НВ (Новое Время)

Forscher entdecken, dass eine Insel in Fidschi durch menschliche Aktivitäten entstanden ist

Wissenschaftler, die an der Küste von Kulasavani im Norden der Insel Vanua Levu in Fidschi tätig sind, haben eine erstaunliche Entdeckung gemacht, die unser Verständnis der Inselbildung im Pazifik verändern könnte.

Wissenschaftler, die an der Küste von Kulasavani im Norden der Insel Vanua Levu in Fidschi tätig sind, haben eine erstaunliche Entdeckung gemacht, die unser Verständnis der Inselbildung im Pazifik verändern könnte. Ein Objekt mit einer Fläche von 3000 Quadratmetern, das zuvor als Ergebnis eines mächtigen Tsunamis angesehen wurde, hat sich als das Produkt menschlicher Aktivitäten herausgestellt. Diese Entdeckung stellt traditionelle Vorstellungen über Naturkatastrophen und deren Einfluss auf die Landschaftsbildung in Frage.

Eine geoarchäologische Untersuchung hat gezeigt, dass diese kleine Insel, die sich 60 Zentimeter über dem mittleren Hochwasserstand erhebt, fast vollständig aus Überresten essbarer Muscheln besteht, die mit sandigem Lehm vermischt sind. Diese Entdeckung deutet darauf hin, dass die Insel das Ergebnis der Ansammlung von Nahrungsabfällen ist, die von den ersten Siedlern dieser Region hinterlassen wurden.

Die Analyse von Materialien, die von Krebsen aus einer Tiefe von bis zu 50 Zentimetern an die Oberfläche gebracht wurden, hat bestätigt, dass die Muschelschichten nicht oberflächlich sind. Radiokohlenstoffdatierungen zeigen, dass der Großteil der Ablagerungen vor etwa 1200 Jahren, ungefähr im Jahr 760 nach Christus, entstanden ist. Dies weist darauf hin, dass die Insel eine bedeutende Geschichte hat, die mit menschlicher Aktivität verbunden ist.

Ursprünglich nahmen die Wissenschaftler an, dass die Muscheln durch eine gigantische Welle an den Strand gespült wurden, doch die Homogenität der gefundenen Muschelarten deutet auf etwas anderes hin: Es handelte sich um Nahrungsabfälle der ersten Siedler. Solche Ablagerungen werden in der Archäologie als "Müllhaufen" oder Midden bezeichnet. In der westlichen Pazifikregion haben alte Völker, deren Ernährung auf Meeresfrüchten basierte, häufig Muscheln in seichtes Wasser geworfen. Im Laufe der Zeit sammelten sich diese Abfälle an und bildeten zusammen mit dem natürlichen Absinken des Meeresspiegels eine vollwertige Landmasse, die bewohnbar war.

Die Hypothese wird auch durch gefundene Keramikfragmente gestützt, die auf die Anwesenheit menschlicher Siedlungen in dieser Region hinweisen. Sollte sich die Theorie über den menschlichen Ursprung bestätigen, wäre dies der erste dokumentierte Fall der Entstehung einer gesamten Insel aus Haushaltsmüll im südlichen Pazifik westlich von Papua-Neuguinea.

Derzeit plant das Forscherteam, weitere Untersuchungen durchzuführen, um den Tsunami-Faktor endgültig auszuschließen und die mündlichen Überlieferungen der lokalen Bewohner zu erforschen, die möglicherweise Erinnerungen an die Entstehung dieses ungewöhnlichen Landstücks bewahren. Die Ergebnisse ihrer Arbeit wurden bereits in der wissenschaftlichen Zeitschrift Geoarchaeology veröffentlicht, was die Bedeutung dieser Entdeckung für die Archäologie und Geoarchäologie unterstreicht.