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NAKO und SAP schließen Voruntersuchung im Fall Julia Timoschenko ab

Am Mittwoch, den 8. April, haben das Nationale Antikorruptionsbüro (NAKO) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) offiziell die Voruntersuchung im Fall der politischen Parteiführerin Julia Timoschenko abgeschlossen. Diese Untersuchung stellt einen bedeutenden Teil der Antikorruptionsbemühungen in der Ukraine dar, da sie ernsthafte Vorwürfe im Zusammenhang mit Korruptionsschemata im Parlament behandelt.

Am Mittwoch, den 8. April, gaben das Nationale Antikorruptionsbüro (NAKO) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) bekannt, dass sie die Voruntersuchung im Fall der ehemaligen Ministerpräsidentin und Führerin der politischen Partei Batkiwschtschyna, Julia Timoschenko, abgeschlossen haben. Diese Untersuchung ist von großer Bedeutung für die Antikorruptionsbemühungen in der Ukraine, da sie schwerwiegende Vorwürfe bezüglich korrupten Verhaltens von Abgeordneten im Parlament aufwirft.

Wie aus Informationen der Presseabteilung des NAKO hervorgeht, begann Timoschenko im Dezember 2025, trotz der Enthüllungen über Bestechungsvorwürfe gegen ukrainische Abgeordnete, Gespräche mit einzelnen Parlamentariern über ein Belohnungssystem für loyale Abstimmungen. Es ist bekannt, dass es um einen Mechanismus der Zusammenarbeit ging, bei dem Vorauszahlungen vereinbart wurden, und die Abgeordneten sollten Anweisungen zum Abstimmen befolgen.

Am 27. Februar erklärte der Leiter des NAKO, Semen Kriwonos, dass die Ermittler Informationen über möglichen Druck auf Experten im Fall Timoschenko erhalten hätten. Dies sorgte für Besorgnis unter Menschenrechtsaktivisten und Experten, die die Entwicklungen der Antikorruptionsuntersuchungen in der Ukraine verfolgen. Sie befürchten, dass Druck auf Zeugen die Objektivität der Ermittlungen erheblich beeinträchtigen könnte.

Am 23. Januar gab die Presseabteilung des Höchsten Antikorruptionsgerichts (VAKS) bekannt, dass die gesamte Kaution für Timoschenko hinterlegt wurde. Sie hatte diese Kaution innerhalb von fünf Tagen zu zahlen, andernfalls hätte die Anklage eine Antragstellung für eine strengere Maßnahme gegen sie einreichen können. Dieser Umstand unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Situation, in der sich die Politikerin befindet.

Julia Timoschenko wird beschuldigt, Abgeordneten Bestechungsgelder für Abstimmungen im Parlament angeboten zu haben. Am 14. Januar veröffentlichte das NAKO Audioaufnahmen, auf denen, laut den Ermittlungen, eine weibliche Stimme, die vermutlich einer Abgeordneten gehört, Summen von Bestechungsgeldern diskutiert und Anweisungen gibt, für oder gegen bestimmte Gesetzesentwürfe zu stimmen. Dies betrifft insbesondere Fragen zu Ernennungen oder Abberufungen, was in der Gesellschaft für großes Aufsehen sorgte.

Während einer Sitzung des VAKS am 16. Januar erklärte Timoschenko, dass ein weiterer Abgeordneter auf den NAKO-Bändern, der „Diener des Volkes“ Igor Kopytin, ihrer Meinung nach eine „Provokation“ gegen sie im Auftrag des Büros organisiert habe. Sie wies alle Korruptionsvorwürfe entschieden zurück und bezeichnete die NAKO-Audioaufnahmen als unwahr. Diese Aussagen verdeutlichen die Spannungen und den politischen Kampf, der sich um diesen Fall entfaltet.

Julia Timoschenko drohen bis zu 10 Jahre Freiheitsstrafe mit Einziehung des Vermögens gemäß Teil 4 des Artikels 369 des Strafgesetzbuches der Ukraine. Diese Situation sorgt sowohl bei ihren Anhängern als auch bei ihren Gegnern für Besorgnis, da sie erhebliche Auswirkungen auf die politische Landschaft der Ukraine in naher Zukunft haben könnte.