung von staatlichen Cashback-Programmen zurückzuführen ist.
Die NAU hat klargestellt, dass der Hauptfaktor, der die Preise für Kraftstoffe in die Höhe treibt, die Lage auf dem europäischen Markt ist. Nach dem vollständigen Verlust der Raffinerie-Infrastruktur infolge des umfassenden Krieges hat die Ukraine auf den Import von fertigen Kraftstoffen umgestellt. Daher haben die Preise für Mineralölprodukte in Europa eine entscheidende Bedeutung für die Ukraine, nicht die Rohölpreise.
Zu den Faktoren, die zur Preissteigerung von Kraftstoffen beitragen, nennt die NAU mehrere Schlüsselfaktoren. Erstens gibt es die geopolitische Spannungen rund um die Straße von Hormus, die eine der Hauptverkehrsrouten für weltweite Öllieferungen ist. Zweitens gibt es eine erhöhte Nachfrage in den EU-Ländern, da diese aktiv Bestände aufbauen. Weitere wichtige Faktoren sind die Saison der Feldarbeiten, steigende Logistikkosten, Wechselkursvolatilität und die Steuerlast, die etwa 38 bis 42 Prozent des Preises pro Liter Kraftstoff ausmacht.
Trotz der Preiserhöhungen bleibt der Kraftstoff in der Ukraine günstiger als in den meisten EU-Ländern. Zum Beispiel liegt der Preis für Benzin in Deutschland und Frankreich umgerechnet in Hrywnja bei 103 Hrywnja pro Liter, während Diesel 113 Hrywnja pro Liter kostet. In Polen liegt der Benzinpreis bei 86 Hrywnja pro Liter und Diesel bei 96 Hrywnja pro Liter.
Im Vergleich dazu beträgt der Preis für Benzin in der Ukraine etwa 71,7 Hrywnja pro Liter, und unter Berücksichtigung des staatlichen Cashbacks liegt er bei etwa 64,6 Hrywnja pro Liter. Diesel kostet 84,6 Hrywnja pro Liter, und mit dem nationalen Cashback-Programm beträgt der Preis 72 Hrywnja pro Liter, betont die Naftogaz-Verbände der Ukraine.
„Um die Verbraucher zu unterstützen, hat der Staat Cashback-Mechanismen eingeführt, die die Kraftstoffkosten teilweise kompensieren und die finanzielle Belastung für die Bevölkerung und die Unternehmen verringern. Der staatliche Cashback erstattet zwischen 5 und 15 Prozent der Kraftstoffkosten, abhängig von der Art des Kraftstoffs. Dadurch zahlen die Ukrainer 25 bis 40 Prozent weniger als in den Nachbarländern der EU“, erklärte die NAU.
Es ist erwähnenswert, dass der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, das Programm „Nationaler Cashback für Kraftstoffe“ initiiert hat, das am 20. März in Kraft trat. Im Rahmen dieses Programms können die Ukrainer einen Teil des Geldes für das Tanken ihrer Fahrzeuge zurückerhalten: 15 Prozent für Diesel, 10 Prozent für Benzin und 5 Prozent für Gas.
Somit haben die Ukrainer trotz der steigenden Kraftstoffpreise die Möglichkeit, ihre Ausgaben durch staatliche Unterstützungsprogramme zu reduzieren, die darauf abzielen, die finanzielle Belastung für die Bevölkerung und die Unternehmen in schwierigen Zeiten zu erleichtern.