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UNICEF: Die Hälfte der Mitglieder bewaffneter Banden in Haiti sind Kinder

Die UNICEF-Leiterin in Haiti, Geeta Narayan, hat alarmierende Zahlen veröffentlicht, die zeigen, dass etwa die Hälfte der Mitglieder bewaffneter Gruppen in dem Land Kinder sind. Diese Erkenntnis fällt in eine Zeit, in der neue multinationale Polizeikräfte und Militärs der UN zur Bekämpfung der zunehmenden Kriminalität und Gewalt in der Region bereitgestellt werden.

Die UNICEF-Leiterin in Haiti, Geeta Narayan, hat alarmierende Zahlen veröffentlicht, die zeigen, dass etwa die Hälfte der Mitglieder bewaffneter Gruppen in dem Land Kinder sind. Diese Erkenntnis fällt in eine Zeit, in der neue multinationale Polizeikräfte und Militärs der UN zur Bekämpfung der zunehmenden Kriminalität und Gewalt in der Region bereitgestellt werden.

In einem Bericht des Generalsekretärs der Vereinten Nationen mit dem Titel "Kinder und bewaffnete Konflikte" für das Jahr 2024 wird aufgezeigt, dass in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince mindestens 302 Kinder von Banden rekrutiert wurden. UNICEF berichtet zudem, dass die Zahl der Kinder, die in diesen Gruppen aktiv sind, im Jahr 2025 um 200 % gestiegen ist. Die Mehrheit dieser Kinder wird direkt in Kampfhandlungen verwickelt, was ernsthafte Besorgnis unter internationalen Organisationen hervorruft.

Bewaffnete Gruppen nutzen aktiv soziale Medien, um neue Mitglieder zu rekrutieren, indem sie ihnen Geld, Luxus und Möglichkeiten zeigen, die sie erhalten können. Besonders verletzlich in dieser Situation sind obdachlose Kinder, für die die Banden Netzwerke zur Verteilung von Lebensmitteln und Unterkünften schaffen. Manchmal geben verzweifelte Eltern ihre Kinder sogar freiwillig an Kriminelle, in der Hoffnung, dass dies ihnen bessere Lebensbedingungen sichert.

Laut den Vereinten Nationen erhalten Minderjährige zwischen 100 und 300 Dollar für die Erfüllung von Aufgaben wie den Schutz entführter Personen, das Sammeln von Informationen oder Raubüberfälle. Bei der Teilnahme an Entführungen oder bewaffneten Auseinandersetzungen können die Zahlungen bis zu 700 Dollar betragen, was diese Aktivitäten für Kinder, die in Armut leben, attraktiv macht.

Im Jahr 2024 berichtete ein rekrutierter Jugendlicher CNN, dass er erst 11 Jahre alt war, als ihm von einer Bande Essen im Austausch für seinen Beitritt zu ihren Reihen angeboten wurde. Später wurde ihm die Aufgabe übertragen, die Leichen von Menschen zu verbrennen, die von der Bande getötet wurden, was auf die schrecklichen Bedingungen hinweist, in denen sich diese Kinder befinden.

Die Situation in Haiti bleibt kritisch. Über 1,4 Millionen Menschen sind obdachlos, und viele Schulen und Krankenhäuser wurden aufgrund von Gewalt und Instabilität vollständig zerstört. Seit 2022 haben Polizei oder Selbstverteidigungseinheiten mindestens drei Dutzend Kinder ohne Gerichtsverfahren hingerichtet, indem sie sie der Verbindung zu Banden beschuldigten, was weitere Besorgnis über die Menschenrechte im Land auslöst.

Für Minderjährige, die es schaffen, aus den Gruppen zu entkommen, setzt UNICEF ein Reintegrationprogramm namens Prejeune um, an dem bereits über 500 Personen teilgenommen haben. Dieses Programm zielt darauf ab, den Kindern zu helfen, sich nach erlittenem Gewalt und Trauma wieder in ein normales Leben einzugliedern.

Um den Kontext dieser Situation zu verstehen, ist es wichtig, die Ereignisse zu erwähnen, die der aktuellen Lage in Haiti vorausgingen. Am 7. Juli 2021 wurde der haitianische Präsident Jovenel Moïse von Söldnern in seiner Privatresidenz nahe Port-au-Prince ermordet. Dieses Attentat markierte den Beginn einer tiefen politischen und sicherheitspolitischen Krise im Land, in deren Folge bewaffnete Banden einen erheblichen Teil der Hauptstadt unter Kontrolle brachten.

Im Oktober 2023 genehmigte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Entsendung einer multinationalen Sicherheitsunterstützungsmission (MSS), um gegen das Bandenunwesen in Haiti vorzugehen. Anfang April traf das erste Kontingent von Verstärkungstruppen der Bandenbekämpfungseinheit (GSF) in Haiti ein, zu dem auch Soldaten aus Tschad gehören. Es wird erwartet, dass diese von den Vereinten Nationen genehmigten Kräfte etwa 5500 Personen umfassen und gemeinsam mit der lokalen Polizei und Armee arbeiten, um die Situation im Land zu verbessern.