Europäer sehen die USA zunehmend als Bedrohung, mehr als China
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Europäer die Vereinigten Staaten als größere Bedrohung wahrnehmen als China. Dies könnte auf ein wachsendes Misstrauen gegenüber den USA hindeuten.
Wie Ukrinform berichtet, zeigen die Ergebnisse der Umfrage "The European Pulse", die im März durchgeführt wurde, dass Europäer die Vereinigten Staaten zunehmend als Bedrohung wahrnehmen, mehr als China. Nur 12% der Befragten aus Polen, Spanien, Belgien, Frankreich, Deutschland und Italien betrachten die USA als engen Verbündeten, während 36% diese Nation als Bedrohung einstufen. Zum Vergleich: 29% der Befragten sehen China als Bedrohung.
Die nationalen Daten verdeutlichen, dass in vier von sechs befragten Ländern die Bedrohung durch Washington die von China übersteigt. Lediglich die Befragten aus Frankreich und Polen empfinden die Bedrohung durch China als größer. Dies deutet auf einen Wandel in der Wahrnehmung der USA in Europa hin, wo sie traditionell als enge Verbündete galten.
Die negativste Einstellung gegenüber den USA wurde in Spanien festgestellt, wo 51% der Befragten der Meinung sind, dass dieses Land eine Bedrohung für Europa darstellt. Dies ist der höchste Wert unter allen befragten Ländern. In Italien sehen 46% der Befragten die USA ebenfalls als Bedrohung, während 42% der Belgier, 37% der Franzosen und 30% der Deutschen diese Meinung teilen.
Es ist bemerkenswert, dass Polen, das eine gemeinsame Grenze mit Russland hat, die Allianz mit den USA als entscheidende Sicherheitsgarantie ansieht. Hier sehen nur 13% der Befragten eine Bedrohung von den USA, was im Kontrast zu den allgemeinen europäischen Trends steht.
Trotz des wachsenden negativen Eindrucks von den USA bleibt Russland die größte Bedrohung für die Europäer. Dies belegen 70% der Befragten, die der Meinung sind, dass Russland die größte Gefahr für den Kontinent darstellt.
Darüber hinaus zeigen die Umfrageergebnisse, dass 76% der Befragten in den sechs Ländern bereit sind, die Streitkräfte ihrer Länder zur Verteidigung eines NATO-Verbündeten im Falle eines Angriffs zu entsenden. Dieser Wert steigt auf 81%, wenn es um den Schutz eines anderen EU-Landes geht, was auf eine wachsende Solidarität unter den europäischen Staaten hinweist.
Auch 86% der Befragten sind der Ansicht, dass Europa sein eigenes Verteidigungspotenzial ausbauen sollte, wobei 56% diese Ansicht voll und ganz unterstützen. Der höchste Unterstützungsgrad wurde in Polen und Belgien (jeweils 95%) sowie in Deutschland (89%) verzeichnet. Dies deutet auf ein wachsendes Bewusstsein für die Notwendigkeit hin, die Verteidigungsfähigkeit Europas angesichts steigender Bedrohungen zu stärken.
Wie Ukrinform berichtete, wies der ehemalige Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes Deutschlands (BND), Arndt Freytag von Loringhoven, darauf hin, dass die Risiken für Europa durch Russland im hybriden Bereich in den kommenden Jahren erheblich steigen könnten, noch bevor die militärische Aufrüstung abgeschlossen ist. Dies unterstreicht die Notwendigkeit aktiver Maßnahmen seitens der europäischen Länder zur Gewährleistung ihrer eigenen Sicherheit.
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