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Preisanstieg bei Lebensmitteln: Der ukrainische Warenkorb unter Druck

In den letzten anderthalb Jahren hat sich der ukrainische Warenkorb nicht nur in seiner Zusammensetzung, sondern auch in seinem Inhalt verändert. Grundnahrungsmittel wie Öl, Kaffee und Schokolade werden zunehmend als 'nicht für den Alltag' wahrgenommen.

In den letzten anderthalb Jahren hat sich der ukrainische Warenkorb nicht nur in seiner Zusammensetzung, sondern auch in seinem Inhalt verändert. Grundnahrungsmittel wie Öl, Kaffee und Schokolade werden zunehmend als 'nicht für den Alltag' wahrgenommen. Die Gründe für dieses Phänomen gehen über die bloße Preiserhöhung hinaus, denn gleichzeitig trafen klimatische Krisen, Störungen in der globalen Logistik und spekulative Spiele großer Händler den Markt. Infolgedessen verwandelten sich lokale Probleme schnell in einen globalen Preissprung.

Olivenöl hat sich als einer der Hauptpreistreiber herausgestellt. In den letzten anderthalb Jahren ist der Preis für Olivenöl fast doppelt so hoch gestiegen: Während der Preis zuvor zwischen 250 und 300 Hrywnja pro Liter lag, erreicht er nun 450 bis 600 Hrywnja und mehr. Ein entscheidender Faktor für diesen Anstieg war die Ernteausfälle in Spanien, die einen erheblichen Teil des weltweiten Marktes für Olivenöl prägen. Mehrere aufeinanderfolgende Trockenperioden haben die Produktion stark beeinträchtigt, und die Händler haben in Erwartung eines Mangels die Preise zusätzlich angeheizt. Tatsächlich hat ein regionaler klimatischer Schock eine Kettenreaktion ausgelöst, deren Auswirkungen der Markt noch viele Saisons spüren wird.

Was die Alternativen zu Olivenöl betrifft, so können für das Braten Öle mit hohem Rauchpunkt, wie Avocadoöl, verwendet werden. Für kalte Gerichte eignen sich Leinöl oder Traubenkernöl. Und diejenigen, die nicht auf den Geschmack von Olivenöl verzichten möchten, sollten nach Produkten aus der neuen Ernte suchen, da sich der Markt allmählich stabilisiert.

Der Markt für Kakao erlebte in den Jahren 2024-2025 einen beispiellosen Anstieg. Die Rohstoffpreise erreichten historische Höchststände, und Schokolade im Einzelhandel wurde um zig Prozent teurer. Die Gründe für diesen Anstieg hängen ebenfalls mit Westafrika zusammen. Die Elfenbeinküste und Ghana, die den Großteil der weltweiten Kakao-Produktion sichern, sahen sich gleichzeitig mit Dürre, Baumkrankheiten und dem Altern der Plantagen konfrontiert. Die Produzenten reagierten erwartungsgemäß: Sie reduzierten das Gewicht der Tafeln, änderten die Zusammensetzung und ersetzten teilweise teure Zutaten durch günstigere.

In der Küche wird zunehmend Carob als kostengünstigere und süßere Alternative zu Kakao verwendet. Für den täglichen Konsum kann Milchschokolade gewählt werden, die weniger im Preis gestiegen ist. Als Quelle für Antioxidantien sollten Beeren in Betracht gezogen werden.

Kaffee, insbesondere Arabica, steht im Zentrum des Preisdrucks. Innerhalb eines Jahres stieg der Preis um zig Prozent, und die Börsenkurse erreichten Höchststände seit einem Jahrzehnt. Die Gründe für diesen Anstieg sind ebenfalls in mehreren Regionen zu finden. Brasilien hatte mit der stärksten Dürre zu kämpfen, Vietnam reduzierte den Export, und die logistischen Routen wurden aufgrund geopolitischer Spannungen komplizierter. Das Zusammentreffen dieser Faktoren schuf einen sogenannten 'perfekten Sturm' — eine Situation, in der der Markt gleichzeitig Angebot verliert und mit steigenden Kosten konfrontiert wird.

Was die Alternativen betrifft, bleibt Robusta eine erschwinglichere Option, die mehr Koffein enthält. Die optimale Wahl sind Mischungen aus Arabica und Robusta. Unter den koffeinfreien Alternativen können Zichorie sowie Matcha- oder Pu-erh-Tee in Betracht gezogen werden. Auf diese Weise sehen sich die Ukrainer neuen Konsumrealitäten gegenüber, in denen traditionelle Produkte weniger zugänglich werden und deren Ersatz Kreativität und Anpassung an neue Bedingungen erfordert.