Kyiv Independent

Europäische Kommission nutzt Kritik von JD Vance, um auf die Bedrohung der Wahlen durch soziale Medien aufmerksam zu machen

Die Europäische Kommission hat entschieden auf die Vorwürfe des US-Vizepräsidenten JD Vance reagiert, der behauptet, die Kommission mische sich in die Parlamentswahlen in Ungarn ein. In ihrer Erklärung betont die Kommission, dass die wahre Bedrohung für freie und faire Wahlen die Manipulationen auf sozialen Medienplattformen sind.

Die Europäische Kommission, als exekutive Institution der Europäischen Union, hat sich klar gegen die Vorwürfe von JD Vance zur Wehr gesetzt. Vance, der in den letzten Tagen vor den ungarischen Parlamentswahlen am 12. April in Ungarn ist, unterstützt seinen ideologischen Verbündeten Viktor Orbán. Laut Umfragen könnte Orbán, der derzeitige Premierminister, von der Tiszapartei unter der Führung von Péter Magyari besiegt werden.

Während seines Besuchs am 7. April kritisierte Vance die Europäische Union und warf den "Bürokraten in Brüssel" vor, gegen die Interessen des ungarischen Volkes zu handeln. Die Vertreter der Kommission haben sich nicht direkt zu Vances Äußerungen geäußert, sondern lediglich angemerkt, dass sie ihre diplomatischen Kanäle nutzen werden, um ihre Bedenken an die amerikanischen Kollegen weiterzugeben. Dennoch wiesen sie entschieden den Inhalt seiner Kommentare zurück und betonten, dass die EU sich nicht in die Wahlen in Ungarn einmischt und wiesen auf diejenigen hin, die dies tun.

„Wer unterdrückt politische Stimmen? Das sind die Online-Plattformen. Wer manipuliert die Algorithmen? Wiederum die Online-Plattformen. Wer erhöht die Sichtbarkeit eines ausgewählten Kandidaten? Online-Plattformen“, erklärte der Sprecher der Kommission, Thomas Renier. Nachdem er sich selbst als „europäischen Bürokraten“ bezeichnet hatte – eine Anspielung auf die Kritik von JD Vance – betonte Renier, dass der Digitale Dienste Gesetz (DSA) der EU, der das Verhalten dieser Online-Plattformen reguliert, demokratisch sei.

„Das DSA wird von unseren Mitgliedstaaten unterstützt und erhielt eine überwältigende Mehrheit im Europäischen Parlament“, sagte Renier. Dennoch bleibt die Bedrohung eines Wahlbetrugs bestehen, trotz solcher Bemühungen. Russland hat Anfang März Social-Media-Experten nach Budapest geschickt, um Orbáns Kampagne zu unterstützen, und die US-Regierung hat wiederholt ihre Unterstützung für den amtierenden Führer bekundet.

Orbán hat auch die Ukraine zu einem dominierenden Thema seiner Wahlkampagne gemacht, indem er EU-Initiativen blockiert, die darauf abzielen, Kiew zu unterstützen, und versucht, die Ukraine als Bedrohung darzustellen. Diese narrative Linie kommt Moskau zugute, das darauf abzielt, die Ukraine ihrer finanziellen und materiellen Unterstützung zu berauben, und spricht bestimmte Kreise in der US-Regierung an, die sich eine Rückkehr zu normalen Beziehungen zu Russland wünschen.