Aviationsexperte Valerij Romanenko über Drohnenstatistik, Produkte von Fire Point und Bedrohungen aus Weißrussland
Valerij Romanenko, ein renommierter Aviationsexperte und leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des Staatlichen Luftfahrtmuseums, hat in einem kürzlichen Interview mit Radio NV bedeutende Informationen über den Einsatz von Drohnen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine geteilt.
In einem aufschlussreichen Gespräch erläuterte Romanenko, dass westliche Medien bestätigen, dass die ukrainischen Streitkräfte im März einen Rekord bei der Anzahl der gestarteten Angriffs-Drohnen auf russischem Territorium erreicht haben. Diese Zahl bezieht sich sowohl auf Mittelstrecken- als auch auf Langstreckenangriffe, wobei die Differenz in der Anzahl der Einsätze bei etwas weniger als tausend liegt. Dies verdeutlicht die Intensität und den Umfang der militärischen Aktivitäten der Ukraine in diesem Konflikt.
Besonders bemerkenswert ist, dass in der Nacht in Orenburg, einer russischen Stadt, die mindestens 1100 Kilometer von den ukrainischen Grenzen entfernt ist, zunächst ein Raketenalarm ausgelöst wurde. Obwohl später die Informationen über angeblich nicht abgefeuerte Raketen zurückgenommen wurden, betonte Romanenko, dass dennoch etwas vorgefallen sein muss. Auch die vorübergehend besetzten Gebiete, darunter Luhansk und Feodosia, wurden Ziel von Drohnenangriffen, was die aktive Rolle der ukrainischen Streitkräfte unterstreicht.
Ein weiterer zentraler Punkt in Romanenkos Analyse war die Situation in der Bucht von Noworossijsk, wo, laut seinen Angaben, die Fregatte Admiral Makaron, das letzte große Schiff der russischen Schwarzmeerflotte, vor Anker lag. Auf dieses Schiff wurden zwei Drohnen vom Typ Flugzeug abgeworfen. Dies deutet darauf hin, dass die russische Marine erhebliche Verluste erleidet. Russische Kriegsberichterstatter berichten, dass das Schwarze Meer für die russischen Streitkräfte deutlich weniger sicher geworden ist, was sie dazu zwingt, ihre Schiffe aus dieser Region abzuziehen.
Romanenko wies zudem darauf hin, dass die Statistiken über Drohneneinsätze mit Vorsicht betrachtet werden sollten. 'Sie wissen ja, dass es drei Arten von Lügen gibt, und eine davon ist die Statistik', bemerkte er und wies darauf hin, dass die russische Seite möglicherweise die Daten manipuliert. Laut seinen Aussagen behaupten die Russen, dass die ukrainischen Streitkräfte mehr Drohnen gestartet haben, während sie in jeder Region von 100 bis 500 abgeschossenen ukrainischen Drohnen berichten. Dies könnte den Eindruck erwecken, dass die Anzahl der Drohnen nur steigt, auch wenn dies in Wirklichkeit nicht der Fall ist.
In seinem Interview sprach Romanenko auch über die breite Palette von Produkten der Firma Fire Point, die aktiv Drohnen an die ukrainischen Streitkräfte liefert. Er hob hervor, dass die Produkte dieses Unternehmens zu einem wichtigen Element für die Effektivität der militärischen Operationen der Ukraine geworden sind. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Gesprächs war das Thema der Graphitbomben, die von den ukrainischen Streitkräften verwendet werden, um feindliche Ziele zu treffen.
Insgesamt bleibt die Situation an der Front angespannt, und Romanenko betonte, dass die Bedrohung durch Weißrussland ebenfalls nicht unterschätzt werden sollte. Er appellierte an die Notwendigkeit, alle Aspekte des Konflikts aufmerksam zu verfolgen, da die Entwicklungen in der Region erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtlage haben könnten.