Kabinet der Minister hat neue eurointegrative technische Vorschriften für die Automobilindustrie genehmigt
Die ukrainische Regierung hat einen neuen technischen Regulierungsrahmen für die Konstruktion von Fahrzeugen verabschiedet, der auf die Anpassung an europäische Standards abzielt.
Der Kabinet der Minister der Ukraine hat einen neuen eurointegrativen technischen Regulierungsrahmen verabschiedet, der die Konstruktion von Fahrzeugen betrifft, einschließlich Autos, Bussen, Motorrädern, Anhängern und Sattelanhängern. Diese Entscheidung wurde durch die Verordnung des Kabinetts der Minister Nr. 389 vom 25. März 2026 getroffen und bereits auf dem Regierungsportal veröffentlicht.
Im Ministerium für Entwicklung von Gemeinschaften und Territorien der Ukraine wurde betont, dass der neue technische Regulierungsrahmen ausschließlich für die Produktion neuer Fahrzeuge gilt und nicht für bereits im Einsatz befindliche. Dies stellt einen wichtigen Schritt zur Anpassung der ukrainischen Gesetzgebung an europäische Standards dar, was Teil der Verpflichtungen der Ukraine auf dem Weg zur Eurointegration ist.
Nach Angaben der Ministeriumsvertreter definiert der neue technische Regulierungsrahmen die Standards, nach denen Fahrzeuge und deren Teile hergestellt werden. Im Kontext des Strebens der Ukraine nach einer Mitgliedschaft in der Europäischen Union muss dieser Prozess den Anforderungen und Standards der EU entsprechen, was angesichts der aktuellen Herausforderungen von besonderer Bedeutung ist.
„Derzeit gelten in der Ukraine Anforderungen nur für 30 Systeme von Fahrzeugen. In der EU sind solche Anforderungen für 75 Systeme festgelegt. Das bedeutet, dass die Ukraine derzeit weniger als 40 % der Normen im Bereich Sicherheit und Konstruktion von Fahrzeugen implementiert hat. Der aktualisierte technische Regulierungsrahmen soll diese Lücke erheblich verringern“, erklärten die Vertreter des Ministeriums für Entwicklung.
Der neue Regulierungsrahmen führt eine Reihe moderner Anforderungen an die Verkehrssicherheit ein, die bereits in der Europäischen Union gelten. Dazu gehören: Systeme für automatisches Notbremsen (AEBS), Notrufsysteme (eCall), neue Anforderungen an Beleuchtung, Signalgebung und Bremssysteme sowie aktualisierte Standards zum Schutz von Passagieren, einschließlich Sicherheitsmaßnahmen bei Verkehrsunfällen.
Darüber hinaus sehen die neuen Vorschriften einen Schutz der Fahrzeuge vor Cyberangriffen und Diebstahl vor, einschließlich Anforderungen an Systeme zum Schutz vor unbefugtem Zugriff, was in der heutigen Welt, in der Cybersicherheit immer wichtiger wird, von großer Bedeutung ist.
Es werden auch Umweltstandards eingeführt, die moderne Anforderungen an CO2-Emissionen, Kraftstoffverbrauch und Energieeffizienz, insbesondere nach den WLTP-Standards, umfassen. Dies wird dazu beitragen, die negativen Auswirkungen von Fahrzeugen auf die Umwelt zu verringern und den Übergang zu umweltfreundlicherem Verkehr zu fördern.
Für eine Reihe von Systemen, wie Bremsen, Sicherheitsgurte, Beleuchtung und Kindersitze, werden die Standards auf das Niveau der EU aktualisiert, was die Sicherheit auf den Straßen erhöhen wird. Zudem werden neue Ansätze zur Zertifizierung von Fahrzeugen eingeführt, einschließlich Elektrofahrzeugen und Hybridautos, die den modernen Marktanforderungen entsprechen.
Ein wichtiger Aspekt des neuen technischen Regulierungsrahmens ist die Änderung der Zertifizierungsregeln für die genannten Fahrzeugteile. Dies umfasst die Digitalisierung des Verfahrens zur Vermeidung von Missbrauch und zur Gewährleistung von Transparenz. Insbesondere wird die obligatorische Fotodokumentation der Fahrzeugtests eingeführt, und alle Zertifikate über die Konformität sowie Testprotokolle werden in ein bereits erstelltes spezielles Register eingetragen. Dies wird die Überprüfung der Echtheit von Zertifikaten und Tests ermöglichen.
Die Verordnung tritt sechs Monate nach ihrer Veröffentlichung in Kraft, also faktisch im September 2026. Das Ministerium für Entwicklung betonte, dass die Annahme des technischen Regulierungsrahmens einen wichtigen Schritt zur Integration in den europäischen Verkehrsraum darstellt, die Sicherheit des Verkehrs für Fahrer und Passagiere erhöht und den Zugang ukrainischer Fahrzeuge zum EU-Markt erleichtert. Dies eröffnet Möglichkeiten für die gegenseitige Anerkennung von Zertifikaten und die Integration in europäische Systeme.
Frühere Berichte hatten ergeben, dass die EU-Kommissarin für Erweiterung, Marta Kos, dem Vorsitzenden der Werchowna Rada, Ruslan Stefanchuk, einen Brief mit einer Liste von Reformen übergeben hat, die die Ukraine umsetzen muss, um die Bereitstellung von 4 Milliarden Euro im Rahmen des Programms Ukraine Facility zu entblocken.