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Ukrainisches Parlament verabschiedet Gesetz zur Integration des Energiemarktes mit Europa

Die Werchowna Rada der Ukraine hat ein bedeutendes Gesetz verabschiedet, das die Integration des ukrainischen Energiemarktes mit dem europäischen Markt zum Ziel hat. Dieses Gesetz ermöglicht es Haushalten und kleinen Unternehmen, sich zu 'virtuellen Kraftwerken' zusammenzuschließen und somit aktive Teilnehmer am Strommarkt zu werden.

Die Werchowna Rada der Ukraine hat in einer entscheidenden Sitzung ein Gesetz verabschiedet, das die Integration des ukrainischen Energiemarktes mit dem europäischen Energiemarkt vorantreibt. Dieses Gesetz eröffnet Haushalten und kleinen Unternehmen die Möglichkeit, sich in sogenannten 'virtuellen Kraftwerken' zusammenzuschließen, um als einheitlicher Akteur auf dem Strommarkt zu agieren. Dies wurde in einem Interview mit NV Business vom Vorsitzenden des Energieausschusses des Parlaments, Andrij Gerus, erläutert.

Gerus betonte, dass das Recht zur Schaffung eigener Erzeugungskapazitäten und zur Monetarisierung dieser bereits existierte, jedoch das neue Gesetz eine moderne digitale Grundlage für diesen Prozess schafft. 'Wir erfinden das Rad nicht neu, sondern implementieren bewährte europäische Instrumente wie die Aggregation. Dies ermöglicht es Haushalten oder kleinen Unternehmen, sich in 'virtuellen Kraftwerken' zusammenzuschließen und nicht als Einzelverbraucher, sondern als ein starker Akteur auf den Markt zu treten', erklärte er.

Das Gesetz sorgt laut Gerus für Transparenz und Kompatibilität mit den Standards der Europäischen Union. 'Es handelt sich nicht um eine sofortige Revolution, sondern um eine logische Fortsetzung der Reform der Dezentralisierung im Energiesektor, bei der jede Gemeinde nicht nur Verbraucher, sondern aktiver Teilnehmer am energetischen Gleichgewicht des Landes wird', fügte er hinzu.

In Bezug auf das Konzept der gemeinschaftlichen Energiekooperation erklärte Gerus, dass es sich dabei im Wesentlichen um einen Energiekooperativen handelt. 'Dies ist ein Format, bei dem Nachbarn oder die gesamte Gemeinde gemeinsam in Solarpanels oder Windkraftanlagen investieren, um gemeinsam von den Ergebnissen zu profitieren und ihre eigenen Kosten zu senken. Dies ist eine hervorragende europäische Praxis, sollte jedoch nicht als die Hauptneuerung des Gesetzes angesehen werden', bemerkte er.

Gerus hob auch hervor, dass die Möglichkeit zur Zusammenarbeit bereits zuvor bestand, jedoch das entscheidende Problem nicht in den rechtlichen Normen, sondern im wirtschaftlichen Aspekt liege. 'Solange die Tarife für die Bevölkerung unter den Marktpreisen liegen, bleibt der Anreiz, in eigene Erzeugungskapazitäten zu investieren, für viele unklar. Dieses Gesetz schafft jedoch die notwendige Basis für die Zukunft: Wenn sich der Markt transformiert, werden die Gemeinden bereits über klare und verständliche Spielregeln für ihre Energieunabhängigkeit verfügen', sagte er.

Des Weiteren wies Gerus darauf hin, dass Besitzer von Solarpanels und Batterien auf dem Ausgleichsmarkt und dem Flexibilitätsmarkt verdienen können. 'Das Gesetz öffnet diesen Weg, aber es ist wichtig, die Mechanik des Prozesses zu verstehen. Ein einzelner Besitzer eines Solarpanels auf dem Dach ist für einen großen Dispatcher zu klein, daher erfolgt die Interaktion über Aggregatoren - Unternehmen, die Tausende solcher kleinen Ressourcen in ein einheitliches, steuerbares System bündeln', erklärte er.

Gerus betonte auch, dass in diesem Modell die häuslichen Anlagen und Speicher gemeinsam die Flexibilität bilden, für die das Energiesystem bereit ist zu zahlen. 'Dies ist einer der vielversprechendsten Bereiche, jedoch müssen wir realistisch sein: Dieses Segment in der Ukraine beginnt gerade erst zu wachsen. In der ersten Phase werden Aggregatoren mit dem Mittelstand arbeiten, wo die Volumina besser prognostizierbar sind, während die breite Einbeziehung privater Haushalte eine Frage der technologischen Evolution in den kommenden Jahren ist', fügte er hinzu.

Frühere Berichte hatten bereits vermeldet, dass die Werchowna Rada der Ukraine im zweiten Lesen und insgesamt den Gesetzesentwurf Nr. 12087-d verabschiedet hat, der die Märkte für Elektrizität in der Ukraine und Europa zusammenführt. 'Dieses Gesetz zielt darauf ab, die Energiesysteme der Ukraine und Europas vollständig zu synchronisieren. Wenn es einen Überschuss gibt, können wir problemlos exportieren, und umgekehrt, wenn es einen Mangel gibt - importieren', betonte Gerus.

Gerus hob zudem hervor, dass in Europa negative Preise für Elektrizität existieren, was in der Ukraine nicht der Fall war. 'Deshalb möchten wir mit diesem Gesetz ermöglichen, dass günstige Elektrizität aus Europa in die Ukraine gelangt', fügte er hinzu. Der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses, Andrij Schupanin, stellte ebenfalls fest, dass das Gesetz keinerlei Auswirkungen auf die Strompreise für die Bevölkerung haben wird und dass es das Ziel verfolgt, schrittweise einheitliche Regeln auf den Märkten einzuführen.

'500 Millionen Euro wird uns dieses Gesetz im Rahmen des Ukraine Facility bringen', betonte Schupanin. Er wies auch darauf hin, dass nach der Verabschiedung des Gesetzes mindestens 12 bis 18 Monate für die Zusammenführung der Märkte benötigt werden, wobei mögliche Termine für die Zusammenführung der 1. Januar 2028 oder der 1. Januar 2029 sein könnten, da noch eine Reihe von Unterverordnungen erforderlich sind. Schupanin betonte zudem, dass das Gesetz die Preisobergrenzen auf dem Elektrizitätsmarkt abschafft.