10 Gründe, warum die Robotisierung den Verlauf des Krieges verändert: Meinung des CEO von DevDroid
Die moderne Kriegsführung verändert sich schneller, als die Armeen ihre Doktrinen anpassen können. Die Effektivität der Truppen hängt zunehmend von der Fähigkeit ab, Technologien zu skalieren und dem Gegner einen Schritt voraus zu sein.
Die moderne Kriegsführung verändert sich schneller, als die Armeen ihre Doktrinen anpassen können. Die Effektivität der Truppen hängt zunehmend von der Fähigkeit ab, Technologien zu skalieren und dem Gegner einen Schritt voraus zu sein. Der Tempo der technologischen Transformation wird entscheidend dafür sein, wie die Kampfoperationen in den kommenden Jahren aussehen werden.
Im Jahr 2023 wurde die massenhafte Anwendung von unbemannten Systemen zu einem entscheidenden Faktor auf dem Schlachtfeld. Der Luftraum hat sich in ein ständiges Überwachungsumfeld verwandelt, in dem jede Bewegung schnell erkannt und aus großer Entfernung angegriffen werden kann. Dies hat die Möglichkeit, dass Soldaten sicher an der Front bleiben, erheblich eingeschränkt, da die Risiken mit jedem neuen technologischen Schritt steigen.
Der nächste logische Schritt war die Transformation der Bodenoperationen. Aufgaben, die früher von Menschen erledigt wurden, wie die Lieferung von Munition, Evakuierung, Aufklärung oder das Halten von Positionen, befinden sich nun unter ständigem Feuerkontrolle. In solchen Bedingungen treten bodengestützte Roboterkomplexe von experimentellen Lösungen in die Kategorie alltäglicher Werkzeuge der Truppen über.
Was vor einigen Jahren noch als unterstützende Technologie betrachtet wurde, beginnt heute, Funktionen zu übernehmen, die traditionell der Infanterie vorbehalten waren. Für bodengestützte Roboterkomplexe ist der Moment des Skalierens faktisch gekommen. Sie übernehmen schrittweise die riskantesten Phasen von Operationen und formen ein neues Modell des Einsatzes von Kräften, in dem der Roboter im Zielbereich operiert, während der Mensch die Kontrolle außerhalb davon behält.
Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Kampftruppen mindestens 10 Kilometer tief in das besetzte Gebiet ausschließlich mit einer Kombination aus robotergestützten Mitteln – Luftsystemen, Bodenplattformen, FPV-Schutzmitteln und fernbedienten Kampfeinheiten – vorzudringen. Wenn wir es schaffen, uns an einer Stelle ohne Infanterie zu etablieren und unsere Positionen zu halten, könnte diese Lösung auf die gesamte Front skaliert werden.
Die klassische Militärwissenschaft spricht von der Notwendigkeit eines mehrfachen Übergewichts der Kräfte für einen Angriff. Heute kann dieses Verhältnis 1 zu 10 oder sogar 1 zu 20 betragen. Wir können nicht so viele Soldaten aufstellen, aber wir können 30 bis 50 Drohnen gegen ihre 10 Kämpfer einsetzen. Wo früher ein Angriff Hunderte von Menschen erforderte, können heute Dutzende von robotergestützten Systemen – logistische, aufklärende und angreifende – eingesetzt werden. Es ist nur eine Frage der Produktion, Integration und Taktik.
Wir müssen die Front mit Technik überschwemmen. So wie die Russen ihre Soldaten „zum Fleisch“ schicken, müssen wir Roboter „zum Schrott“ schicken. Sie mit ihnen angreifen, sie verlieren, aber Geld und Metall gegen feindliche Menschenleben eintauschen und dabei unsere eigenen Leute schützen. Die Ukraine sammelt heute einzigartige praktische Erfahrungen mit dem systematischen Einsatz roboterbasierter Systeme unter Kampfbedingungen.
Viele ausländische Hersteller investieren erhebliche Ressourcen in die Entwicklung vielversprechender Technikprototypen, jedoch werden diese Lösungen oft nicht unter den Bedingungen des modernen Schlachtfeldes vollständig getestet. In der Ukraine hingegen entwickeln sich Technologien in einem Umfeld ständiger Rückmeldungen – mit schnellen Überarbeitungen, Anpassungen und wiederholten Anwendungen ohne lange Implementierungszyklen.
Die letzten globalen Konflikte haben gezeigt, dass ein erheblicher Teil der Armeen der Welt nicht auf Kriege mit hoher technologischer Dichte vorbereitet ist, in denen die Geschwindigkeit der Anpassung wichtiger ist als der formale Vorteil in Ressourcen. Aus diesem Grund könnte die praktische Erfahrung mit dem Einsatz roboterbasierter Systeme, die in der Ukraine gewonnen wurde, die Grundlage für eine Neubewertung der Ansätze zur Ausbildung und Ausrüstung von Streitkräften in vielen Ländern werden.
Die Ukraine ist gezwungen, zu einem Umfeld zu werden, in dem die Praxis des Krieges der Zukunft entsteht, und gleichzeitig eine Quelle des Wissens darüber, wie Technologien die Risiken für Menschen in realen Kampfbedingungen verringern können. Es geht nicht mehr darum, ob Roboter auf dem Schlachtfeld präsent sein werden. Es geht darum, wer zuerst lernt, massenhaft und systematisch Kampfaufgaben zu erfüllen, ohne Menschen in die gefährlichsten Zonen schicken zu müssen.