Ukrainisches Parlament verabschiedet Gesetz zur Integration des Energiemarktes mit Europa: Schaffung eines 'Energie-Schengen'
Die Werchowna Rada der Ukraine hat in zweiter Lesung und insgesamt das Gesetzesprojekt Nr. 12087-d verabschiedet, das die Märkte für Elektrizität in der Ukraine und Europa zusammenführen soll.
Die Werchowna Rada der Ukraine hat in einer entscheidenden Sitzung das Gesetzesprojekt Nr. 12087-d verabschiedet, das darauf abzielt, die Elektrizitätsmärkte der Ukraine und Europas zu vereinen. Der Vorsitzende des Energiekomitees des Parlaments, Andrij Gerus, bezeichnete dieses Gesetz als die Schaffung eines 'Energie-Schengen' für die Ukraine, das die Barrieren zwischen dem ukrainischen Energiemarkt und dem europäischen Markt abbauen soll.
Andrij Gerus erklärte die zentralen Aspekte des neuen Gesetzes und betonte: 'Das Hauptinnovationsmerkmal dieses Dokuments ist die Schaffung eines 'Energie-Schengen' für die Ukraine. Wir beseitigen die Grenzen zwischen unserem Energiemarkt und dem europäischen Raum. Das bedeutet, dass die Marktteilnehmer frei auf einer einheitlichen Plattform handeln können, wo Preis und Zugang zu den grenzüberschreitenden Netzen gleichzeitig festgelegt werden.' Durch diese Regelung soll der bürokratische Aufwand für Händler verringert werden, die zuvor mit zwei Runden bürokratischer Hürden konfrontiert waren: Zuerst die Genehmigung zum Grenzübertritt zu erhalten und dann einen Käufer oder Verkäufer zu finden.
Gerus hob auch die Bedeutung der Legalisierung negativer Preise hervor, die in der Europäischen Union gängige Praxis sind. 'Das spiegelt die reale technische Logik der modernen Stromerzeugung wider', fügte er hinzu. Seiner Meinung nach ist dieser Schritt mit der Reform von 2017 vergleichbar, als in der Ukraine ein modernes Marktmodell geschaffen wurde, das nun in das europäische System integriert wird.
Gemäß dem verabschiedeten Gesetz wird die Ukraine in der Lage sein, Strom ohne Hindernisse zu exportieren, wenn ein Überschuss besteht, und im Falle eines Defizits zu importieren. 'In Europa gibt es negative Strompreise. So etwas hatten wir hier nie. Daher wollen wir mit diesem Gesetz ermöglichen, dass günstiger Strom aus Europa in die Ukraine kommt', erklärte Gerus weiter.
Der stellvertretende Vorsitzende des Komitees, Andrij Schupanin, der ebenfalls Autor des Gesetzesprojekts ist, versicherte, dass das neue Gesetz keine Auswirkungen auf die Strompreise für die Bevölkerung haben wird. Sein Ziel ist es, schrittweise einheitliche Regeln auf den Märkten einzuführen. '500 Millionen Euro wird uns dieses Gesetz im Rahmen des Ukraine Facility bringen', betonte Schupanin.
Er wies zudem darauf hin, dass nach der Verabschiedung des Gesetzes mindestens 12 bis 18 Monate für die Umsetzung benötigt werden. Mögliche Termine für die Marktintegration nannte er den 1. Januar 2028 oder den 1. Januar 2029, da noch eine Reihe von Rechtsverordnungen erlassen werden müssen. Schupanin fügte hinzu, dass das Gesetz die Preisobergrenzen auf dem Elektrizitätsmarkt aufhebt, was sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit des ukrainischen Energiemarktes auswirken sollte.
Insgesamt stellt die Verabschiedung dieses Gesetzes einen bedeutenden Schritt in Richtung Integration der Ukraine in den europäischen Energiemarkt dar, der neue Möglichkeiten für die Entwicklung des Energiesektors des Landes eröffnet.