Generalmajor der SBU fordert Überprüfung der Mobilisierungspolitik in der Ukraine
Ein ehemaliger Generalmajor der Sicherheitsbehörde der Ukraine (SBU) äußert Besorgnis über die Mobilisierungssituation in der Ukraine und fordert eine Neubewertung der aktuellen Strategien.
Generalmajor der Reserve der Sicherheitsbehörde der Ukraine (SBU) und ehemaliger stellvertretender Leiter der SBU hat seine Besorgnis über die Mobilisierungssituation in der Ukraine geäußert. Er betont, dass es eine ernsthafte moralische Disproportionalität in der Armee gibt. Viele der mobilisierten zivilen Männer haben keine militärische Erfahrung und sind oft älter als die Soldaten, die sie ersetzen. Diese Personen, die zuvor in verschiedenen Bereichen wie Ingenieurwesen, Fahrdienst, Informationstechnologie und Bildung tätig waren, durchlaufen eine grundlegende Ausbildung und werden dann in Kampfverbände geschickt, oft an die gefährlichsten Frontabschnitte.
Auf der anderen Seite gibt es in der Ukraine eine beträchtliche Anzahl von Militärs, die in den Ruhestand gegangen sind, sowie Reservisten, die bereits im Alter von 40 Jahren oder sogar früher in den Ruhestand traten. Viele von ihnen verfügen über die erforderliche Erfahrung, Ausbildung, Ränge und Managementfähigkeiten sowie über die physische Fitness. Diese Fachkräfte könnten in der Ausbildung, in Stäben, in den territorialen Rekrutierungszentren (TCK), in Ausbildungszentren, in Versorgungsdiensten und in der Analyse von großem Nutzen sein. Allerdings ist ein erheblicher Teil dieser Personengruppe faktisch aus dem Verteidigungssystem des Staates ausgeschlossen worden.
Der General stellt fest, dass das Problem nicht in den Persönlichkeiten der Militärs im Ruhestand liegt, sondern darin, dass der Staat bisher kein effektives System zur Nutzung dieses personellen Ressourcenpools geschaffen hat. Er stellte eine Reihe von Fragen auf, die die Logik der Mobilisierungspolitik in Frage stellen: Wie kann der Staat von einem Mangel an ausgebildeten Kommandanten, Ausbildern und Fachleuten sprechen, während er gleichzeitig keine Personen einbezieht, die er selbst ausgebildet hat und denen er Militärpensionen zahlt?
Der General hob auch hervor, dass es ungerecht erscheint, wenn der Staat einen 45-jährigen Zivilisten ohne militärische Erfahrung mobilisiert, während es keinen systematischen Mechanismus gibt, um einen 42-jährigen ehemaligen Offizier einzubeziehen. Dies führt zu einem Gefühl der Ungerechtigkeit in der Gesellschaft, das zu Enttäuschung und Demotivation unter den aktiven Militärs führen kann. Wenn Soldaten sehen, dass unerfahrene Zivilisten an ihrer Seite kämpfen, während erfahrene Profis außerhalb des Systems bleiben, kann dies den moralischen Geist der Armee negativ beeinflussen.
General Rakhmanin wies auch darauf hin, dass die Mobilisierung von Zivilisten und die Vernachlässigung von Militärs im Ruhestand zu Frustration führen. Die Gesellschaft beginnt, das Vertrauen in die Gerechtigkeit zu verlieren, und Kriege werden nicht nur mit Waffen, sondern auch mit einem Gefühl von Gerechtigkeit gewonnen. Diese Frage ist nicht populistisch, da eine klare staatliche Logik zur Lösung des Problems erforderlich ist.
Zu den Vorschlägen des Generals gehört die Durchführung eines umfassenden Audits von Militärs im Ruhestand und Reservisten bis zu einem bestimmten Alter, um klar zu verstehen, wer von ihnen für den Dienst in Frage kommt. Er forderte auch die Wiederherstellung des Prinzips, dass der Staat von einer arbeitsfähigen Person, die während des Krieges eine Militärpension erhält, eine bestimmte Form des Dienstes erwarten kann, selbst wenn dies nicht an der Front ist.
Darüber hinaus schlägt der General vor, einen systematischen Mechanismus zur Einbeziehung dieser Personengruppe in Ausbilderkorps, Mobilisierungseinheiten, Ausbildungszentren, territoriale Verteidigung und den Schutz kritischer Infrastrukturen zu schaffen. Er wies auch auf die Notwendigkeit hin, fingierte Feststellungen über Untauglichkeit zu überprüfen, die möglicherweise aufgrund von Korruption oder Beziehungen getroffen wurden.
Abschließend betonte der General, dass eine Militärpension während eines großen Krieges nicht nur ein Recht, sondern auch eine Verantwortung ist. Berufliche militärische Erfahrung während des Krieges ist eine wichtige Ressource für die nationale Sicherheit. Wenn der Staat nicht in diese Richtung handelt, wird die Gesellschaft weiterhin das Gefühl haben, dass es zwei Kriege gibt: einen für diejenigen ohne Verbindungen und einen für diejenigen, die bereits gedient haben. Dies könnte der gefährlichste Faktor für die Armee werden, denn keine Armee wird das Gefühl der Ungerechtigkeit ertragen können.