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Russisches Außenministerium verzerrt Fragen der französischen Journalistin Léa Salamé während des Interviews mit Sergej Lawrow – FranceInfo

Das russische Außenministerium hat die Inhalte der Fragen, die die französische Journalistin Léa Salamé während ihres Interviews mit dem Außenminister Sergej Lawrow stellte, verzerrt. Dies berichtet die Nachrichtenagentur FranceInfo, die die Situation detailliert analysierte und zahlreiche Ungenauigkeiten in der Übersetzung aufdeckte.

Das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation, das als Aggressorstaat gilt, hat die Inhalte der Fragen, die die französische Journalistin Léa Salamé während ihres Interviews mit dem Außenminister Sergej Lawrow stellte, verzerrt. Laut der Analyse von FranceInfo wurden einige Fragen von Salamé so übersetzt, dass sie den Inhalten der Kreml-Propaganda entsprachen. Beispielsweise wurden Salamés Worte, dass Russland seit Beginn des Krieges im Iran seinen iranischen Verbündeten nicht sehr aktiv verteidigt habe, in der russischen Version in "Sie haben Ihren Verbündeten viel verteidigt" umgewandelt. Diese Veränderung ändert den Sinn der Frage erheblich und verzerrt deren ursprüngliche Bedeutung.

Während des Interviews stellte Léa Salamé die Frage: "Der israelisch-amerikanische Angriff auf den Iran dauert nun schon 27 Tage, und wir haben nicht oft gehört, dass Sie Ihren iranischen Verbündeten entschieden verteidigen. Warum?". Im Übersetzungstext des russischen Außenministeriums klang diese Frage jedoch ganz anders: "Die militärischen Aktionen der USA und Israels gegen den Iran haben begonnen und dauern bereits 27 Tage. Sie haben Ihren Verbündeten, den Iran, viel verteidigt. Warum tun Sie das?". Eine solche Verzerrung nicht nur die Essenz der Frage, sondern erweckt auch den Eindruck, dass die Position der Journalistin völlig gegensätzlich ist.

Darüber hinaus weist FranceInfo darauf hin, dass auch andere Teile der Fragen verändert wurden. Als Léa Salamé von "Zehntausenden ukrainischen Zivilisten, die in diesem Krieg ums Leben kamen" sprach, wurde diese Zahl in der russischen Übersetzung auf "Hunderte" reduziert und die Frage so umformuliert, dass jegliche Erwähnungen möglicher Kriegsverbrechen abgeschwächt wurden. Dies zeugt von einem bewussten Bestreben der russischen Seite, das Ausmaß der Tragödie in der Ukraine zu minimieren.

Zusätzlich wurde in die russische Version des Interviews eine Phrase eingefügt, die die Journalistin niemals gesagt hat. Nach der Frage zur russischen Bedrohung in Frankreich wurde ihr die Aussage "Ich verstehe Sie" zugeschrieben, was den Eindruck erweckt, dass sie der Position des Ministers zustimmt. Dies ist ebenfalls ein klares Beispiel für Informationsmanipulation, die die Zuschauer in die Irre führen kann.

FranceInfo betonte, dass diese Änderungen nicht nur den Sinn der Fragen verzerren, sondern auch einen völlig anderen politischen Kontext schaffen, der der russischen Seite zugutekommt. Solche Handlungen können schwerwiegende Folgen für die Wahrnehmung von Informationen über Konflikte und internationale Beziehungen haben.

Darüber hinaus weist das Medium darauf hin, dass die Übersetzung so laut war, dass selbst ein russischsprachiger Zuschauer, der fließend Französisch versteht, die wahren Worte der Journalistin nicht hätte hören können. Dies unterstreicht die Bedeutung der Genauigkeit von Übersetzungen in den internationalen Beziehungen, da falsche Interpretationen zu ernsthaften Missverständnissen führen können.

Somit bestätigt die Situation mit dem Interview zwischen Léa Salamé und Sergej Lawrow erneut, wie wichtig die Rolle der Medien bei der Bildung der öffentlichen Meinung und des politischen Kontextes ist, sowie die Notwendigkeit eines kritischen Ansatzes beim Konsum von Informationen.