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Genetische Störung im Gehirn erklärt, warum Menschen an veralteten Ideen festhalten

Eine neue Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zeigt, dass eine genetische Störung im Gehirn das Festhalten an überholten Überzeugungen erklären kann, selbst wenn die Realität offensichtlich ist.

Warum halten einige Menschen so hartnäckig an Ideen fest, die längst nicht mehr funktionieren, selbst wenn die Realität sie direkt konfrontiert? Diese Frage könnte nicht nur mit Sturheit oder einem schlechten Charakter zusammenhängen, sondern vielmehr mit einer spezifischen technischen 'Basis' in unserem Gehirn. Neurobiologen des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine genetische Störung entdeckt, die das Denken in der Falle vergangener Erfahrungen festhält. Diese Entdeckung erklärt kognitive Blockaden bei Schizophrenie und zeigt, wie unser innerer Computer seine Überzeugungen aktualisiert oder eben nicht, berichtet SciTechDaily.

Der Hauptverdächtige in dieser Geschichte ist das Gen grin2a. Es ist verantwortlich für den Aufbau von NMDA-Rezeptoren – einer Art von Empfängern, ohne die Neuronen nicht richtig miteinander 'kommunizieren' und nichts Neues lernen können. Wenn in diesem Gen ein Fehler auftritt, beginnt die Hauptverbindung zwischen dem mediodorsalen Thalamus (dem Zentrum für Signalverarbeitung) und dem präfrontalen Kortex (dem Bereich, in dem Entscheidungen getroffen werden) zu 'laggen'. Dies führt zu ernsthaften Problemen in der kognitiven Funktion.

Um diesen Fehler in Aktion zu sehen, organisierten die Wissenschaftler einen echten Test für Mäuse. Die Nagetiere mussten zwischen zwei Hebeln wählen: Einer gab sofort ein Futterstück aus, während der andere ein ganzes Festmahl versprach, aber mit jedem Mal mehr Druck erforderte. Gesunde Tiere 'erkannten' schnell das Muster: Sobald die große Belohnung zu teuer für den Aufwand wurde, wechselten sie ruhig zur einfacheren Option. Dies zeugt von ihrer Fähigkeit, sich an Veränderungen anzupassen.

Im Gegensatz dazu 'hingen' Mäuse mit der Mutation grin2a einfach fest. Sie zogen entweder chaotisch an allem, was sie konnten, oder drückten bis zum Schluss auf den Hebel, der längst nicht mehr vorteilhaft war. Sie konnten physisch nicht verstehen, dass sich die Spielregeln geändert hatten. Dieses Phänomen bestätigt, dass falsche Überzeugungen so stark sein können, dass sie die Fähigkeit zur Entscheidungsfindung blockieren.

Die Forscherin Tingting Zhou erklärt dies durch den Konflikt zwischen 'Erwartungen' und 'Realität'. Normalerweise vergleicht das Gehirn ständig, was wir über die Welt wissen (unsere Erfahrungen), mit dem, was wir jetzt sehen. Bei kognitiven Störungen, insbesondere bei Schizophrenie, erhalten alte Daten den Status einer 'absoluten Wahrheit'. Das Gehirn ignoriert einfach neue Signale von den Sinnesorganen und zieht das veraltete innere Bild vor. Dies führt dazu, dass eine Person nicht angemessen auf Veränderungen in ihrer Umgebung reagieren kann.

Doch das Interessanteste geschah am Ende des Experiments. Die Wissenschaftler beschlossen zu überprüfen, ob es möglich ist, ein solches Gehirn 'neu zu programmieren'. Mithilfe von Optogenetik – einer Methode, bei der Neuronen durch Lichtblitze aktiviert werden – stimulierten sie künstlich denselben Thalamus bei den 'fehlerhaften' Mäusen. Das Ergebnis war verblüffend: Sobald die Verbindung wiederhergestellt war, begannen die Mutantenmäuse, Entscheidungen ebenso angemessen und schnell zu treffen wie ihre gesunden Verwandten. Tatsächlich 'reparierten' die Wissenschaftler manuell die Fähigkeit zur Anpassung, was neue Horizonte für die Behandlung kognitiver Störungen eröffnet.

Obwohl die Mutation dieses spezifischen Gens nicht bei jedem Patienten vorkommt, ist der gefundene neuronale Weg eine gemeinsame Straße für viele Störungen. Jetzt sucht das Team des MIT nach Möglichkeiten, diese Kette mit herkömmlichen Medikamenten und nicht mit Lasern zu beeinflussen. Wenn dies gelingt, könnten wir den Schlüssel zur Behandlung von Zuständen erhalten, bei denen eine Person einfach nicht aus der Gefangenschaft ihrer eigenen Illusionen entkommen kann, weil ihr Gehirn sich weigert, die 'Software' zu aktualisieren. Dies könnte einen bedeutenden Fortschritt im Verständnis und in der Behandlung psychischer Störungen darstellen.

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