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Experten schlagen neues Modell der Energieerzeugung für Gemeinden in der Ukraine vor

Analysten der Ukraine Facility Platform (UAFP) haben ein innovatives Modell der Energieerzeugung vorgestellt, das die energetische Situation in der Ukraine erheblich verbessern könnte. Dieses Modell nutzt bestehende Netzwerke kommunaler Unternehmen, um Gemeinden eine schnelle und kostengünstige Implementierung eigener Energieerzeugung zu ermöglichen.

In einer jüngsten Analyse hat die Ukraine Facility Platform (UAFP) ein neues Modell der Energieerzeugung präsentiert, das als potenzieller Wendepunkt für die energetische Stabilität in der Ukraine angesehen wird. Die Experten sind der Überzeugung, dass der größte Nutzen aus der Nutzung bereits vorhandener Netzwerke kommunaler Unternehmen gezogen werden kann. Dies würde es den Gemeinden ermöglichen, ihre eigene Energieerzeugung schnell zu starten, ohne dass umfangreiche gesetzliche Änderungen oder teure neue Anschlüsse erforderlich sind.

Die vorgeschlagene Modellierung des "aktiven Verbrauchers" erlaubt es Unternehmen, kleine Kraftwerke und Energiespeicher direkt auf dem Gelände von Wasserwerken, Heizungs- und Energieversorgungsunternehmen sowie anderen kommunalen Einrichtungen zu installieren. Laut den Schätzungen der UAFP könnte diese Umsetzung bereits bis zum Winter 2026-2027 erfolgen, was für die Sicherstellung einer stabilen Energieversorgung im Land von entscheidender Bedeutung ist.

In ihrer analytischen Notiz erläutert die UAFP, warum dieser Ansatz der erste konkrete Schritt zu einer neuen Architektur des Energiesystems in der Ukraine sein könnte. Laut den Daten von Ukrenergo muss die Ukraine in den nächsten zehn Jahren 9,5 GW neue Kapazitäten hinzufügen. Im Winter 2025-2026 betrug der Mangel an elektrischer Energie zwischen 4,5 und 4,7 GW, und im Februar 2026, während einer Kältewelle, waren gleichzeitig bis zu 10 Millionen Menschen ohne Strom.

Das Modell des "aktiven Verbrauchers" funktioniert folgendermaßen: Ein Unternehmen kann eine Erzeugungskapazität von bis zu 5 MW an den internen Netzen des kommunalen Unternehmens installieren, das dann zum "aktiven Verbraucher" wird. Der gesamte erzeugte Strom wird im Rahmen eines Vertrages an dieses Unternehmen verkauft, während Überschüsse vom kommunalen Unternehmen ins Netz verkauft werden können. Wichtig ist, dass hierfür keine Lizenzen für die Erzeugung oder den Verkauf erforderlich sind und für die eigene Erzeugung keine Übertragungs- und Verteilungstarife gezahlt werden müssen.

Die Experten haben auch spezifiziert, welche Anlagen angeschlossen werden können und in welchem Zeitrahmen dies möglich ist. Beispielsweise kann eine Solaranlage innerhalb von drei Monaten angeschlossen werden, während eine Gasmotoranlage sechs Monate benötigt. Auch Energiespeicheranlagen können innerhalb von sechs Monaten installiert werden. Biogas- oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf Biomasse können je nach Brennstofflogistik angeschlossen werden.

Diese Anlagen werden an bereits bestehenden Anschlussstellen kommunaler Unternehmen angeschlossen, was den Bau neuer Netze und die Kosten für die Anschlusserzeugung vermeidet. Dies ermöglicht auch die Inbetriebnahme von Anlagen, die derzeit ungenutzt sind. Laut UAFP könnte dies etwa 900 MW an überschüssiger Ausrüstung in den Gemeinden umfassen.

Ein anschauliches Beispiel für die Umsetzung dieses Modells ist die Stadt Kamjanez-Podilskyi in der Oblast Chmelnyzkyj, wo auf der Basis eines kommunalen Unternehmens, der Stadtwärme- und Wasserversorgung, 2 MW neue Erzeugungskapazität und 8-18 MW Energiespeicher installiert werden können. In Lwiw, an 40 Standorten von fünf kommunalen Unternehmen, liegt das Potenzial bei 15 MW neuer Erzeugung und 45-90 MW Energiespeichern, was die kritische Infrastruktur auch während Stromausfällen sichern würde.

Für Unternehmen bietet dieses Modell vorbereitete Standorte, Einsparungen bei den Investitionskosten, garantierte Abnahme des gesamten Stroms und eine schnellere Amortisation. Für die Gemeinden bedeutet dies eine zuverlässige Versorgung der Wasserwerke und Heizungsunternehmen im Winter, eine Senkung der Kosten für kommunale Unternehmen, die Anwerbung privater Investitionen und eine zügige Inbetriebnahme überschüssiger Ausrüstung.

Die UAFP betont, dass das Modell des "aktiven Verbrauchers" nicht nur eine Vorbereitung auf den kommenden Winter darstellt, sondern auch einen ersten effektiven Schritt in Richtung dezentraler Energieerzeugung rund um die Gemeinden ist. Zunächst auf bestehenden Netzen und später durch eine vollständige Integration der Unternehmen in den Energiemarkt. Wenn Gemeinden und Regierung diese schnellen Lösungen jetzt nutzen, könnten innerhalb von sechs Monaten Hunderte von Megawatt an dezentraler Erzeugung in Betrieb genommen werden, was die Stabilität des Energiesystems der Ukraine erheblich erhöhen würde.