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Wenn die Zecke bereits "vergessen" ist, die Krankheit jedoch nicht: Über die späten Stadien der Lyme-Borreliose

In der Ukraine steigt die Zahl der Zeckenbisse, und viele Menschen berichten von einem Anstieg. Dies bestätigt auch die Medizinerin Olga Golubovska, die auf die späten Symptome der Lyme-Borreliose hinweist.

In der Ukraine ist ein Anstieg der Zeckenbisse zu verzeichnen, was viele Menschen beunruhigt. Die Medizinerin, Professorin und anerkannte Ärztin der Ukraine, Olga Golubovska, bestätigt diese Beobachtung. Sie hebt hervor, dass zwar viel über die Prävention von Zeckenbissen, die richtige Kleidung und die Kontrolle nach Spaziergängen gesprochen wurde, jedoch auch die späten Symptome von Zeckeninfektionen nicht übersehen werden dürfen.

Dieses Thema ist besonders relevant, da viele Menschen oft nur die klassische Darstellung der Krankheit im Kopf haben: ein Zeckenbiss, gefolgt von einer ringförmigen Erythema, und erst danach erfolgt die Behandlung. In der Praxis gestaltet sich die Situation jedoch weitaus komplizierter. Erytheme treten nicht immer auf, und viele Menschen können sich nicht einmal an einen Zeckenbiss erinnern. Daher ist es wichtig, dass Ärzte verschiedener Fachrichtungen sowie die Patienten selbst wissen, dass die Lyme-Borreliose nicht nur eine Hautkrankheit ist, sondern ein systemisches Krankheitsbild darstellt, das sich auch durch Herz-, Nerven- und Gelenkschäden äußern kann.

Besonders relevant ist dies für Kardiologen, die häufig mit sogenannten Lyme-Karditiden konfrontiert sind. Diese sind keine Seltenheit, und es können Störungen der Herzleitung auftreten, wie beispielsweise atrioventrikuläre Blockaden unterschiedlichen Grades, bis hin zur dritten, schwersten Form. Olga Golubovska führt einen realen klinischen Fall einer jungen Frau an, die, obwohl sie sich nicht an einen Zeckenbiss erinnerte und kein Erythem hatte, begann, unter periodischen Schwindelanfällen zu leiden. Sie führte dies auf Müdigkeit zurück, verlor jedoch schließlich das Bewusstsein. Eine Hospitalisierung ergab eine atrioventrikuläre Blockade dritten Grades und eine Bestätigung der Borreliose. Nach einer antibakteriellen Therapie erholte sich die Frau, was die Bedeutung einer rechtzeitigen Diagnose unterstreicht.

Ärzte, insbesondere Kardiologen, sollten Patienten nach unklaren Symptomen wie Herzrhythmusstörungen oder Schwindel fragen und gegebenenfalls nicht nur ein Standard-EKG, sondern auch eine 24-Stunden-Überwachung durchführen, da solche Störungen nicht immer sofort erkennbar sind.

Neurologen müssen ebenfalls vorsichtig sein, da es das Konzept des Neuroborreliose gibt, das sich beispielsweise durch eine Lähmung des Gesichtsnervs äußern kann. Eine Person kann mit einem schiefen Gesicht aufwachen, was nicht immer auf einen Schlaganfall hindeutet. In solchen Fällen ist es wichtig, breiter zu denken, da es Patienten gab, die keine klassischen meningealen Symptome aufwiesen, aber bei einer Lumbalpunktion ein entzündlicher Prozess in der Rückenmarksflüssigkeit festgestellt wurde, was ein Zeichen für die Lyme-Borreliose ist.

Die Diagnose in solchen Situationen ist komplexer, da die klinische Darstellung, die Anamnese und die Ergebnisse von Blut- und Liquoruntersuchungen berücksichtigt werden müssen. Wenn keine vollständige labortechnische Bestätigung vorliegt, die klinische Darstellung jedoch übereinstimmt, haben Ärzte das Recht, dies als möglichen Fall zu betrachten und entsprechend zu behandeln.

Die späten Stadien der Krankheit werfen ebenfalls viele Fragen auf. Zum Beispiel, wie man Lyme-Arthritis von rheumatologischen Erkrankungen unterscheiden kann? Die Antwort darauf ist nicht immer einfach, manchmal ist dies nur durch Serologie möglich. Bei chronischen Formen können die Antikörper jedoch nicht ansteigen oder nur geringfügig ansteigen, und manchmal können positive Tests das Ergebnis von Kreuzreaktionen des Immunsystems sein.

Dies führt zu einer Situation, in der weder der Infektiologe noch der Rheumatologe sicher eine Diagnose stellen können. Dies ist das sogenannte "Kreuz" in der Medizin, das immer häufiger vorkommt. In solchen Fällen können Ärzte Entscheidungen über eine Versuchstherapie treffen, jedoch sollte dies immer eine wohlüberlegte Entscheidung sein und nicht für alle Patienten gelten.

Die Behandlung in den späten Stadien der Krankheit umfasst unbedingt antibakterielle Medikamente. Die erste Behandlungsreihe besteht aus Mitteln, die gut in die Zellen eindringen, da der Erreger die Fähigkeit hat, sich "zu verstecken". Dazu gehören insbesondere Doxycyclin, Azithromycin und geschützte Penicilline. Diese wirken direkt auf die Borrelien, solange diese sich noch nicht in einen "versteckten" Zustand zurückgezogen haben.

Die Behandlungsdauer hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Laut internationalen Empfehlungen wird Doxycyclin für 10 Tage, Azithromycin oder Amoxicillin für 14 Tage verordnet. Bei einer Schädigung des Nervensystems kann die Behandlung bis zu einem Monat dauern, wobei Cephalosporine eingesetzt werden.

In komplizierten Fällen kann die Behandlung länger dauern und Kombinationen von Medikamenten umfassen. Solche Entscheidungen müssen jedoch klar begründet sein. Es gibt Behandlungsschemata, bei denen die Therapie über Monate andauert, aber dies ist nicht der Standard und gilt nicht für alle Patienten.

Besondere Aufmerksamkeit sollte Patienten gewidmet werden, die sich möglicherweise im Ausland infiziert haben, insbesondere in den USA, wo virulenter Erreger zirkulieren. Olga Golubovska erinnert sich an den Fall eines Patienten, der in den USA an Borreliose erkrankte und sich Jahre später mit einem schweren Zustand meldete. Die Behandlung erwies sich als deutlich komplizierter, mit der Anwendung mehrerer Antibiotika und einer Dauer von etwa zwei Monaten.

Die Kontrolle der Analysen nach der Behandlung ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Patienten fragen oft, wann sie die Tests wiederholen sollten, und es ist wichtig zu verstehen, dass...