Kyiv Post

Wahlen in Ungarn werden voraussichtlich keine Änderung der Haltung gegenüber der Ukraine bewirken, berichtet POLITICO

Die bevorstehenden Parlamentswahlen in Ungarn am 12. April könnten zwar einen Regierungswechsel mit sich bringen, jedoch ist nicht sicher, dass dies die Beziehungen Budapests zur Europäischen Union und zur Ukraine verbessert.

Die möglichen Veränderungen in der ungarischen Regierung, die durch die Parlamentswahlen am 12. April 2024 herbeigeführt werden könnten, lassen nicht darauf schließen, dass sich die Beziehungen zwischen Budapest, der Europäischen Union und der Ukraine verbessern werden. Laut einem Bericht von POLITICO vertritt der führende Oppositionspolitiker Péter Magyár von der Partei Tisza Positionen zur Ukraine, die eng mit denen von Premierminister Viktor Orbán übereinstimmen, obwohl er sich selbst als Oppositionskandidat präsentiert.

Europäische Beamte, die von Orbáns ständigen Blockaden der Unterstützung für Kiew frustriert sind, hatten gehofft, dass ein Führungswechsel die Spannungen verringern könnte. Dennoch gibt es laut POLITICO keine signifikanten Anzeichen für eine Veränderung der ungarischen Politik in Bezug auf die Ukraine.

In Bezug auf die Ukraine spricht sich Magyár gegen eine Beschleunigung des EU-Beitrittsprozesses aus und argumentiert, dass die Mitgliedschaft durch ein ungarisches Referendum entschieden werden sollte. Diese Forderung könnte den Prozess auf unbestimmte Zeit verzögern. Zudem wies er die Bereitstellung militärischer Hilfe für die Ukraine zurück und betonte, dass solche Maßnahmen nicht die Meinung der ungarischen Bevölkerung widerspiegeln.

Die Partei von Magyár hat diesen Ansatz auch im Europäischen Parlament verfolgt, indem sie gegen ein EU-Kreditpaket in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine gestimmt hat. POLITICO hebt hervor, dass dieses Abstimmungsergebnis die Besorgnis in Brüssel verstärkt hat, dass eine Regierung unter Magyár eher interne politische Positionen bevorzugen könnte, anstatt die Einheit der EU in Bezug auf die Ukraine zu fördern.

Wie Orbán formuliert auch Magyár seine Position in nationalistischen Begriffen und hebt den ungarischen Souveränität und die Stimmung der Wählerschaft hervor. Er hat außerdem die Ukraine für ihren Umgang mit der ungarischen ethnischen Minderheit in Transkarpatien kritisiert und offen erklärt, dass die ungarischen Wähler keinen pro-ukrainischen Kurs wünschen.

Somit könnte die Realität trotz der Hoffnungen auf Veränderungen in der ungarischen Politik ganz anders aussehen. Die bevorstehenden Wahlen könnten nicht die gewünschten Veränderungen in den Beziehungen zwischen Ungarn, der EU und der Ukraine mit sich bringen, sondern vielmehr die Fortsetzung einer Politik, die bereits Besorgnis in Brüssel und Kiew ausgelöst hat.