In Ungarn wird der Ukraine eine Beteiligung an einer Sabotage in Serbien vorgeworfen, Kiew weist die Vorwürfe zurück
Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó hat in einem aktuellen Video auf Facebook angedeutet, dass die Ukraine möglicherweise in eine angeblich vereitelte Sabotageaktion an einer Gasleitung in Serbien verwickelt sein könnte. Diese Äußerung hat eine heftige Reaktion seitens der ukrainischen Regierung ausgelöst, die die Vorwürfe entschieden zurückweist und auf eine mögliche russische Beteiligung hinweist.
Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó äußerte in einem Video, das auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht wurde, die Vermutung, dass die Ukraine in eine angebliche Sabotageaktion an einer Gasleitung in Serbien verwickelt sein könnte. Diese Äußerung kam nach einer sicherheitspolitischen Sitzung, die vom ungarischen Premierminister Viktor Orbán einberufen wurde. Szijjártó erklärte, dass die Ukraine in der aktuellen globalen Energiekrise die Lieferung von Energieressourcen nach Ungarn erschwere, was seiner Meinung nach mit den jüngsten Ereignissen in Serbien in Zusammenhang stehen könnte.
In seiner Rede verwies Szijjártó auf die Explosionen an der Nord Stream-Pipeline, die zunächst Russland zugeschrieben wurden, jedoch hielt er dies für unlogisch, da es keinen Sinn ergebe, dass Russland seine eigenen Pipelines sprengen würde. Zudem erwähnte er, dass in den letzten Wochen Dutzende von Drohnen den Turkish Stream angegriffen hätten, der Gas nach Ungarn liefert. Er verband diese Angriffe mit einer kürzlich verhinderten Terroranschlagsserie in Serbien.
„Diese vereitelte Sabotage reiht sich in eine Serie von Vorfällen ein, bei denen die Ukraine ständig versucht, den Transport von russischem Gas und Öl nach Europa zu behindern“, betonte Szijjártó und versuchte damit, seine Vorwürfe gegen die Ukraine zu untermauern.
Als Reaktion auf diese Aussagen wies der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Georgiy Tikhiy, die Vorwürfe der ungarischen Seite entschieden zurück. Er stellte klar, dass die Ukraine keinerlei Verbindung zu den in Serbien gefundenen Sprengstoffen hat. Tikhiy ist der Überzeugung, dass es wahrscheinlicher sei, dass es sich um eine russische „Operation unter falscher Flagge“ handelt, die Teil eines umfassenden Eingriffs Moskaus in die inneren Angelegenheiten Ungarns, insbesondere in die Wahlen, ist.
Zur Erinnerung: Am 5. April wurde in Serbien ein Versuch einer Sabotage an der Gasleitung, die nach Ungarn führt, gemeldet, wobei angeblich große Pakete mit Sprengstoffen und Detonatoren entdeckt wurden. In der Folge berief der ungarische Premierminister Viktor Orbán den Nationalen Sicherheitsrat ein, um die Situation zu erörtern.
Es ist erwähnenswert, dass bereits lange vor diesen Ereignissen in Ungarn die Sicherheitsvorkehrungen für die Energieinfrastruktur aufgrund einer angeblichen „ukrainischen Bedrohung“ verstärkt wurden. Serbien hat zudem das Militär zur Sicherung der Infrastruktur mobilisiert, die für den Gastransport nach Ungarn zuständig ist.
Der Hauptgegner von Premierminister Viktor Orbán, der Oppositionsführer der Partei „Tisza“, Péter Magyar, äußerte die Meinung, dass die angeblich vereitelte Sabotage an der Gasleitung in Serbien möglicherweise eine inszenierte Operation sein könnte, die darauf abzielt, die Wahlen in Ungarn zu stören.
Der ungarische Investigativjournalist Szabolcs Panyi äußerte ebenfalls die Ansicht, dass diese angebliche „Sabotage“ sehr nach einer Inszenierung aussieht, die dem ungarischen Premier Viktor Orbán die Möglichkeit geben könnte, von möglichen Niederlagen bei den Wahlen abzulenken.