NBU schätzt Verluste beim Export von Rohstoffen und Getreide durch Angriffe auf die Logistik im IV. Quartal 2025 auf 850 Millionen Dollar
Im vierten Quartal 2025 erlitt die Ukraine erhebliche Verluste im Export aufgrund von Angriffen auf die logistische Infrastruktur, insbesondere auf Häfen und Eisenbahnen. Laut Schätzungen der Nationalbank der Ukraine (NBU) belaufen sich diese Verluste auf etwa 850 Millionen Dollar.
Im vierten Quartal 2025 erlitt die Ukraine erhebliche Verluste im Export aufgrund von Angriffen auf die logistische Infrastruktur, insbesondere auf Häfen und Eisenbahnen. Laut Schätzungen der Nationalbank der Ukraine (NBU) belaufen sich diese Verluste auf etwa 850 Millionen Dollar, von denen 150 Millionen Dollar auf den Export von Eisenerz und 700 Millionen Dollar auf den Export von Getreide entfallen. Diese Informationen wurden von Wladimir Lepuschinski, dem Direktor der Abteilung für Geldpolitik und wirtschaftliche Analyse der NBU, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur "Interfax-Ukraine" bekannt gegeben.
Lepuschinski wies darauf hin, dass die Verluste durch Angriffe im ersten Quartal 2026 weiterhin spürbar waren, jedoch in einem deutlich geringeren Ausmaß, da die logistischen Routen schnell wiederhergestellt wurden. Dies deutet darauf hin, dass die ukrainische Wirtschaft versucht, sich an die neuen Bedingungen anzupassen, trotz der ständigen Sicherheitsbedrohungen.
Die Nationalbank der Ukraine betrachtet diese Verluste als vorübergehend und hofft auf eine Wiederherstellung der Exportvolumina im Jahr 2026, sofern die Sicherheitsrisiken nicht zu kritischen Zerstörungen der maritimen Logistikobjekte führen. Lepuschinski betonte, dass es wichtig sei, die Infrastruktur zu erhalten, die für den Export entscheidend ist, da ohne sie eine Wiederherstellung erheblich erschwert werden würde.
Er stellte zudem fest, dass sich die Taktik der Angriffe durch den Feind offensichtlich geändert hat: Während früher massive Angriffe auf Energieinfrastruktur im Vordergrund standen, konzentriert sich der Feind nun auf gezielte Angriffe auf die Logistik und die Hafeninfrastruktur. In den drei Monaten des Jahres 2026 wurden 11 Angriffe auf die Hafeninfrastruktur verzeichnet, was nur zwei Angriffe weniger ist als im gesamten Jahr 2025 und sieben weniger als im gesamten Jahr 2024. Dies zeigt, dass die Bedrohung für die ukrainische Logistik auf einem hohen Niveau bleibt.
Im März 2026 wurden zudem 21 Angriffe auf die Eisenbahn registriert, was einen erheblichen Anstieg im Vergleich zu den Vormonaten darstellt: 13 Angriffe im Januar und 18 im Februar. Diese Daten deuten darauf hin, dass der Feind weiterhin versucht, die ukrainische Wirtschaft durch Angriffe auf kritische Infrastruktur zu destabilisieren.
Laut NBU ist der Export von Waren aus der Ukraine im Jahr 2025 insgesamt um 2,7 % oder um 1 Milliarde Dollar auf 38,3 Milliarden Dollar gesunken. Dies geschah nach einem Anstieg von 12,3 % im Jahr 2024 und verdeutlicht die ernsthaften Herausforderungen, mit denen die ukrainische Wirtschaft im Kontext des Krieges und der Angriffe konfrontiert ist.
Somit bleibt die Situation im Exportsektor der Ukraine angespannt, und weitere Maßnahmen zur Wiederherstellung der Logistik und zum Schutz der Infrastruktur werden entscheidend sein für die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Stabilität im Land.