Oppositionelle Partei 'Tisa' könnte zwei Drittel der Sitze im ungarischen Parlament erhalten - Reuters
Laut Informationen des Nachrichtenagentur Reuters könnte die oppositionelle Partei 'Tisa' zwischen 138 und 142 Sitzen im ungarischen Parlament, das insgesamt 199 Abgeordnete zählt, gewinnen. Dies wurde durch eine Prognose des Meinungsforschungsinstituts Median möglich, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.
Die Prognosen basieren auf einer Analyse der letzten fünf Umfragen zur öffentlichen Meinung, die Median Ende Februar und im März dieses Jahres durchgeführt hat. Laut diesen Daten kann die derzeitige Regierungspartei 'Fidesz', angeführt von Premierminister Viktor Orbán, mit 49 bis 55 Sitzen im Parlament rechnen. Gleichzeitig hat die ultrarechte Partei 'Unsere Heimat' (Mi Hazank) nur die Chance, fünf oder sechs Sitze zu gewinnen.
Es ist wichtig zu beachten, dass eine qualifizierte Mehrheit, die für Änderungen der Verfassung und wichtiger Gesetze erforderlich ist, in Ungarn 133 Sitze benötigt. Seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2010 hatte die Partei 'Fidesz' während eines Großteils ihrer Amtszeit zwei Drittel der Stimmen, was ihr ermöglichte, eine neue Verfassung zu verabschieden und zahlreiche wichtige Gesetze, einschließlich des Wahlrechts, zu erlassen und zu ändern.
Das Meinungsforschungsinstitut Median, das über Erfahrung in der genauen Prognose in Ungarn verfügt, berichtete, dass die fünf von ihm durchgeführten Umfragen eine Gesamtstichprobe von 5.000 Personen umfassten und von drei verschiedenen Callcentern durchgeführt wurden. Median hatte bereits vor vier Jahren einen überzeugenden Sieg von Viktor Orbán bei den letzten Wahlen vorhergesagt, jedoch die Unterstützung der Oppositionskräfte etwas überschätzt.
Obwohl die meisten Umfragen die Führung der Partei 'Tisa' zeigen, verweist die Partei 'Fidesz' auf andere Studien, die belegen, dass Orbáns Partei gute Chancen auf einen Sieg hat. Gegner von 'Fidesz' argumentieren, dass diese Umfragen hauptsächlich von Instituten durchgeführt wurden, die finanzielle oder persönliche Verbindungen zur Regierungspartei haben, was deren Objektivität in Frage stellt.
Der Führer der ungarischen Oppositionspartei 'Tisa', Péter Magyar, erklärte kürzlich, dass seine zukünftige Regierung einen 'pragmatischen' Ansatz gegenüber der Russischen Föderation verfolgen werde. Diese Aussage sorgte in politischen Kreisen für großes Aufsehen, da sie den Kurs in Frage stellt, den die neue Regierung im Falle eines Wahlsiegs einschlagen könnte.
Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass der US-Vizepräsident J.D. Vance während seines Besuchs in Ungarn Viktor Orbán, dem ungarischen Premierminister, einige Tage vor den entscheidenden Wahlen in diesem Land seine Unterstützung aussprach. Er kritisierte auch scharf Brüssel wegen angeblicher Einmischung in den Wahlkampf, was zusätzliche Diskussionen über den externen Einfluss auf die politischen Prozesse in Ungarn auslöste.
Somit versprechen die bevorstehenden Wahlen in Ungarn, äußerst angespannt zu werden, angesichts der Prognosen und politischen Aussagen, die auf mögliche wesentliche Veränderungen im Kräfteverhältnis im Parlament hindeuten. Die Situation bleibt dynamisch, und die Wahlergebnisse könnten erhebliche Auswirkungen auf die weitere Entwicklung des Landes haben.