Kyiv Post

Ukrainische Militärpräsenz im Westen Libyens dokumentiert – Erweiterung des 'Schattenkriegs' mit Russland

Die Berichte über die Präsenz ukrainischer Militärs im Westen Libyens deuten auf eine mögliche Eskalation der Konfrontation zwischen Kiew und Moskau hin, die über die Grenzen der Ukraine hinausgeht. Dies wurde durch eine Untersuchung des französischen Magazins RDI bekannt, die am Freitag, den 3. April, veröffentlicht wurde.

Die Informationen über die Präsenz ukrainischer Militärs im Westen Libyens weisen auf eine potenzielle Ausweitung der Auseinandersetzung zwischen Kiew und Moskau hin, die über die Grenzen der Ukraine hinausgeht. Diese Erkenntnisse stammen aus einer Untersuchung des französischen Magazins RDI, die am Freitag, den 3. April, veröffentlicht wurde.

Laut dieser Untersuchung, die sich auf nicht namentlich genannte Quellen in Libyen stützt, sind mehr als 200 ukrainische Offiziere und Militärspezialisten im Westen Libyens im Einsatz, und zwar in Abstimmung mit der Regierung in Tripolis unter der Leitung von Abdul Hamid Dbeibah. Diese Informationen unterstreichen die zunehmende geopolitische Konkurrenz in Afrika, wo sowohl die Ukraine als auch Russland versuchen, ihren Einfluss durch militärische und strategische Kooperationen auszubauen.

Den Angaben der Untersuchung zufolge sind die ukrainischen Militärs an mehreren Standorten aktiv, darunter an der Militärfliegerakademie in Misrata, wo auch internationale Kräfte stationiert sind; an einer Drohnensteuerungsstelle in der Nähe der Küstenstadt Zawiya, unweit wichtiger Energieinfrastruktur; sowie an einem Koordinationspunkt in Tripolis, der zur Zusammenarbeit mit libyschen Streitkräften genutzt wird.

Diese Stationierung von Militärkräften ist Teil eines umfassenderen Abkommens, das die Ausbildung libyscher Militärs umfasst, insbesondere im Bereich der Drohnenkriegsführung, sowie potenzielle langfristige Kooperationen im Rüstungsbereich. Berichten zufolge könnten ukrainische Militärs auch an einem Angriff auf einen russischen Tanker für verflüssigtes Erdgas beteiligt gewesen sein, der am 4. März im Mittelmeer stattfand.

Nach Angaben von Quellen wurde das als Teil der russischen Flotte geltende Schiff, das sich Sanktionen entzieht, von einer ukrainischen Marine-Drohne angegriffen, die von libyschem Gebiet aus gestartet wurde. Allerdings hat die Ukraine bisher keine Beteiligung an diesem Vorfall bestätigt.

Libyen bleibt tief gespalten zwischen rivalisierenden Regierungen: der international anerkannten Regierung in Tripolis und einer parallelen Machtstruktur im Osten, die von dem Militärkommandanten Khalifa Haftar unterstützt wird. Diese Spaltung schafft einen komplexen Kontext für internationale militärische Präsenz und Operationen in der Region.

Angesichts dieser Entwicklungen ist es wichtig, die Situation in Libyen genau zu beobachten, da sie ernsthafte Konsequenzen für die geopolitische Stabilität in der Region und darüber hinaus haben könnte.