Kim Jong-un hat nicht mehr dringend Bedarf an Verhandlungen mit den USA nur zur Lockerung von Sanktionen - Expertin
Die assoziierte Senioranalytikerin des Zentrums "Neue Europa", Natalia Butyrska, äußerte sich zur veränderten Position Kim Jong-uns im Kontext der Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten.
Die assoziierte Senioranalytikerin des Zentrums "Neue Europa", Natalia Butyrska, äußerte sich zur veränderten Position Kim Jong-uns im Kontext der Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten. Sie betonte, dass ein Treffen mit dem US-Präsidenten nicht nur ein Traum für Kim Jong-un selbst, sondern auch für seinen Großvater und seinen Vater war, die ebenfalls direkte Verhandlungen mit der amerikanischen Seite anstrebten. Allerdings konnte Kim Jong-un während des Gipfels am 12. Juni 2018 in Singapur mit Donald Trump sein Hauptziel - die Lockerung der Sanktionen - nicht erreichen. Dies führte zu einem signifikanten Wandel in seinem Ansatz zum Dialog mit den USA.
Die gescheiterten Verhandlungen stellten einen schweren Schlag für Pjöngjang dar, was zur Festschreibung des nuklearen Status Nordkoreas in der Verfassung des Landes als unveränderlich führte. Von nun an wird die Frage der Denuklearisierung nicht mehr zur Verhandlung gestellt, was auf eine Veränderung der Prioritäten des Regimes hinweist. Butyrska hob hervor, dass Kim Jong-un unter den aktuellen politischen Bedingungen nicht mehr so dringend auf Verhandlungen mit den USA angewiesen ist, nur um eine Lockerung der Sanktionen zu erreichen.
Die Expertin wies auch darauf hin, dass der russisch-ukrainische Krieg für Nordkorea eine bedeutende Chance darstellt. Der Zugang zu russischen Ressourcen ermöglichte es Kim Jong-un, die militärisch-industrielle Basis neu zu starten, die Armee zu modernisieren und durch den Export von Waffen eine langfristige Zusammenarbeit mit Russland aufzubauen. Dies zeigt, dass Kim Jong-un nicht mehr in dem Maße von den USA abhängig ist wie früher, da die auf das Land verhängten Sanktionen faktisch nicht auf einem Niveau wirken, das die Funktionsweise des Regimes kritisch beeinflussen könnte.
Nach Angaben der amerikanischen Geheimdienste haben die Deviseneinnahmen Nordkoreas den höchsten Stand seit der Einführung umfassender Sanktionen im Jahr 2018 erreicht, die aufgrund der Programme des Landes zur Entwicklung verbotener Waffen verhängt wurden. Dieses Einkommenswachstum ist auf Cyberdiebstähle und den Verkauf von Waffen an Russland zurückzuführen, was wiederum neue Möglichkeiten für Pjöngjang im Rahmen der internationalen Politik unterstreicht.
Somit kann Kim Jong-un, indem er die neuen Ressourcen und Möglichkeiten nutzt, die sich ihm bieten, seine Ambitionen weiterhin verfolgen, ohne von den Vereinigten Staaten abhängig zu sein. Dies deutet auf eine Veränderung der geopolitischen Situation in der Region und auf neue Herausforderungen hin, mit denen die USA und ihre Verbündeten im asiatisch-pazifischen Raum konfrontiert werden.
Wie Ukrinform berichtete, bleibt die Situation rund um Nordkorea angespannt, und die weiteren Schritte Kim Jong-uns könnten erhebliche Auswirkungen auf die Sicherheit in der Region haben. In einer Situation, in der das Land seine militärischen Fähigkeiten stärkt, muss die internationale Gemeinschaft auf neue Herausforderungen und Bedrohungen vorbereitet sein.
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