Kyiv Post

Verschärfung der Ölkrise – Neueste Nachrichten aus der Ukraine, 6. April

Die Ölkrise spitzt sich weiter zu und scheint erst der Anfang zu sein. Iran nutzt seine Einflussmöglichkeiten, um gezielte Angriffe auf die USA und Energieinfrastruktur in der Region zu führen.

Die Ölkrise in der Region hat sich in den letzten Tagen dramatisch verschärft, und es deutet alles darauf hin, dass dies erst der Anfang ist. Iran scheint sich bewusst zu sein, dass seine stärkste Waffe gegen die USA die gezielten Angriffe auf deren empfindlichste Stellen sind. Neben der Schließung der Straße von Hormus führt Teheran auch Angriffe auf Energieinfrastruktur in der gesamten Persischen Golfregion durch. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat gedroht, die Infrastruktur des Iran zu zerstören, sollte Teheran die Straße von Hormus bis Dienstag nicht wieder öffnen. Trotz einiger Berichte über mögliche Waffenstillstandsangebote bleibt unklar, ob Teheran bereit ist, auf eines seiner stärksten, wenn nicht sogar das einzige, Druckmittel zu verzichten.

Verfolgen Sie unsere Nachrichten über den Krieg auf @Kyivpost_official. Es scheint, dass Iran nicht der einzige Akteur ist, der die aktuelle Krise ausnutzt. In der Nähe der serbisch-ungarischen Pipeline wurden Sprengstoffe entdeckt, was auf eine erhöhte globale Spannung in Bezug auf die Lieferungen hinweist. Serbien hat schnell jegliche Verbindung zu Kiew zurückgewiesen. Doch mit den bevorstehenden Wahlen in Ungarn und den Bedenken über mögliche Manipulationen könnte dieser Vorfall die Wahlergebnisse beeinflussen – oder zumindest inszeniert werden, um dies zu erreichen.

Ein Satellitenbild, das am 23. März 2026 von der Firma Planet Labs PBC aufgenommen wurde, zeigt Rauch, der aus einem russischen Ölhafen in Primorsk aufsteigt. Dieser Hafen ist der wichtigste russische Ladehafen in der Ostsee und wurde nach einem Drohnenangriff getroffen, für den die Ukraine die Verantwortung übernommen hat.

Unter den Themen, die derzeit großes Interesse wecken, steht die Frage im Raum, ob russisches LNG aus Jamal den Export von Europa nach Asien umleiten kann. Die steigenden Gaspreise werden immer offensichtlicher, während die Lieferungen russischer Waren eingeschränkt werden, was die Befürchtungen verstärkt, dass Moskau die Energieengpässe zu politischen Zwecken nutzen könnte.

Auch Kiew führt gezielte Angriffe auf empfindliche Stellen durch. Eine wöchentliche Kampagne, die sich gegen die baltischen Häfen Russlands richtete, hat Schätzungen zufolge Moskau etwa 1 Milliarde Dollar an Einnahmen aus dem Ölverkauf gekostet. Eine kürzliche Attacke hat zudem einen der wichtigsten Terminals Russlands im Schwarzen Meer lahmgelegt. Dennoch erklärte Kyrylo Budanov, der Berater des ukrainischen Präsidenten und ehemalige Geheimdienstoffizier, dass die Situation angespannt bleibt und einer weiteren Überwachung bedarf.