Wissenschaftler entdecken Gen, das das Fortschreiten von Bauchspeicheldrüsenkrebs fördert
Ein Team von Wissenschaftlern der Johns Hopkins University School of Medicine hat einen bedeutenden Durchbruch erzielt, indem es ein Gen identifizierte, das das Fortschreiten von Bauchspeicheldrüsenkrebs beeinflusst und somit die DNA-Struktur verändert. Diese Forschung, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Molecular Cancer, könnte die Ansätze zur Behandlung dieser aggressiven Krebsart revolutionieren.
Die Forscher verwendeten die CRISPR-Gentechnologie, um schrittweise verschiedene Gene abzuschalten und deren Auswirkungen auf im Labor gezüchtete Zellen zu beobachten. Dabei zeigte das Gen KLF5 den signifikantesten Effekt und erwies sich als entscheidend für den Tumorinvationsprozess. Dieses Gen fördert epigenetische Veränderungen, die chemische Modifikationen und die Umstrukturierung der DNA-Verpackung innerhalb der Zellen umfassen.
Dr. Andrew Feinberg, einer der Autoren der Studie, erklärte: "Epigenetische Veränderungen werden oft als Hauptweg zur Entwicklung und Förderung des Wachstums von Krebsmetastasen unterschätzt." Dies deutet darauf hin, dass herkömmliche Behandlungsansätze möglicherweise unzureichend sind, wenn epigenetische Faktoren nicht berücksichtigt werden.
Die Ergebnisse dieser Studie basieren auf früheren Forschungen des Teams aus dem Jahr 2017. Damals fanden die Wissenschaftler heraus, dass die häufigste Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs signifikante epigenetische Veränderungen in den Primärtumoren aufweist. Diese Veränderungen, und nicht neue DNA-Mutationen, erwiesen sich als die Hauptfaktoren, die zur Fähigkeit der Krankheit beitragen, sich im Körper auszubreiten.
Eine weitere Analyse von Patientenproben bestätigte die Laborergebnisse. Bei 10 von 13 Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs war die Aktivitätsrate des Gens KLF5 in den metastatischen Tumoren signifikant höher im Vergleich zu ihren ursprünglichen Tumoren. Selbst eine geringe Erhöhung der Aktivität dieses Gens verstärkte die Fähigkeit der Krebszellen erheblich, zu wachsen und sich auszubreiten.
Die Studie zeigte auch, dass KLF5 andere epigenetische Modifikatorgene wie NCAPD2 und MTHFD1 reguliert. Diese Entdeckung unterstreicht die Bedeutung epigenetischer Veränderungen bei der Entwicklung von Krebsmetastasen. Kenna Sherman, die Hauptautorin der Studie und Doktorandin im Programm für menschliche Genetik und Genomik an der Johns Hopkins University, bemerkte: "Wir haben mehr Beweise dafür, dass Krebsmetastasen nicht durch zusätzliche Mutationen im Primärkrebs verursacht werden, sondern durch epigenetische Veränderungen, die es dem Krebs ermöglichen, zu gedeihen und zu wachsen."
Andrew Feinberg betonte zudem, dass es für eine erfolgreiche Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebsmetastasen nicht unbedingt erforderlich ist, das Gen KLF5 abzuschalten. Derzeit arbeiten die Wissenschaftler an der Entwicklung mehrerer experimenteller Medikamente, die gezielt auf dieses Gen abzielen, was neue Horizonte in der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs eröffnen könnte.
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