Besatzung der Artemis-2-Mission wird seltene Sonnenfinsternis vom Mond aus beobachten
Am Montagabend, dem 6. April, wird die Besatzung der Artemis-2-Mission Zeuge eines der seltensten astronomischen Phänomene — einer totalen Sonnenfinsternis aus der Perspektive des Mondes.
Am Montagabend, dem 6. April, wird die Besatzung der Artemis-2-Mission Zeuge eines der seltensten astronomischen Phänomene — einer totalen Sonnenfinsternis aus der Perspektive des Mondes. Dieses einzigartige Ereignis wird stattfinden, während das Raumschiff Orion den Mond auf der Rückseite umkreist, und die vier Astronauten werden die Möglichkeit haben, ein Spektakel zu beobachten, das sich grundlegend von dem unterscheidet, was wir von der Oberfläche unseres Planeten aus sehen können.
Laut Kelsey Young, der Leiterin der NASA-Abteilung für wissenschaftliche Flüge, wird die Nähe zum Mond dazu führen, dass die Mondscheibe für die Besatzung deutlich größer erscheint als für die Beobachter auf der Erde. Infolgedessen wird die Sonne für das Raumschiff etwa 53 Minuten lang aus dem Sichtfeld verschwinden. Dies übersteigt die maximale Dauer einer totalen Sonnenfinsternis, die auf der Erde möglich ist, um das Siebenfache. Der Beginn des Phänomens wird um 20:35 Uhr Eastern Time (00:35 Uhr Greenwich Mean Time am 7. April) erwartet.
Zu diesem Zeitpunkt wird sich Orion in einer rekordverdächtigen Entfernung von 406.773 Kilometern von der Erde befinden, was 6.400 Kilometer mehr ist als der Rekord der legendären Apollo-13-Mission, der 1970 aufgestellt wurde. Für die Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen wird diese Finsternis nicht nur ein visuelles Geschenk sein, sondern auch eine wichtige wissenschaftliche Mission.
Die NASA hat der Besatzung den Auftrag gegeben, die Merkmale der Sonnenkorona detailliert zu beschreiben, da das menschliche Auge in der Lage ist, Farbnuancen und Schattierungen wahrzunehmen, die oft von automatischen Kameras übersehen werden. Diese Beobachtungen werden neue Daten über die Sonne liefern, die für zukünftige Forschungen von Nutzen sein könnten.
Zusätzlich zur Untersuchung der Sonne werden die Astronauten besonderes Augenmerk auf die Oberfläche der Rückseite des Mondes legen. Wissenschaftler hoffen, dass visuelle Beobachtungen helfen werden, neue geologische Merkmale zu entdecken, ähnlich wie die Besatzung der Apollo 17 einst den orangefarbenen Regolith entdeckte, der das Verständnis des Mondvulkanismus veränderte. Dies könnte neue Horizonte im Verständnis der geologischen Geschichte des Mondes eröffnen.
Diese seltene Beobachtung wurde durch eine Verschiebung des Zeitplans möglich: Ursprünglich war der Start für Februar geplant, aber aufgrund technischer Überprüfungen der Trägerrakete fand der Start am 1. April statt. Derzeit bereitet sich das Raumschiff Artemis 2 auf die Rückkehr zur Erde vor.
Das Ende der zehn-tägigen Mission ist für Freitag, den 10. April, geplant, wenn die Kapsel im Pazifischen Ozean in der Nähe von San Diego landen wird. Diese Mission stellt einen wichtigen Schritt im NASA-Programm dar, das darauf abzielt, Menschen zum Mond zurückzubringen und weitere Erkundungen des Weltraums durchzuführen.