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Archäologen entdecken: 5000 Jahre altes verkohltes Brot aus Külyüoba-Höyük

Archäologische Ausgrabungen im Siedlungsgebiet Külyüoba-Höyük, nahe der türkischen Stadt Eskişehir, haben eine beeindruckende Entdeckung gemacht – ein verkohltes Brotlaib, dessen Alter auf 5000 Jahre geschätzt wird. Dieser Artefakt eröffnet neue Perspektiven für das Verständnis der alten Küche und belegt komplexe religiöse Rituale in der frühen Bronzezeit.

Die archäologischen Ausgrabungen im Siedlungsgebiet Külyüoba-Höyük, das sich in der Nähe der türkischen Stadt Eskişehir befindet, haben eine bemerkenswerte Entdeckung zutage gefördert: ein verkohlter Brotlaib, dessen Alter auf etwa 5000 Jahre geschätzt wird. Dieser Artefakt, datiert auf ungefähr 3000 v. Chr., eröffnet nicht nur neue Horizonte im Verständnis der antiken Küche, sondern belegt auch die komplexen religiösen Rituale, die in der frühen Bronzezeit stattfanden.

Der gefundene Brotlaib hat einen Durchmesser von etwa 12 Zentimetern und wurde direkt am Türöffnungsbereich eines antiken Gebäudes entdeckt. Interessanterweise wurde er absichtlich verkohlt und mit einer Schicht reinem Erdreich versiegelt. Professor Murat Türkteki, der die Forschung leitet, ist der Meinung, dass dieser Kontext auf ein Ritual des "Verschlusses" des Gebäudes hinweist, bei dem das Essen als symbolisches Angebot diente.

Wissenschaftliche Analysen, die mithilfe von Elektronenmikroskopie und Spektroskopie durchgeführt wurden, ermöglichten eine detaillierte Rekonstruktion des Rezepts des antiken Brotes. Der Hauptbestandteil war grob gemahlene Dinkel, eine wilde Weizenart, die mit einer kleinen Menge Linsen vermischt wurde. Das Vorhandensein von Luftblasen in der Teigstruktur bestätigt, dass die alten Bäcker Fermentation (Gärung) verwendeten, was auf ein gewisses Maß an technologischem Fortschritt in diesem Bereich hinweist.

Die Forschung zeigte auch, dass das Brot bei stabilen Temperaturen von über 150–160 °C gebacken wurde, was auf die Verwendung von fortschrittlichen Öfen oder organisierten Feuerstellen hinweist. Diese Informationen deuten darauf hin, dass das Brotbacken in Anatolien zu dieser Zeit bereits ein komplexer und gut organisierter Prozess war.

Ein besonderes Merkmal des Backens war die dichte Textur mit hohem Ballaststoffgehalt, da das Mehl nicht gesiebt wurde und Fragmente der Getreidehülle zurückblieben. Die chemische Analyse bestätigte das Vorhandensein von Kohlenhydraten, Proteinen und Lipiden, was dieses Produkt äußerst nahrhaft machte. Diese Entdeckung beweist, dass das Brotbacken in Anatolien vor 5000 Jahren kein primitiver Versuch war, sondern ein ausgeklügelter technologischer Prozess.

Das in Külyüoba-Höyük gefundene Brot stellt eine einzigartige Brücke zwischen dem Alltagsleben und der spirituellen Kultur der alten Menschen dar. Es bestätigt, dass Nahrung seit jeher Träger tiefgreifender sozialer Bedeutungen und Identitäten war. Diese Entdeckung eröffnet neue Perspektiven für das Studium antiker Kulturen und ihrer Bräuche und unterstreicht die Bedeutung von Ernährung im sozialen und religiösen Leben der Menschen jener Epoche.

Die detaillierten Ergebnisse der Forschung werden in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht, die für das Jahr 2026 geplant ist und noch weitere Entdeckungen in diesem faszinierenden Bereich der Archäologie verspricht.