НВ (Новое Время)

Wissenschaftliche Erklärung des Phänomens "Vurhies-Gesetz" im Straßenverkehr

Ein neues Forschungsergebnis zeigt, dass das Phänomen, bei dem Fahrer nach einem Überholmanöver wieder auf langsamere Fahrzeuge treffen, wissenschaftlich erklärt werden kann.

Viele Autofahrer kennen die Situation, in der sie nach einem riskanten Überholmanöver eines langsamen Fahrzeugs auf eine freie Straße wieder auf das gleiche "Außenseiter"-Auto im Rückspiegel am nächsten Ampellicht treffen. Dieses Phänomen, das scherzhaft mit dem Verhalten eines Mörders aus dem Film "Freitag, der 13." verglichen wird, der sein Opfer in gemächlichem Tempo verfolgt, hat nun eine wissenschaftliche Grundlage erhalten.

Konor Boland, ein Forscher von der Dublin City University, hat seine Studie in der Fachzeitschrift Royal Society Open Science veröffentlicht. In seiner Arbeit erklärt er mithilfe eines mathematischen Modells die Funktionsweise des "Vurhies-Gesetzes" im Straßenverkehr, das es ermöglicht zu verstehen, warum Fahrer häufig auf langsamere Fahrzeuge stoßen, die sie gerade überholt haben.

Frühere Verkehrsmuster konzentrierten sich in der Regel auf den allgemeinen Fahrzeugfluss, jedoch fokussierte sich Boland auf die Interaktion zwischen nur zwei Fahrzeugen. Sein Ansatz betrachtet die Ampel als zufälliges Ereignis, das den Fahrzeugverkehr beeinflusst. Es stellte sich heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein langsameres Fahrzeug ein schnelleres einholt, nur von drei Faktoren abhängt: dem zeitlichen Vorteil nach dem Überholen, der Gesamtdauer des Ampelzyklus und dem Anteil der Zeit, in der das rote Licht leuchtet.

Interessanterweise steigen die Chancen auf ein erneutes Treffen an der Ampel drastisch, wenn der Zeitgewinn nach dem Überholen gering ist. Das bedeutet, dass Fahrer, die versuchen, langsamere Fahrzeuge zu überholen, feststellen können, dass ihre Bemühungen nicht immer zum gewünschten Ergebnis führen, insbesondere im städtischen Verkehr.

Die Forschung zeigt, dass jede zusätzliche Ampel auf der Strecke die Wirkung des "Vurhies-Gesetzes" nahezu unvermeidlich macht. Auf städtischen Strecken von mehreren Kilometern, wo Ampeln häufig angeordnet sind, wird der Geschwindigkeitsvorteil durch zufällige Stopps bei Rotlicht neutralisiert. Diese Entdeckung könnte erklären, warum Fahrer oft frustriert sind, wenn ihre Überholversuche nicht erfolgreich sind.

Neben der mathematischen Genauigkeit bietet dieses Modell den Fahrern psychologischen Trost: Das plötzliche Auftauchen eines Fahrzeugs, das man gerade überholt hat, ist kein Produkt der Fantasie oder Pech, sondern eine statistische Regelmäßigkeit im städtischen Verkehr. Dies könnte die Wahrnehmung der Fahrer über ihr Verhalten auf der Straße verändern und ihnen helfen, ihre Routen besser zu planen.

Diese Entdeckung könnte die Grundlage für neue Systeme zur Modellierung intelligenter Verkehrsflüsse in Metropolen bilden. Der Einsatz solcher Modelle könnte dazu beitragen, den Verkehrsfluss zu verbessern, Staus zu reduzieren und die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen. Wissenschaftler hoffen, dass ihre Forschungen zur Entwicklung neuer Technologien beitragen werden, die den Straßenverkehr optimieren und die Anzahl der Verkehrsunfälle verringern können.