Kyiv Post

Erdogan bietet Istanbul für Friedensverhandlungen an, Selenskyj stimmt neuer Sicherheitskooperation zu

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben nach hochrangigen Gesprächen in Istanbul am Samstag, dem 4. April, neue Schritte im Bereich Sicherheit und Energie vereinbart.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben nach hochrangigen Gesprächen in Istanbul am Samstag, dem 4. April, neue Schritte im Bereich Sicherheit und Energie vereinbart. Dies gab das Büro des Präsidenten der Ukraine nach dem Treffen der beiden Staatsoberhäupter bekannt.

Während des Treffens bekräftigte Erdogan die Bereitschaft der Türkei, eine führende Rolle bei der Erreichung eines nachhaltigen Friedens zu spielen, und schlug vor, eine neue Runde von Verhandlungen zwischen den Delegationen der Ukraine, der Vereinigten Staaten und Russland abzuhalten.

Selenskyj kommentierte diesen Vorschlag und erklärte: "Erdogan bietet an, Friedensverhandlungen in Istanbul abzuhalten; wir sind bereit zu kommen." Diese Aussage machte er nach einem Treffen mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios, das nach den Gesprächen mit Erdogan stattfand.

Die beiden Staatsoberhäupter diskutierten auch praktische Schritte für gemeinsame Projekte im Bereich der Gasinfrastruktur und die Entwicklung von Gasfeldern. Selenskyj betonte, dass die Teams in den kommenden Tagen die Einzelheiten dieser Vereinbarungen abschließen werden.

"Wir haben neue Schritte im Bereich der Sicherheitskooperation vereinbart. Dies betrifft vor allem die Bereiche, in denen wir die Türkei unterstützen können: Expertise, Technologien und Erfahrung", schrieb Selenskyj in Telegram. Er dankte dem türkischen Volk für ihre kontinuierliche Unterstützung der Unabhängigkeit und territorialen Integrität der Ukraine.

Dieses Treffen fand zu einem wichtigen diplomatischen Zeitpunkt statt, denn nur einen Tag zuvor hatte Erdogan ein Telefonat mit dem Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, geführt, in dem Sicherheitsfragen im Schwarzen Meer und der Konflikt im Nahen Osten erörtert wurden. Moskau hatte kürzlich Kiew beschuldigt, Angriffe auf die TurkStream-Pipeline durchgeführt zu haben, was die Ukraine jedoch bestreitet, während Russland weiterhin Selenskyjs Vorschlag für einen Osterwaffenstillstand und den Schutz von Energieanlagen ignoriert.