Fünf bedeutende Geschenke an Kiew, die sein Gesicht verändert haben
Kiew, die Hauptstadt der Ukraine, ist bekannt für ihre architektonische Schönheit und kulturelle Erbes. Viele Orte, die heute untrennbar mit der Stadt verbunden sind, wurden durch großzügige Mäzene geschaffen, die einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung Kiews geleistet haben.
Kiew, die Hauptstadt der Ukraine, hat sich über die Jahre hinweg als ein Zentrum der kulturellen und architektonischen Schönheit etabliert. Doch viele der heutigen Wahrzeichen und Einrichtungen sind das Ergebnis des Engagements von Mäzenen – Unternehmern, Firmen und privaten Wohltätern. Diese Personen haben sich zu einem unverzichtbaren Teil des Lebens der Kiewer entwickelt und tragen aktiv zur Weiterentwicklung der Stadt bei. Die Redaktion von NV hat fünf herausragende Beispiele solcher bedeutenden 'Geschenke' zusammengestellt, die ein breites Spektrum abdecken – von großen Infrastrukturprojekten bis hin zu kulturellen Institutionen und punktuellen städtischen Initiativen.
Das erste Beispiel auf unserer Liste ist der Bessarabische Markt, der heute jedem Kiewer bekannt ist. Dieser Markt, der zum Symbol der Hauptstadt geworden ist, wurde einst durch den Mäzen Lazar Brodsky ins Leben gerufen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich auf diesem Gelände ein unorganisierter Markt, und die Stadt hatte nicht die Mittel, dies zu ändern. Doch dank des Testaments von Brodsky, der posthum eine beträchtliche Summe für die Entwicklung Kiews hinterließ, wurde beschlossen, einen neuen Markt zu bauen. Der Bessarabische Markt, der zwischen 1910 und 1912 nach den Plänen von Heinrich Hay errichtet wurde, stellte eine Verkörperung der fortschrittlichen Ingenieurlösungen seiner Zeit dar: Metallkonstruktionen, ein gläsernes Dach und ein durchdachtes Belüftungssystem. Im Keller wurde sogar die erste Kühlanlage Kiews installiert, was einen echten revolutionären Durchbruch im Handel darstellte.
Ein weiteres bedeutendes Projekt ist der Platz vor dem Bessarabischen Markt, wo eine Neugestaltung des Raumes geplant ist. Nach dem Abriss des Lenin-Denkmals im Jahr 2013 blieb dieses Gebiet unordentlich und für Fußgänger nur eingeschränkt zugänglich. Jetzt plant die Stadt, dieses Areal in einen offenen und einladenden öffentlichen Raum zu verwandeln. Die Pharmafirma Farmak, die den Großteil der Arbeiten finanzieren wird, möchte einen Beitrag zur Entwicklung Kiews leisten, mit dem sie seit über 100 Jahren verbunden ist. Das Projekt umfasst die Aufwertung des Gebiets, die Umgestaltung des Fußgängerbereichs des Taras-Schewtschenko-Boulevards und die Einrichtung von oberirdischen Fußgängerüberwegen. Der Raum wird barrierefrei und zugänglich für Menschen mit Behinderungen, Eltern mit Kinderwagen und ältere Menschen sein. Zudem wird ein neuer Brunnen, eine grüne Zone und bequeme Bänke zum Verweilen entstehen.
Der Kiewer Zoo ist ebenfalls ein Beispiel für eine mäzenatische Initiative, die zum Magneten der Hauptstadt geworden ist. Im Jahr 1907 gelang es der Gesellschaft der Tierliebhaber, vom Stadtverwaltung ein Grundstück für den Zoo zu erhalten. Doch die Einrichtung und der Unterhalt des Zoos wurden durch Spenden gesichert. Einzelne Mäzene wie Mykola Tereshchenko, Friedrich Falz-Fein und Wladyslaw Horodetsky finanzierten den Ausbau des Zoos, schenkten Tiere und stellten Mittel für den Unterhalt zur Verfügung. Diese Initiative, die als privates Projekt begann, hat sich im Laufe der Zeit zu einer vollwertigen städtischen Institution entwickelt, die seit über 100 Jahren besteht.
Nicht weniger bedeutend ist das Theater auf Podil, das zum Symbol der modernen Kultur in Kiew geworden ist. An der Stelle dieses Theaters befand sich zuvor ein verlassenes Bauprojekt. Das moderne Gebäude, das durch den Beitrag der Firma Roshen errichtet wurde, ist das erste Theatergebäude, das in der Ukraine seit fast 100 Jahren gebaut wurde. Die Architekten führten Studien durch, um ein Projekt zu entwickeln, das harmonisch in die bestehende Landschaft integriert ist. Das neue Gebäude ist barrierefrei und hat eine authentische Fassade, die mit altem Kiewer Ziegel verkleidet ist. Das Theater auf Podil ist das technisch am besten ausgestattete Theater des Landes, in dem nicht nur ukrainische Regisseure, sondern auch internationale Theaterstars Aufführungen inszenieren.
Ein weiteres Beispiel für Mäzenatentum ist das Kunstprojekt „Suchai!“, das über 50 Mini-Skulpturen umfasst, die kleine Fragmente der Geschichte der Stadt erzählen. Dieses Projekt wurde von der Kulturmanagerin Julia Bevzenko ins Leben gerufen, und die Finanzierung jeder Mini-Skulptur erfolgt durch private Spender. Die Sammlung wird ständig erweitert, und Elemente dieses Projekts sind überall in der Stadt versteckt, was es Kiewern und Touristen ermöglicht, sie im Rahmen einer Schatzsuche zu entdecken.
Mäzenatentum in Kiew existiert seit Jahrhunderten in verschiedenen Formen. Die heutige Hauptstadt, wie wir sie kennen, wäre ohne den Beitrag engagierter Wohltäter, die aktiv zur Entwicklung und Erhaltung des kulturellen Erbes beitragen, niemals entstanden.