Russischer Bundeshaushalt erneut mit einem Defizit von 4,576 Billionen Rubel
Der Bundeshaushalt Russlands weist im Zeitraum von Januar bis März 2026 erneut ein Defizit von 4,576 Billionen Rubel auf, was bei Ökonomen und Analysten für große Besorgnis sorgt.
Der Bundeshaushalt Russlands wurde im Zeitraum von Januar bis März 2026 erneut mit einem Defizit von 4,576 Billionen Rubel bilanziert. Diese alarmierenden Informationen wurden in einem Artikel der Moscow Times veröffentlicht, der unter Ökonomen und Analysten für erhebliches Aufsehen sorgte.
Den Berichten zufolge beliefen sich die Einnahmen des Haushalts im ersten Quartal 2026 auf 8,309 Billionen Rubel, während die Ausgaben mit 12,885 Billionen Rubel 1,5-mal höher waren. Dies führte dazu, dass im Haushalt jeder dritte Rubel der Ausgaben ohne ausreichende steuerliche Einnahmen verblieb. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres hat sich das Defizit um 133 % erhöht und überstieg die für das gesamte Jahr geplanten Ausgaben um 700 Milliarden Rubel.
Besonders besorgniserregend ist der Rückgang der Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor, die um 45 % gesunken sind und den niedrigsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht haben – 1,445 Billionen Rubel. Trotz der Erhöhung der Steuern stiegen die Einnahmen aus nicht-rohstoffbasierten Sektoren der Wirtschaft nur um 7,1 % auf 6,866 Billionen Rubel. Infolgedessen verringerten sich die Gesamteinnahmen des Haushalts um 8,2 %, während die Ausgaben um 17 % anstiegen, was auf ernsthafte finanzielle Probleme des Landes hinweist.
Ökonomen weisen darauf hin, dass das russische Steuergesetz so gestaltet ist, dass die Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor mit einer gewissen Verzögerung auf Preisänderungen reagieren. "Deshalb wird der Effekt der gestiegenen Ölpreise im russischen Haushalt erst im April spürbar sein. Der durchschnittliche Preis für Urals im März, der bei der Berechnung der Aprilsteuern berücksichtigt wird, betrug 77 Dollar pro Barrel, was zusätzliche Steuereinnahmen von 215-220 Milliarden Rubel aus der Mineralienförderung bringen wird", heißt es in dem Artikel.
Die Prognosen russischer Experten deuten darauf hin, dass im April etwa 1 Billion Rubel an Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor in den Haushalt der Russischen Föderation fließen werden, was doppelt so viel ist wie im Durchschnitt der ersten drei Monate des Jahres. Dies könnte eine gewisse Erleichterung für die finanzielle Situation bringen, doch das Gesamtbild bleibt besorgniserregend.
Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Einnahmen des russischen Bundeshaushalts aus Öl und Gas im März 2026 im Vergleich zum März 2025 um 464 Milliarden Rubel gesunken sind und 617 Milliarden Rubel erreichten. Im Jahr 2025 fielen die Einnahmen aus Öl und Gas im Vergleich zum Jahr 2024 um 24 %, von 11,13 Billionen Rubel auf 8,48 Billionen Rubel (108,03 Milliarden Dollar) aufgrund des Rückgangs der Ölpreise und der Stärkung des Rubels. Dies ist der niedrigste Stand seit 2020.
Die Einnahmen aus Öl und Gas bleiben die wichtigste Finanzierungsquelle für den Kreml und machen etwa ein Viertel aller Einnahmen des Bundeshaushalts aus. Im Jahr 2024 flossen 11,13 Billionen Rubel aus Öl und Gas in den russischen Haushalt, was die Bedeutung dieses Sektors für die Wirtschaft des Landes unterstreicht.
Somit zeigt die Situation des russischen Haushalts im ersten Quartal 2026, dass das Land vor ernsthaften finanziellen Herausforderungen steht. Der Rückgang der Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor und das Wachstum der Ausgaben gefährden die Stabilität des Haushalts und die wirtschaftliche Situation insgesamt.