Im Europäischen Parlament herrscht 'tiefe Besorgnis' über Leaks vertraulicher Informationen nach Russland
Eine Gruppe von Abgeordneten des Europäischen Parlaments hat Präsidentin Roberta Metsola aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um die Weitergabe vertraulicher Informationen an Russland zu verhindern.
Eine Gruppe von Abgeordneten des Europäischen Parlaments hat sich mit einem dringenden Appell an die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, gewandt. Sie fordern, dass Maßnahmen ergriffen werden, um zu verhindern, dass vertrauliche Informationen in die Hände der russischen Regierung gelangen. Der Aufruf erfolgt vor dem Hintergrund jüngster Vorwürfe, dass die ungarische Regierung absichtlich vertrauliche Informationen, die während der Sitzungen des Rates der Europäischen Union erlangt wurden, an das Putin-Regime weitergibt.
In einem Schreiben, das vom litauischen Abgeordneten Petras Auštrevičius veröffentlicht wurde, äußern die Mitglieder des Europäischen Parlaments ihre 'tiefe Besorgnis' über diese Vorwürfe. 'Wir sind besorgt über die bestehenden Risiken eines Lecks vertraulicher Informationen über unsere Arbeit im Europäischen Parlament', heißt es in dem Schreiben. Die Abgeordneten betonen, dass die Notwendigkeit, diese Risiken zu beseitigen, bereits mehrfach angesprochen wurde, jedoch keine wesentlichen Änderungen umgesetzt wurden. Dies zwingt die Abgeordneten, sich auf selbst ergriffene Sicherheitsmaßnahmen zu verlassen.
Die Abgeordneten warnen, dass pro-russische Abgeordnete des Europäischen Parlaments, die Verbindungen zum Putin-Regime haben, weiterhin an geschlossenen Ausschusssitzungen teilnehmen und Personal einstellen können, ohne dass eine angemessene Sicherheitsüberprüfung oder Überprüfung durch öffentliche Quellen erfolgt. 'Dies ermöglicht es ihnen, vertrauliche Informationen zu sammeln, einschließlich Details zu unserer militärischen und finanziellen Unterstützung für die Ukraine, und diese Informationen an die russische Seite weiterzugeben', warnen die Abgeordneten.
Die Abgeordneten fordern daher dringend und ohne Verzögerung konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Empfehlungen des Sonderausschusses für ausländische Einmischung (INGE). Dazu gehört insbesondere die Reform der Regeln des Europäischen Parlaments in Bezug auf Transparenz, Integrität, Rechenschaftspflicht und Korruptionsbekämpfung. Darüber hinaus bitten sie darum, Wege zu finden, um den Zugang zu vertraulichen Informationen und offiziellen Aktivitäten bestimmter offen pro-russischer Abgeordneter des Europäischen Parlaments und ihrer Büros zu beschränken.
Das Schreiben wurde von mehreren Abgeordneten unterzeichnet, darunter Petras Auštrevičius, Pekka Tauri, Tijs Ruyten, Nathalie Loiseau, Willy Sevdal, Elio di Rupo, Bart Grothues, Markéta Gregorová, Merja Kyllönen und Engin Eroğlu.
Erwähnenswert ist, dass die Washington Post zuvor berichtete, dass der ungarische Außenminister Péter Szijjártó regelmäßig Informationen aus den Sitzungen der EU an den russischen Außenminister Sergej Lawrow weitergab, einschließlich möglicher Entscheidungen. Szijjártó selbst bestätigte später die Tatsache dieser Anrufe.
Zusätzlich berichteten die Medien, dass die EU Ungarn von sensiblen Verhandlungen ausschließt, aus Angst vor Leaks an Russland. Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen die EU steht, wenn es um die Sicherheit und Integrität ihrer internen Informationen geht, insbesondere in Zeiten geopolitischer Spannungen.
Für detaillierte Informationen zu diesem Thema wird auf das erläuternde Video von 'Europäische Wahrheit' verwiesen.